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Schwul-lesbischer Fanklub in Stuttgart: „WM in Katar ist ein Unding“

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Von: Niklas Noack

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Eine Eckfahne des VfB Stuttgart als Zeichen für Toleranz in Regenbogenfarben.
Eine Eckfahne des VfB Stuttgart als Zeichen für Toleranz in Regenbogenfarben. © Jan Huebner/IMAGO

Auch wegen des Homosexuellen-Verbots in Katar steht die WM mächtig in der Kritik. Für Jens Kohler vom schwul-lesbischen Fußballfanklub „Junxx“ in Stuttgart ist die Austragung ein „Unding“.

Stuttgart - Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, ist offen schwul. Dennoch wird der Funktionär, wenn am 20. November die WM startet, in Katar sein. Als Mitglied der DFB-Delegation unterstützt er dann die Deutsche Nationalmannschaft. „Mittelalterliche Vorstellungen“ ändern daran nichts, stellte Wehrle in einem Gastbeitrag bei der Bild klar.

Was der VfB-Chef damit meinte, wurde erst wieder in einem aktuellen ZDF-Interview deutlich, in dem der WM-Botschafter Khalid Salman sein homophobes Weltbild zur Schau stellte. Er bezeichnete Schwulsein als „geistigen Schaden“ und als Sünde.

Jens Kohler vom schwul-lesbischen Fußballfanklub „Junxx“ in Stuttgart boykottiert die WM in Katar

Äußerungen, die Jens Kohler vom schwul-lesbischen Fußballfanklub „Junxx“ in Stuttgart, „empörend“ findet. Gegenüber BW24 sagte er: „Dass diese WM nun in einem Staat stattfindet, in dem Homosexualität immer noch verboten ist und Frauenrechte mit Füßen getreten werden, ist für mich ein Unding.“ Deshalb habe er auch für sich selbst entschieden, die Weltmeisterschaft zu boykottieren.

Kohler zeigte sich vor allem von den Verbänden enttäuscht. Seiner Meinung nach hätten diese „sich zusammenschließen sollen und mehr auf Einhaltung bestimmter Kriterien und Menschenrechte pochen sollen.“ Dass sich vereinzelt Spieler kritisch geäußert haben, reicht dem Fan des VfB Stuttgart derweil nicht, immerhin reise jetzt trotzdem „der ganze Zirkus da runter“. „Es ist halt ein Unterschied, ob man es nur verbal kritisiert oder auch ein tatsächlicher Boykott durchgezogen wird. Das ist dann halt das Business. Leider muss man sagen“, meinte Kohler weiter.

VfB-Fans protestieren mit deutlichen Worten gegen die WM in Katar

Für das Mitglied des schwul-lesbischen Fanklubs sei es wichtig, zu zeigen, dass es nicht egal ist, was in Katar passiere und verwies auf vereinzelte Demos vor den katarischen Konsulaten in München und Berlin. Für ihn selbst spielt die WM in Katar allerdings eine untergeordnete Rolle. Denn als VfB-Fan „steht der Verein für mich an erster Stelle.“

Auch die Fans des VfB Stuttgart machten zuletzt deutlich, was sie von der WM in Katar halten. Am Rande des Bundesligaspiels gegen Hertha BSC hissten sie unter anderem ein Banner mit der Aufschrift „Peitsche für Wehrle, Knast für Hitz? Die WM in Katar ist ein Witz“. Damit spielten sie darauf an, was Wehrle und Ex-VfB-Boss Thomas Hitzlsperger, die beide offen schwul leben, im Wüstenstaat blühen könnte. Weil Katar in den kommenden Wochen jedoch im Rampenlicht der Welt stehen wird, dürfte es aber sicherlich bei einem theoretischen Worst-Case-Szenario bleiben.

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