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Freier VfB-Star Atakan Karazor fühlt sich „befreit“

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Von: Niklas Noack

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VfB-Star Atakan Karazor feiert nach dem Klassenerhalt gegen den 1. FC Köln.
Atakan Karazor wurde aus der U-Haft entlassen. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Nach sechs Wochen Untersuchungshaft ist Atakan Karazor vom VfB Stuttgart auf freiem Fuß. Der Klub stärkt ihm den Rücken.

Stuttgart - Atakan Karazor hat Spanien verlassen. Nach sechs Wochen Untersuchungshaft auf der Insel Ibiza ist der Star des VfB Stuttgart vorerst frei. Gegen eine Kaution in Höhe von offenbar 50.000 Euro durfte Karazor aus dem Gefängnis. Deshalb atmete der 25-Jährige, gegen den Ermittlungen wegen sexueller Nötigung laufen sollen, erstmal auf.

Er sei nach Köln geflogen und weilt ein paar Tage bei seiner Familie in Essen, verriet Sven Mislintat, der mit Karazor bereits telefonieren konnte. Er wirke „befreit“, müsse aber die vergangenen Wochen sacken lassen, so der Sportdirektor. Nächste Woche werde Karazor vermutlich zum VfB zurückkehren und sich ins Aufbautraining begeben. Zwar konnte er im Gefängnis laut Mislintat ein „bisschen“ an seinem Körper arbeiten, doch die Zeit dürfte trotzdem seine Spuren hinterlassen haben.

Atakan Karazor: Vorveruteilung im Netz bringt VfB-Sportdirektor Sven Mislintat auf die Palme

Keine Zweifel gibt es allerdings daran, wie der Klub mit Karazor jetzt umgehen möchte. „Für uns ist hundertprozentig klar, dass der Junge bei uns mittrainiert und unser Spieler ist“, sagte Mislintat, der deutlich machte: „Er wird volles Mitglied des Teams sein.“

Der Kaderplaner ärgerte sich über manch eine Vorverurteilung Karazors in den sozialen Netzwerken: „Das ist ein Mensch, der noch nicht mal angeklagt ist. Da muss ich einfach sagen, da habe ich überhaupt kein Verständnis für, dass die Diskussionen in solche Richtungen gehen.“

VfB Stuttgart steht hinter Atakan Karazor, der nach sechs Wochen die U-Haft auf Ibiza verlassen durfte

Aber auch Mislintat weiß: „Wenn es zur Anklage käme, dann muss man sich das anschauen.“ Solange dies nicht der Fall ist, will der VfB die Unschuldsvermutung beherzigen und hinter seinem Spieler stehen.

Der Hintergrund: Karazor wurde am 9. Juni nach einer Partynacht auf Ibiza von der Polizei festgenommen. Gemeinsam mit einem gleichaltrigen Freund soll der Fußballprofi eine junge Frau vergewaltigt haben. Die 18-jährige Spanierin brachte den mutmaßlichen Vorfall zur Anzeige. Karazor selbst sprach von einvernehmlichem Sex. Eine Aussage, die eine Partybegleiterin wohl stützte.

Jetzt ist der Profi auf freiem Fuß. Ob dies so bleibt, werden weitere Ermittlungen ergeben.

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