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Timo Hildebrand: „Man kann die WM in Katar boykottieren“

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Von: Niklas Noack

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Timo Hildebrand ist beim Testspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Valencia zu Gast.
Timo Hildebrand war selbst als Ersatztorhüter bei der WM 2006 dabei. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

So umstritten wie das Turnier in Katar war noch keine Fußballweltmeisterschaft. Auch der deutsche Ex-Nationalspieler Timo Hildebrand hat eine klare Haltung dazu.

Stuttgart - Deutschland 2006, ein Sommermärchen. Auch Timo Hildebrand, damals Torhüter beim VfB Stuttgart, war dabei. Als einziger Spieler kam er zwar nicht zum Einsatz, doch an die Erlebnisse bei der WM im eigenen Land denkt der einstige deutsche Ersatzkeeper gerne zurück. Im Nachhinein warf sich allerdings noch ein dunkler Schatten über das Fußballfest, da es bei der Vergabe zur Korruption kam und deutlich wurde: Deutschland hatte sich die nötigen Stimmen und somit die WM gekauft.

Auch um Katar, Austragungsort der Winter-WM 2022, gibt es laufend neue Korruptionsvorwürfe, die besagen, das Land habe sich die WM durch Schmiergelder und Stimmenkauf erschlichen. Aber nicht nur deshalb wird die am 20. November startende Fußballweltmeisterschaft kritisch beäugt. Zusätzlich geht es um ein gesetzlich verankertes Verbot von Homosexualität, ausbleibende Frauenrechte und um tausende Arbeiter, die beim Bau von WM-Stadien ums Leben kamen.

WM in Katar: Timo Hildebrand fehlen die Worte

Zustände, die Hildebrand verärgern. Der ehemalige dritte Torhüter der deutschen Nationalmannschaft sagte in seiner Instagram-Story: „Die WM kostet Katar 220 Milliarden Euro. Das ist einfach krank. Je mehr ich darüber lese, jetzt auch das Statement des WM-Botschafters aus Katar, dass Schwulsein oder Homosexualität eine Geisteskrankheit sei, desto mehr fehlen mir die Worte.“

Hildebrand hat sich deshalb die Frage gestellt, wie man gegen die Ungerechtigkeiten, die sich in Katar abspielen, ankämpfen kann. Er sagte: „Ich glaube, man kann laut sein. Man kann diese WM boykottieren. Man kann die ganzen Funktionäre, die sich die Taschen vollgemacht haben, dafür verurteilen.“

Timo Hildebrand kritisiert Funktionäre, die für die WM in Katar verantwortlich sind

Spieler und Trainer will er aber nicht dafür verurteilen, dass sie an dem umstrittenen Turnier teilnehmen: „Die Spieler wollen einfach nur ihrem Job nachgehen und bei dem großen Event dabei sein. Es ist für einen Spieler mit das Größte bei einer WM dabei zu sein. Und es gibt aktuell keinen, der darauf verzichten will, was ich absolut nachvollziehen kann.“

Vielmehr muss sich die Kritik seiner Meinung nach an die FIFA richten, „an die Fußballverbände, an die ganzen habgierigen Offiziellen, die überhaupt entschieden haben, dass es eine WM in Katar gibt.“ Generell erhofft Hildebrand sich, dass „Bewegung hineinkommt“, denn es gehe um die „Zukunft des Fußballs.“

BW24 sprach zuletzt exklusiv mit Hildebrand, der einst mit Uli Hoeneß über veganes Essen gestritten hatte.

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