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VfB Stuttgart: Die Abstiegsangst bestimmt das Handeln

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Von: Niklas Noack

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Der VfB Stuttgart hat sich mit den Verpflichtungen von Trainer Bruno Labbadia und Sportdirektor Fabian Wohlgemuth neu aufgestellt. Doch was steckt hinter der Neuausrichtung des Klubs?

Stuttgart - Kontinuität ist das Stichwort. Vor allem Ex-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger war es ein Anliegen, dass der künftige VfB Stuttgart für beständige Arbeit steht - hinsichtlich der Ausrichtung, mit Fokus auf die „jung und wild“-Philosophie, aber auch in Sachen Personal. Hitzlsperger wollte eine Fluktuation vermeiden.

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VfB Stuttgart: Alexander Wehrles Kontinuitätsversprechen

Seit April dieses Jahres ist Hitzlsperger Stuttgarter Geschichte. Doch auch sein Nachfolger, Alexander Wehrle, nimmt das Wort Kontinuität in den Mund. Ausgerechnet in der Pressemitteilung, in der die Neubesetzung des Sportdirektorpostens durch Fabian Wohlgemuth verkündet wurde, was viele verwunderte. Klar, Wehrle meinte damit nicht die personelle Kontinuität, sondern, dass man mit dem neuen Sportdirektor den Stuttgarter Weg weitergehen möchte. Doch die Wortwahl war zumindest unglücklich.

Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle und Präsident Claus Vogt stehen beim VfB Stuttgart auf der Tribüne.
Vorstandschef Alexander Wehrle (l.) ist der starke Mann beim VfB Stuttgart. © Hansjürgen Britsch/IMAGO

Zudem stellt sich nach der Verpflichtung von Bruno Labbadia sowieso die Frage, inwiefern Wehrles Kontinuitätsversprechen ehrlich ist. Denn der neu eingestellte Coach steht in erster Linie nicht dafür, eine junge, „wilde“ Mannschaft zu entwickeln, woraus VfB-Sportdirektor Wohlgemuth erst gar kein Geheimnis machte. Der sagte nämlich, man bräuchte „jetzt Erfahrung und Stabilität“.

Der VfB konzentriert sich auf den Abstiegskampf

Somit liegt der Fokus in Stuttgart nicht mehr auf einer Entwicklung über mehrere Jahre, wie es unter Ex-Sportdirektor Sven Mislintat und Hitzlsperger der Fall war. Vielmehr ist bei den neuen Bossen ein Tunnelblick auf den Abstiegskampf in den kommenden Wochen und Monaten entstanden, in denen „der Wind von vorn“ kommen werde, wie es Wohlgemuth ausdrückte. Man riecht quasi die Angst, die beim VfB Stuttgart vor dem erneuten Abstieg vorherrscht und nun eben in der Verpflichtung des Feuerwehrmanns Bruno Labbadia mündete.

Einerseits verständlich, denn ein erneuter Absturz in die Zweitklassigkeit wäre für den finanziell angeschlagenen Klub fatal. Andererseits stellt man sich die Frage, ob man sich deshalb von der unter Hitzlsperger und Mislintat erst wiederentdeckten Vereinsidentität verabschieden sollte?

VfB-Boss Wehrle hat diese zumindest untergeordnet und vermittelt nur bedingt, wie er sich den Klub aus Cannstatt in der Zukunft vorstellt. In der Verkündung von Wohlgemuth als neuen Sportdirektor träumte er zwar von „offensivem“ und „leidenschaftlichem Fußball“, ansonsten hielt er sich jedoch zurück, weshalb man sich immer mehr fragen muss, was Wehrle mit dem VfB überhaupt vorhat.

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