Löw, Stevens, Matarazzo

VfB Stuttgart: alle Trainer in der Geschichte des Fußballvereins

  • Sabrina Hoffmann
    vonSabrina Hoffmann
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Der VfB Stuttgart ist ein Fußballverein mit langer Tradition. Trainer wie Jogi Löw, Armin Veh und Pellegrino Matarazzo bescherten dem Club Siege und Niederlagen.

  •  Der VfB Stuttgart gehört zu den Gründungsmitgliedern der 1. Bundesliga
  • Viele Trainer scheiterten schnell bei dem Fußballverein, unter Christoph Daum und Armin Veh wurde der VfB Deutscher Meister
  • Aktuell ist der US-Italiener Pellegrino Matarazzo Trainer beim VfB Stuttgart

Stuttgart - Die Trainer des VfB Stuttgart werden oftmals als das Aushängeschild der Mannschaft wahrgenommen. Sie stehen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, werden für den Misserfolg verantwortlich gemacht, steigen aber auch zu Legenden auf, wenn sie mit große Erfolge feiern - so wie bei jedem anderen Fußballverein in der 1. und 2. Bundesliga auch.

Die Geschichte des VfB Stuttgart haben viele große Trainer geprägt. Teilweise kamen sie bereits als Stars zu dem Fußballverein, andere machten sich in Stuttgart einen Namen und wurden am Neckar zur Legende. Ihr Arbeitsplatz beim VfB Stuttgart ist die Mercedes-Benz Arena, die sich im Stadtteil Bad Cannstatt befindet. Direkt daneben in der Benzstraße liegen auch das Vereins- und die Trainingsgelände, wo die Trainer abseits des großen Spektakels den Großteil ihrer Arbeitszeit verbringen.

Aktuell ist der Italiener Pellegrino Matarazzo Coach bei den Stuttgartern. Er folgte auf den entlassenen VfB-Trainer Tim Walter und will den Fußballverein aus Stuttgart wieder in die 1. Bundesliga führen.

Der VfB Stuttgart, seine Trainer und die Anfangszeit

In den Fokus der Öffentlichkeit rückte der VfB Stuttgart erstmals im Jahre 1934. Der Fußballverein wurde Meister der Gauliga Württemberg und unterlag im Finale um die Deutsche Meisterschaft dem FC Schalke 04 nur knapp mit 4:6. VfB-Trainer zu diesem Zeitpunkt: Fritz Teufel (40, † 1951).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand der Sportbetrieb ab 1946 langsam wieder zurück zur Normalität. Die 50er Jahre erwiesen sich als erfolgreich für den VfB Stuttgart und seine Trainer. Gleich zweimal errang der Club die Deutsche Meisterschaft, in der Saison 1949/50 und 1951/52.

An der Seitenlinie stand damals Coach Georg Wurzer (75, † 1982), der bereits seit 1947 die Geschicke des Fußballvereins leitete. Der Coach bleib bis zum 30. Juni 1960 Trainer des VfB, sodass seine Amtszeit stolze 4748 Tage dauerte. Unerreichter Rekord beim VfB Stuttgart und eine Seltenheit im Profifußball.

Die Trainer des VfB Stuttgart ab 1963: Erfolge in der 1. Bundesliga

Die 1. Bundesliga nahm ihren Betrieb am 24. August 1963 auf. Mit dabei der VfB Stuttgart, der von Trainer Kurt Baluses (57, † 1972) gecoacht wurde. Die 60er und weite Teile der 70er Jahre verliefen für den Fußballverein recht unspektakulär. Größere Erfolge blieben aus, jedoch spielte der VfB konstant in der 1. Bundesliga. Die Ära wurde geprägt von Trainern wie Rudi Gutendorf (93, † 2019), Gunther Baumann (77, † 1998), Branko Zebec (59, † 1988) oder Hermann Eppenhoff (72, † 1992).

