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Fabian Wohlgemuth: Der Sportdirektor des VfB Stuttgart formt mit wenig Geld schlagkräftige Teams

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Von: Niklas Noack

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Sportdirektor Fabian Wohlgemuth vom VfB Stuttgart wird von Sky interviewt.
Sportdirektor des VfB Stuttgart: Fabian Wohlgemuth. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Fabian Wohlgemuth ist seit Dezember 2022 Sportdirektor des VfB Stuttgart und muss sich beim Bundesliga-Klub beweisen. Er gilt als Nachwuchsexperte.

Stuttgart – Aus dem beschaulichen Ostwestfalen vom SC Paderborn ist Fabian Wohlgemuth als Sportdirektor zum VfB Stuttgart gewechselt. Dort trat er das schwere Erbe seines Vorgängers Sven Mislintat an. Wohlgemuth soll den eingeschlagenen Weg hinsichtlich der „jung-und-wild“-Philosophie bei den Schwaben fortsetzen.

Fabian Wohlgemuth: Die Spielerkarriere des Sportdirektors vom VfB Stuttgart

Fabian Wohlgemuth ist in Berlin geboren. Dort startete er seine aktive Fußballerkarriere und durchlief zunächst von 1994 bis 1998 beim Ost-Klub BFC Dynamo die Jugendstationen, bevor er zu Croatia Berlin wechselte. Im weiteren Verlauf spielte er für Lichtenberg 47, Tennis Borussia Berlin, Hansa Rostocks Reserve sowie dem Chemnitzer FC. Über die Regionalliga hinaus reichte es für den Verteidiger aber nicht. Im noch jungen Alter von 22 Jahren musste er aufgrund einer Knieverletzung seine Sportlerkarriere beenden.

Wohlgemuth machte erste Funktionärsschritte beim Hamburger SV

Doch seiner Leidenschaft Fußball wollte Wohlgemuth treu bleiben. Er absolvierte zunächst beim Hamburger SV ein Praktikum, bevor er begann, im Nachwuchsleistungszentrum des HSV zu arbeiten. Dort kletterte er stetig die Karriereleiter nach oben: Erst wurde er Assistent des NLZ-Leiters, ehe er eine eigene Scouting-Abteilung mit aufbaute. Zudem stand er bei der Hamburger U17 als Co-Trainer an der Seitenlinie.

VfL Wolfsburg klopfte bei Fabian Wohlgemuth an

Fabian Wohlgemuth sammelte immer mehr vielschichtige Erfahrungen und galt längst als NLZ-Experte, weshalb 2011 der VfL Wolfsburg auf ihn aufmerksam wurde. Bei den Niedersachsen übernahm der Berliner ebenfalls zunächst einen Trainerjob, diesmal aber als Chef der U16. Nachdem sich der bisherige NLZ-Leiter Jens Todt von den Wölfen verabschiedet hatte, übernahm Wohlgemuth sein Amt. Sieben Jahre leitete er im VfL-Nachwuchsbereich das Geschehen.

Bei Holstein Kiel wurde Wohlgemuth zum Geschäftsführer Sport

Von Wolfsburg aus ging es für Wohlgemuth anschließend weiter in den Norden, zu Holstein Kiel. Bei den Störchen wurde er 2018 Geschäftsführer Sport. Allerdings blieb der Erfolg aus. Wurde der KSV im ersten Jahr unter Wohlgemuth in der 2. Bundesliga noch Sechster, folgte in der anschließenden Saison ein Tief. Als Kiel nach neun Spieltagen auf dem 16. Platz rangierte, musste Wohlgemuth gehen. Der damalige Störche-Trainer André Schubert wurde schon zuvor entlassen und durch Olé Werner ersetzt.

Einst arbeiteten Steffen Baumgart und Fabian Wohlgemuth beim SC Paderborn zusammen.
Einst arbeiteten Steffen Baumgart (l.) und Fabian Wohlgemuth beim SC Paderborn zusammen. © Noah Wedel/IMAGO

Fabian Wohlgemuth blühte beim SC Paderborn auf

Dass er den Job als Geschäftsführer Sport drauf hat, bewies Wohlgemuth schließlich beim SC Paderborn. In Ostwestfalen übernahm der Berliner im Mai 2020 das Ruder, nachdem der SCP aus der Bundesliga abgestiegen war. Eine schwierige Zeit für einen Klub, der nicht auf Rosen gebettet war. Dennoch gelang es Wohlgemuth, eine fürs Unterhaus schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, die mit dem damaligen Paderborner Trainer Steffen Baumgart solide performte.

Später unter Coach Lukas Kwasniok entwickelten sich die Ostwestfalen stetig. So folgte nach Rang neun in der Saison 2021/22 ein siebter Platz. Wohlgemuth erarbeitete sich in dieser Zeit beim SC Paderborn den Ruf, aus wenigen finanziellen Mitteln viel herauszuholen.

Wohlgemuth heuerte beim VfB Stuttgart an

Wohlgemuths Geschick auf dem Transfermarkt hat ihm schlussendlich auch den Job beim VfB Stuttgart ermöglicht, wo er schließlich als Sportdirektor anheuerte. Der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle lotste den talentierten Manager im Dezember 2022 als Nachfolger des entlassenen Sven Mislintat von Paderborn an den Neckar.

Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Trainer Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart schauen sich das Testspiel gegen den FC Luzern an.
Unter ihnen weht ein anderer Wind in Stuttgart: VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth (l.) und Trainer Bruno Labbadia. © Pressefoto Baumann/IMAGO

Nach der Verpflichtung sagte Wehrle: „Fabian Wohlgemuth passt perfekt in unser Profil. Er hat zuletzt in Paderborn bewiesen, dass er auch mit überschaubaren Mitteln einen werthaltigen Kader zusammenstellen kann, der offensiven, leidenschaftlichen Fußball spielt. Zudem bringt er große Erfahrung im Nachwuchsbereich mit.“ Mit VfB-Trainer Bruno Labbadia muss Wohlgemuth den VfB in der Bundesliga stabilisieren.

 

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