1. bw24
  2. VfB Stuttgart

VfB-Trainer Matarazzo kämpft um seinen Job und kritisiert erstmals öffentlich seine Spieler

Erstellt:

Von: Nadja Pohr

Kommentare

Pellegrino Matarazzo bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg
In der Pressekonferenz nach der Pleite gegen den VfL Wolfsburg kritisierte Pellegrino Matarazzo erstmals einige Spieler des VfB Stuttgart für ihr Auftreten. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

Seit mehr als 1000 Tagen ist Pellegrino Matarazzo Trainer beim VfB Stuttgart. Doch nach acht sieglosen Spielen wird es langsam eng für den Coach. Er muss um seinen Posten kämpfen.

Stuttgart - Am 8. Spieltag traf der VfB Stuttgart im Kellerduell auf den VfL Wolfsburg. Für beide Mannschaften war ein Sieg dringend notwendig. Während die Schwaben endlich ihren ersten Dreier einfahren wollten, wollten die Wölfe ihren Trainer Niko Kovac retten, dessen Job vom Ergebnis der Partie abhängig gemacht wurde. Am Ende siegte der VfL in der Nachspielzeit und stürzte den VfB damit tiefer in die Krise.

Denn jetzt ist es nicht mehr Kovac, der vor dem Aus steht, sondern Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo, der bangen muss. Bei den VfB-Anhängern kommen langsam Unruhen auf: Matarazzo ist bei vielen Fans nicht mehr unantastbar. Zwar bekam der Coach nach der Pleite in Wolfsburg sofort Rückendeckung von Sportdirektor Sven Mislintat, doch der gebürtige US-Amerikaner weiß, dass er langsam um seinen Trainer-Job kämpfen muss.

VfB Stuttgart: Matarazzo kritisiert erstmals seine Spieler nach einer Niederlage

Dass der VfB Stuttgart in der neuen Saison immer noch sieglos ist, lässt den Druck enorm wachsen. Coach Matarazzo, der sich in seiner Amtszeit bisher so gut wie nie über einzelne Spieler negativ äußerte, zählt einige nun bewusst in der Pressekonferenz an - ein erstes Indiz dafür, dass es für ihn ernst wird, wie die Bild vermutet. Hiroki Ito rücke beispielsweise nicht schnell genug aus der Kette, Neuzugang Zagadou stehe im „Niemandsland“ oder Kapitän Endo hätte den freien Mann finden können, lautet Matarazzos Kritik.

„Wenn ich Spieler bisher nie öffentlich kritisiert habe, liegt es daran, dass ich keinen Gewinn gesehen habe. Es ist immer die Frage, welche Auswirkungen öffentliche Kritik hat. Wenn ich denke, dass sie Spieler und Mannschaft guttut, würde ich auch öffentlich kritisieren“, sagte er noch vor dem Wolfsburg-Spiel. Für den VfB-Trainer ist nun also wohl die Zeit gekommen, um die Zügel anzuziehen.

Einige Faktoren erschweren Matarazzos Arbeit beim VfB

Nicht zum ersten Mal wird Pellegrino Matarazzo beim VfB Stuttgart infrage gestellt. Auch zum Ende der vergangenen Saison kam es zu Diskussionen um seine Person. Mit dem Klassenerhalt konnte er das Ruder jedoch noch einmal rumreißen. Für manche Fußball-Fans und Experten ist allerdings nicht der Trainer allein Schuld daran, dass man sich momentan wieder im Tabellenkeller vorfindet.

Befürworter von Matarazzo argumentieren, dass die Arbeit des Trainers durch einige Faktoren erschwert werden. So trainiere er das zweitjüngste Team in Europa und forme dadurch eher eine Mannschaft für die Zukunft als für die Gegenwart. Störend dabei können sicherlich auch die vereinspolitischen Entscheidungen, wie die Verpflichtung von Philipp Lahm, Sami Khedira und Christian Gentner sein. VfB-Boss Alexander Wehrle sorgte damit für eine Menge Diskussion und Ärger bei Fans und Mitgliedern, weil Sportdirektor Mislintat wohl nicht eingeweiht war.

Ob die Faktoren tatsächlich die Bedingungen erschweren und einen großen Einfluss auf die Trainerarbeit haben, ist eher fraglich. Klar ist trotz allem: Am Sonntag (9. Oktober, 19.30 Uhr, DAZN) muss Pellegrino Matarazzo im Heimspiel gegen Union Berlin die Kehrtwende schaffen, sonst wird die Luft dünner.

Auch interessant

Kommentare