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VfB-Vorstandsboss Wehrle legt ignoranten Führungsstil an den Tag

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Von: Niklas Noack

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Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, sitzt bei einer Pressekonferenz.
Alexander Wehrle will beim VfB Stuttgart mehr Kontrolle. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Vorstandsboss Alexander Wehrle bewies bei der Verpflichtung von Philipp Lahm, Sami Khedira und Christian Gentner einen ignoranten Führungsstil. Jetzt muss er sich zusammen mit Sportdirektor Sven Mislintat überlegen, ob man gemeinsam den VfB Stuttgart führen will. Ein Kommentar.

Stuttgart - Bei aller berechtigten Kritik an Thomas Hitzlsperger, eines muss man dem ehemaligen Vorstandschef des VfB Stuttgart lassen: Gemeinsam mit Sportdirektor Sven Mislintat bildete er immer eine Einheit, die geschlossen die sportliche Führungsetage des VfB repräsentierte.

Von solch einem Einklang ist man bei den Schwaben inzwischen weit entfernt. Mit dem Abgang von Hitzlsperger, der nach seiner öffentlichen Attacke gegen Präsident Claus Vogt nicht mehr haltbar war, schloss sich zwar eine Baustelle. Gleichzeitig öffnete sich mit dem Amtsantritt des Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle aber eine neue.

VfB Stuttgart: Alexander Wehrle will mehr Macht und Kontrolle

Der schätzt Mislintats Expertise, findet aber dessen Freiheiten zu groß, die ihm Vorgänger Hitzlsperger einräumte. Der vertraute Mislintat fast blind. Wehrle fordert dagegen mehr eigene Kontrolle beziehungsweise Macht ein und holte sich deshalb mit Philipp Lahm sowie Sami Khedira zwei klangvolle Berater an Bord, die mehr Sportkompetenz als er selbst vorzuweisen haben. Zusätzlich stellte er Mislintat im Stuttgarter Ex-Kapitän Christian Gentner einen Lizenzspielerleiter an die Seite.

Eine deftige Machtdemonstration gegenüber dem Sportdirektor, bei der Wehrle einen ignoranten Führungsstil an den Tag legte. Denn er hielt es nicht für nötig, Mislintat in seinen Umstrukturierungsplan einzuweihen oder sogar mitreden zu lassen. Wehrle ignorierte damit nicht nur die Verdienste Mislintats, der maßgeblich daran beteiligt ist, dass der VfB wieder mit frischem „Jung-und-Wild“-Image in der Bundesliga mitmischt. Er missachtete auch die Meinung vieler Fans, bei denen der Sportdirektor ein hohes Ansehen genießt.

Wehrle und Mislintat müssen für den VfB Stuttgart eine Einheit bilden

Dies bemerkte Wehrle erst, als ihm die skurrile Vorstellung von Lahm, Khedira und Gentner um die Ohren flog. Nur wegen des gewaltigen Echos in den sozialen Medien sah sich der VfB genötigt, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, worin Wehrle Fehler einräumte und Mislintat zähneknirschend versprach, das Beste aus der Situation zu machen.

Zwischen den Zeilen schwang aber mit, dass der Ärger zwischen den beiden, noch nicht verraucht ist. Folgerichtig wurden die ausstehenden Gespräche wegen der Vertragsverlängerung Mislintats bis Mitte November erst einmal aufgeschoben. Vorstandsboss und Sportdirektor sollten sich sowieso zunächst überlegen, ob sie an der Spitze des VfB Stuttgart eine Einheit bilden können - oder es überhaupt wollen.

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