Pressekonferenz am Mittwoch

Alexander Wehrle offiziell vorgestellt - neuer VfB-Vorstandsboss will „viel engere Kooperation“ mit Mercedes

  • Antonio José Riether
    VonAntonio José Riether
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Am Mittwoch wurde Alexander Wehrle als neuer Vorstandschef vorgestellt. Der Schwabe hat konkrete Pläne mit dem VfB Stuttgart, der Klassenerhalt hat jedoch Priorität.

Stuttgart - Die Rückkehr des neuen Vorstandschefs Alexander Wehrle zum VfB Stuttgart ist seit Montag offiziell. Am Mittwoch stellte sich der 47-Jährige auf einer Pressekonferenz, der auch Präsident Claus Vogt beiwohnte, bei seinem neuen Arbeitgeber vor. Der in Bietigheim-Bissingen geborene Funktionär, der Ex-Profi Thomas Hitzlsperger ablöst, wurde bei seiner Antrittsansprache etwas emotional, fokussierte sich allerdings auch auf die akuten Baustellen im Verein.

VfB Stuttgart: Alexander Wehrle kehrt in die alte Heimat zurück - „Herzensangelegenheit“

  • Alexander Wehrle
  • Geboren: 11. Februar 1975 in Bietigheim-Bissingen
  • Funktion beim VfB: Vorstandsvorsitzender
  • Weitere Tätigkeiten: DFL-Präsidiumsmitglied (seit 2019), DFB-Vorstandsmitglied (seit 2019)

Seine zweite Amtszeit beim Bundesligisten sei für ihn „eine Herzensangelegenheit“, so Wehrle. „Mein erster Tag am Montag war sehr emotional. Ich freue mich sehr, wieder zu Hause zu sein“, sagte der Schwabe, der von 2013 bis 2022 als Geschäftsführer die Geschicke beim 1. FC Köln leitete. Zuvor war Wehrle bereits von 2003 bis 2013 als Referent des Vorstandes beim VfB tätig, ehe es ihn in die Domstadt zog.

VfB Stuttgart: Alexander Wehrle spricht bei Vorstellung Klartext - „80 Millionen Euro Corona-Umsatzverlust“

Bei seiner ersten Presserunde in seiner neuen Position zeigte sich der neue Vorsitzende des VfB-Vorstands bereits voller Tatendrang. „Das Ziel ist, maximal sportlichen Erfolg zu erzielen, ohne die wirtschaftliche Existenz des Clubs zu gefährden“, so Wehrle, den die Herausforderung nach eigener Aussage reize. Auch die ökonomischen Einbußen in Zeiten der Pandemie konkretisierte der Wehrle sofort. „Über 80 Millionen Euro Corona-Umsatzverlust für den VfB Stuttgart sind ein Brett“, meinte er bei der Vorstellung.

Ein Ansatz dafür wäre die engere Bindung mit dem Hauptsponsor Mercedes-Benz. So kündigte Wehrle an, er wolle „Mercedes noch viel, viel enger in die Kooperation mit dem VfB bringen“. Bei der Suche nach einem neuen Investor werde er sich nicht hetzen lassen. „Es kann sein, dass wir noch einige Partner finden, die noch ein Prozent dazu holen oder eben auch einen größeren Partner. Da sind wir noch völlig offen. Wir machen es nicht um jeden Preis“, so die Ankündigung des neuen Vorstandschefs. „Wir müssen die Zeit bekommen, den richtigen zu finden, und die werden wir uns nehmen.“

VfB Stuttgart: Wehrle neuer Vorstandschef - Klassenerhalt wichtiger als Verlängerungen mit Coach und Sportdirektor

Sportlich gesehen baut auch Wehrle auf das Duo bestehend aus Chefcoach Pellegrino Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat. Trotzdem stellte er klar, dass das Erreichen des Klassenerhalts Vorrang vor einer möglichen Vertragsverlängerung der beiden „Schlüsselfiguren“ habe. Dennoch habe er mit den beiden Verantwortlichen einen „ganz klaren Fahrplan besprochen, wie wir bei dem Thema weiter vorgehen“, die längerfristige Bindung des Trainers sowie des Sportchefs sei ein „ganz wichtiges Thema“.

Wehrle zeigte sich offen „beeindruckt“ von den „sehr, sehr guten Gesprächen“ mit Pellegrino und Mislintat, die trotz der schwierigen Ausgangslage im Abstiegskampf „Gelassenheit und Ruhe“ ausstrahlen. „Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir jetzt die nächsten Wochen alles, wirklich alles, dem Klassenerhalt unterordnen“, gab das DFB-Vorstandsmitglied an. 

VfB Stuttgart: Präsident Claus überzeugt von Wehrle – Vorgänger Hitzlsperger stellt Job früher zu Verfügung

Auch Vereinspräsident Claus Vogt drückte angesichts der neuen Personalie seinen Optimismus aus. Wehrle bringe „sehr viel Profifußball-Erfahrung mit“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der VfB-Aktiengesellschaft. „Wir wollen gemeinsam den VfB in der Stadt, in der Region und in der Gesellschaft weiter positionieren“, so Vogts Vorhaben.

Ursprünglich hätte Wehrle den Chefposten etwas später übernehmen sollen, da Hitzlspergers Kontrakt noch bis Ende Oktober dieses Jahres gültig war. Allerdings einigten sich der ehemalige Nationalspieler und der Verein auf eine vorzeitige Auflösung des Arbeitspapiers, was Hitzlsperger vor einer Woche gegenüber der vereinseigenen Homepage begründete: „Der VfB muss sich voll und ganz auf das Ziel Klassenerhalt fokussieren.“ Dafür sei „ein reibungsloser, professioneller Übergang auf der Position des Vorstandsvorsitzenden jetzt das Beste“. Beim hochemotionalen 3:2-Sieg über den Konkurrenten FC Augsburg am vergangenen Samstag war der Ex-VfB-Profi verabschiedet worden. (ajr)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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