1975/76 folgte dann der erstmalige Abstieg in die 2. Bundesliga. Verantwortlicher Cheftrainer zu diesem Zeitpunkt war Karl Bögelein (89, † 2016), der jedoch erst kurz vor Ende der Saison diese undankbare Aufgabe von István Sztáni (82) übernommen hatte.

Rückkehr in die 1. Bundesliga und Erfolge des VfB Stuttgart in den 80er Jahren

Die Saison 1976/77, in der Jürgen Sundermann (80) Trainer des VfB Stuttgart war, läutete eine der erfolgreicheren Phasen der Vereinsgeschichte ein. Mit zahlreichen jungen, unbekannten Spielern spielte der Fußballverein unter Sundermann attraktiven Offensivfußball und kehrte zurück in die 1. Bundesliga. In den darauffolgenden Jahren spielte der Verein in der Spitze der Bundesliga mit.

1982 fing Helmut Benthaus (84) als Trainer beim VfB Stuttgart an. Unter seiner Leitung wurde der VfB 1983/84 erstmals Deutscher Meister in der Bundesliga. Auch Spielerlegenden hatten einen Anteil am Erfolg des Fußballvereins in dieser Zeit. So spielte von 1984 bis 1989 Jürgen Klinsmann (55) beim Verein und erzielte in dieser Zeit wettbewerbsübergreifend 94 Tore in 186 Spielen für den VfB.

Es folgten wechselhafte Zeiten für den VfB Stuttgart, in denen Otto Baric (87), erneut Willi Entenmann und Egon Coordes (75) zwischen 1985 und 1987 als Trainer an der Seitenlinie standen. Zu Saisonbeginn 1987/88 wurde der Niederländer Arie Haan (71) neuer Coach und führte den VfB zurück in die oberen Tabellenregionen. Es war jedoch Christoph Daum (66), dem es 1992 vergönnt war, den VfB Stuttgart erneut zum Deutschen Meister zu machen. Daums Nachfolger wurde im Dezember 1993 Jürgen Röber (66).

Das magische Dreieck und die Trainer des VfB Stuttgart zwischen 1995 und 2000

Rolf Fringer (63) trainierte den VfB Stuttgart ab der Saison 1995/96. Unter ihm begann eine Zeit, die vor allem von drei Spielern geprägt wurde: Krassimir Balakow (53), Giovane Élber (47) und Fredi Bobic (48) wirbelten in der Offensive und brachten den VfB 1998 in das Endspiel um den Europapokal der Pokalsieger. Zuvor konnte der VfB 1996/97 den DFB Pokal gewinnen.

Auf Fringer folgte jemand, der in seiner späteren Karriere als Trainer von sich hören machen sollte. Jogi Löw (60) trainierte den VfB Stuttgart bis zum Saisonende 1998 und wurde knapp zehn Jahre später Bundestrainer. Es folgten weniger erfolgreiche Spielzeiten, in denen zunächst Winfried Schäfer (70) und danach Rainer Adrion (66) ihr Glück als Trainer versuchten.

Der VfB Stuttgart und die „Jungen Wilden“ – Trainer zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Zu Beginn des neuen Jahrtausends stand VfB-Trainer Ralf Rangnick (61) an der Seitenlinie. Nach einigen Jahren in der Mittelklasse der 1. Bundesliga übernahm Felix Magath (66) am 24. Februar 2001 das Traineramt. Ihm gelang es, den VfB Stuttgart wieder zu einem Kandidaten für die Spitzenpositionen zu formen. Dennoch endete seine Zeit beim VfB nach 1183 Tagen und Matthias Sammer (52) wurde zu Beginn der Saison 2004/05 neuer Coach. Auf Sammer folgte eine Trainerlegende, denn der Italiener Giovanni Trapattoni (80) übernahm zur Saison 2005/06 die Geschicke des Vereins.

