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Sven Mislintat: Sportdirektor des VfB Stuttgart – „Diamantenauge“ stellt den Kader der Schwaben zusammen

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Von: Antonio José Riether

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Meinungsstarker Sportdirektor: Sven Mislintat ist seit April 2019 für den VfB Stuttgart zuständig.
Meinungsstarker Sportdirektor: Sven Mislintat ist seit April 2019 für den VfB Stuttgart zuständig. © H. Langer/imago-images

Sven Mislintat ist kein gewöhnlicher Sportdirektor. Der erfahrene Strippenzieher des VfB Stuttgart hat eine bewegte Karriere als Trainer und Funktionär hinter sich.

Stuttgart – Seit Frühjahr 2019 leitet Sven Mislintat die sportlichen Geschicke beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Der ausgebildete Fußballlehrer und Funktionär war zu Beginn seiner Laufbahn bei Borussia Dortmund tätig und machte dort mit seinem besonderen Radar für talentierte Spieler auf sich aufmerksam. Nach einem Intermezzo in der englischen Premier League bei Arsenal London zog es Mislintat zurück nach Deutschland, genauer gesagt nach Stuttgart. Seitdem verfolgt er mit großer Hingabe das Ziel, den Bundesligisten sukzessive weiterzuentwickeln.

Sven Mislintat: Der Sportdirektor des VfB Stuttgart – 1998 begann seine Karriere bei Borussia Dortmund

Mislintat wurde 1972 in Dortmund geboren und wuchs im nicht weit entfernten Kamen auf. Über seine Zeit als aktiver Spieler ist nicht sonderlich viel bekannt. In der Oberliga-Saison 2002/03 bestritt er zehn Partien für den Lüner SV, der ebenfalls nicht weit entfernt von Dortmund liegt. Anschließend wechselte er zum damaligen SV Holzwickede, ebenfalls ein kleinerer Klub in der Nähe. Viel bedeutsamer als seine Leistungen als Amateurspieler ist allerdings sein Talent im Bereich Spielanalyse.

Zur Saison 1998/1999 begann Mislintat seine Tätigkeit als Analyst bei seinem Heimatverein BVB und führte diese trotz paralleler Aufgaben bei anderen Vereinen und Verbänden bis 2006 aus. So war er von 2000 bis 2002 Co-Trainer des VfL Kamen, für wenige Wochen unterstützte er die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2002 als Spielanalyst und arbeitete im selben Jahr für dreieinhalb Monate als Co-Trainer beim Oberligisten SC Westfalia Herne. Unter anderem assistierte er dabei dem Portugiesen José Morais, der später bei Real Madrid, Chelsea und Inter Mailand José Mourinhos rechte Hand werden sollte.

Sven Mislintat: Der Sportdirektor des VfB Stuttgart – er lotste Aubameyang, Dembélé und Co. zum BVB

Ab Oktober 2002 ließ er seine Nebentätigkeiten ruhen und schloss in der Folgezeit ein Studium der Sportwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum ab. Im Sommer 2006 wurde Mislintat beim BVB zum Scout ernannt und drei Jahre später sogar zum Chefscout befördert. Nach mehr als sieben Jahren bekleidete er ab 2017 die Rolle des Direktors Profifußball und Scout, ehe er seinen Verein zum Jahresende verließ. In seiner Zeit bei den Schwarz-Gelben war er für die Verpflichtungen vieler Profis verantwortlich. Auch große Stars wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé oder Shinji Kagawa, die für hohe Ablösesummen den Verein verließen, wurden auf seine Empfehlung hin unter Vertrag genommen.

Mislintats Transfers blieben im Ausland nicht unbemerkt, im Dezember 2017 wechselte der Mann mit der charakteristischen Langhaarfrisur nach England zum FC Arsenal. Bei den Londonern wurde der Funktionär als Leiter der Scouting-Abteilung, genauer gesagt als „Head of recruitment“, eingestellt und fädelte auch beim Premier-League-Klub so manchen Transfer ein. Neben dem Nationalkeeper Bernd Leno leitete er, wie zuvor im Diensten des BVB, auch den Transfer von Aubameyang ein. Anfang Februar 2019 endete allerdings das Kapitel Arsenal für Mislintat, der jedoch nur zwei Monate ohne Beschäftigung blieb.

Sven Mislintat: Sportdirektor des VfB Stuttgart – Nebentätigkeit im digitalen Bereich

Zum 11. April übernahm er als Sportdirektor beim VfB Stuttgart, wo er in kurzer Zeit bereits vieles bewegte. Kurz nach seinem Amtsantritt in der Schwabenmetropole stieg der Traditionsverein zwar ab, auch dank seiner Transfers gelang dem VfB jedoch die direkte Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. So war er beispielsweise für die Leihen von Gregor Kobel und Wataru Endo oder die Verpflichtungen von Silas Katompa Mvumpa und Sasa Kalajdzic verantwortlich. Endo und Kobel wurden nach dem Aufstieg jeweils fest gebunden, letzterer spülte im Sommer 2021 mit seinem Transfer zu Borussia Dortmund 15 Millionen Euro in die Kassen.

Doch nicht nur bei Vereinen leistete Mislintat offensichtlich gute Arbeit. Das „Diamantenauge“, wie er aufgrund seiner Fähigkeit, bereits frühzeitig vielversprechende Spieler zu entdecken, genannt wird, ist auch in einem anderen Bereich tätig. So war er im Jahr 2016 einer der Mitbegründer des Start-up-Unternehmens matchmetrics GmbH, das sich auf Datenanalyse im Fußball spezialisiert hat. Ziel des Unternehmens ist es, sportliche Leistungen von Athleten umfassend digital zu erfassen und entsprechend zu bewerten. Das Unternehmen gibt Vereinen, Verbänden, Vermittlungsagenturen und Scouts die Möglichkeit, ihre Abläufe über drei verschiedene Apps und Tools zu verbessern. (ajr)

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