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VfB-Sportdirektor Mislintat wegen Matarazzo-Abschied aufgewühlt: „Das wäre nicht respektvoll genug gewesen“

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Von: Niklas Noack

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Sportdirektor Sven Mislintat stärkt seinem VfB-Trainer Matarazzo den Rücken.
Sportdirektor Sven Mislintat (r.) musste seinen Freund Pellegrino Matarazzo entlassen. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel/IMAGO

Nach mehr als zweieinhalb Jahren wurde Pellegrino Matarazzo als Cheftrainer des VfB Stuttgart entlassen. Sportdirektor Sven Mislintat machte die Entscheidung zu schaffen.

Stuttgart - Die Entscheidung, Pellegrino Matarazzo als Cheftrainer des VfB Stuttgart freizustellen, ist dem Sportdirektor wirklich nicht leicht gefallen. Doch nach einer stundenlangen Krisensitzung stand der Entschluss, den Mislintat seinem ehemaligen Coach letztlich selbst mitteilte.

„Das persönliche Gespräch war emotional, da jedem klar sein dürfte, dass Rino und ich nicht nur ein Sportdirektor-Trainer-Verhältnis hatten, sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis haben, und dann ist das mehr als doppelt schwierig“, sagte Mislintat im SWR-Interview, in dem er sich emotional aufgewühlt zeigte.

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VfB Stuttgart: Sven Mislintat und Pellegrino Matarazzo tranken zum Abschied Whiskey

Noch am Montagabend (10. Oktober) saß Mislintat bei Matarazzo zu Hause. Die beiden redeten stundenlang und tranken einen „guten Whiskey“, wie Mislintat verriet. Der Sportdirektor, der seit 2006 im Fußballbusiness unterwegs ist, machte keinen Hehl daraus, dass es „der traurigste Tag“ seiner Karriere war.

Mislintat sah keinen Ausweg mehr aus der Krise und führte als Grund für die Entlassung die „Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis“ auf. Trotz manch einer ansehnlichen Perfomance sammelte der VfB unter Matarazzo in neun Bundesligapartien nur magere fünf Zähler und feierte keinen einzigen Sieg. Ein schwacher Punkteschnitt, mit dem den Stuttgartern der dritte Abstieg innerhalb von sieben Jahren droht.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat wollte nicht im Voraus mit einem Nachfolger für Matarazzo verhandeln

Mit einem Nachfolger hatte Mislintat bis zur Matarazzo-Entlassung nicht verhandelt. Dies hätte er auch gar nicht gekonnt, wie er sagte: „Ich lebe es komplett mit und das kann ich nur, wenn ich nicht schon mit 43 anderen Trainern gesprochen habe. Das wäre nicht respektvoll genug gewesen für einen Trainer wie Rino, der beim VfB einer der außergewöhnlichen Trainer war.“

Inzwischen läuft die Trainersuche beim VfB auf Hochtouren, allerdings erschwert Mislintats ungewisse Zukunft die Verhandlungen. Was dem Sportdirektor bei der Auswahl der Matarazzo-Nachfolge wichtig ist? Mislintat: „Unser Ziel muss es sein, einen Trainer zu finden, mit dem man es sich auch wieder hundert Prozent vorstellen kann und wir uns relativ sicher sind, dass es lange geht, dass wir eine Kontinuität beibehalten - am liebsten wieder für tausend Tage, hundert Spiele und gerne noch mehr.“ 

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