Trapattoni konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen und nach nur einer Saison wurde Armin Veh (59) neuer Trainer des VfB Stuttgart. Unter Armin Veh feierte der VfB Stuttgart die größten Erfolge seiner jüngeren Vereinsgeschichte. So führte Veh die „Jungen Wilden“ gleich mehrfach in die Champions League und schaffte es in der Saison 2006/07 sogar, dass der Fußballverein Deutscher Meister wurde.

Mit Trainer Armin Veh wurde der VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister

Am 23. November 2008 trennten sich jedoch die Wege von Giovanni Trapattoni und dem VfB, Markus Babbel (47) übernahm die Mannschaft. Fast genau ein Jahr dauerte seine Trainerzeit beim VfB Stuttgart, bevor der Schweizer Christian Gross (65) den Fußballverein in der Rückrunde 2009/10 sowie der Hinrunde 2010/11 trainierte.

Trainer des VfB Stuttgart ab 2010: fehlende Konstanz und Abstieg in die 2. Bundesliga

Mit Bruno Labbadia (54) ging der VfB Stuttgart ins Jahr 2011. In der Winterpause der Saison 2010/11 ersetzte Labbadia den erfolglosen Jens Keller (49) als Trainer, der nur 58 Tage im Amt war. Der VfB befand sich zu diesem Zeitpunkt auf Tabellenplatz 17, Labbadia führte die Schwaben zum Saisonende bis auf Platz 12. Nach zwei mittelmäßigen Saisons trennte sich der Fußballverein nach nur drei Spieltagen und drei Niederlagen in der Saison 2013/14 von seinem Coach Bruno Labbadia.

Es übernahm Thomas Schneider (47), der bereits als Spieler für den VfB Stuttgart aktiv war. Seine Zeit als VfB-Trainer dauerte jedoch nur 194 Tage und im März 2014 folgte mit Huub Stevens (66) bereits der dritte Trainer der Saison. Stevens war nur eine Übergangslösung bis zum Ende der Spielzeit und er schaffte es, den Fußballverein vor dem Abstieg zu bewahren.

Es folgte die zweite Amtszeit von Armin Veh, der kurioserweise erneut von Stevens abgelöst wurde. Auch der Niederländer brachte die Spieler vom VfB Stuttgart nicht zurück auf die Erfolgsspur und musste zum Saisonende 2014/15 gehen.

Zum Saisonstart 2015/16 präsentierte der VfB Alexander Zorniger (52) als neuen Cheftrainer. Dieser setzte seine Idee, wie der VfB spielen sollte, konsequent durch. Der Erfolg blieb hingegen aus, sodass Zorniger nach 146 Tagen seinen Platz räumen musste und durch Jürgen Kramny (48) ersetzt wurde. Kramny konnte die Saison auch nicht mehr retten und so trat der Verein zum zweiten Mal den Gang in die 2. Bundesliga an.

Trainer des VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga ab 2016

Jos Luhukay (56) übernahm zum 01. Juli 2016 die schwere Aufgabe, den VfB Stuttgart wieder in die 1. Bundesliga zu führen. Das Projekt scheiterte relativ schnell und Luhukay trainierte den VfB für nur 76 Tage. Über die Interimslösung Olaf Janßen (53), der zwei Spiele leitete, kam Hannes Wolf (38) als VfB-Trainer an die Seitenlinie des Fußballvereins. Der Coach führte den VfB zum Ende der Saison 2016/17 zurück ins Fußballoberhaus.

Nach einer schwachen Hinrunde 2017/18 war für Wolf Schluss und Tayfun Korkut (45) übernahm in der Winterpause als Trainer. Einer furiosen Rückrunde, die den VfB Stuttgart bis auf Platz sieben der Tabelle führte, folgte ein erneut schwacher Start in die Saison 2018/19.

Korkut wurde am 07. Oktober 2018 entlassen und Markus Weinzierl (45) folgte als Cheftrainer. Erfolg brachte der Wechsel nicht, denn der VfB Stuttgart musste in die Relegation und unterlag dort Union Berlin. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Mannschaft von Nico Willig (39) trainiert, der jedoch nur 70 Tage im Amt blieb.

In der Saison 2019/20 startete der VfB Stuttgart somit in der 2. Bundesliga. Neuer Trainer wurde Tim Walter (44). Trotz eines ordentlichen Punktedurchschnitts von 1,85 sah der Fußballverein das Ziel Wiederaufstieg in Gefahr und ersetzte Tim Walter zum Jahreswechsel 2019 durch Pellegrino Matarazzo (42). Der Club informiert unter anderem über seinen Twitter-Account über Trainerwechsel.

JahrVfB-Trainer
Seit 12/2019 Pellegrino Matarazzo
07/2019-12/2019Tim Walter
04/2019 - 06/2019Nico Willig
10/2018 - 04/2019Markus Weinzierl
10/2018 - 10/2018Andreas Hinkel
01/2018 - 10/2018Tayfun Korkut
09/2016 - 01/2018Hannes Wolf
09/2016 - 09/2016Olaf Janßen
07/2016 - 09/2016Josh Luhukay
11/2015 - 06/2016Jürgen Kramny
07/2015 - 11/2015Alexander Zorniger
11/2014 - 06/2015Huub Stevens
07/2014 - 11/2014Armin Veh
03/2014 - 06/2014Huub Stevens
08/2013 - 03/2014Thomas Schneider
12/2010 - 08/2013Bruno Labbadia
10/2010 - 12/2010Jens Keller
12/2009 - 10/2010\tChristian Gross
11/2008 - 12/2009\tMarkus Babbel
02/2006 - 11/2008Armin Veh (Deutscher Meister)
07/2005 - 02/2006Giovanni Trappatoni
07/2004 - 06/2005Matthias Sammer
02/2001 - 06/2004Felix Magath
05/1999 - 02/2001Ralf Rangnick
01/1999 - 05/1999Rainer Adrion
12/1998 - 12/1998Wolfgang Rolff
07/1998 - 11/1998Winfried Schäfer
08/1996 - 06/1998Jogi Löw
07/1995 - 08/1996Rolf Fringer
04/1995 - 06/1995Jürgen Sundermann
12/1993 - 04/1995Jürgen Röber
11/1990 - 12/1993Christoph Daum (Deutscher Meister)
03/1990 - 11/1990Willi Entenmann
07/1987 - 03/1990Arie Haan
07/1986 - 06/1987Egon Coordes
03/1986 - 06/1986Willi Entenmann
07/1985 - 03/1986Otto Barić
07/1982 - 06/1985Helmut Benthaus (Deutscher Meister)
07/1980 - 06/1982Jürgen Sundermann
07/1979 - 06/1980Lothar Buchmann
07/1976 - 06/1979\tJürgen Sundermann
04/1976 - 06/1976Karl Bögelein
07/1975 - 03/1976István Sztáni
12/1974 - 06/1975Albert Sing
12/1974 - 12/1974Fritz Millinger
07/1972 - 12/1974Hermann Eppenhoff
04/1972 - 06/1972\tKarl Bögelein
07/1970 - 04/1972Branco Zebec
07/1969 - 06/1970\tFranz Seybold
07/1967 - 06/1969Gunther Baumann
12/1966 - 06/1967Albert Sing
03/1965 - 12/1966Rudi Gutendorf
02/1965 - 03/1965Franz Seybold
05/1960 - 02/1965Kurt Baluses
07/1947 - 04/1960Georg Wurzer (Deutscher Meister)
07/1945 - 06/1947Fritz Teufel
07/1939 - 06/1941Josef Pöttinger
03/1939 - 04/1939Karl Becker
07/1936 - 06/1939Lony Seyderer
07/1934 - 06/1935\tEmil Gröner
08/1933 - 06/1936Fritz Teufel
07/1933 - 07/1933Willi Rutz
07/1931 - 06/1933\tund 07/1929 - 06/1930Emil Fritz
09/1927 - 12/1929Lajos Kovács
07/1924 - 06/1927Ted Hanney

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