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Ex-VfB-Boss Thomas Hitzlsperger witzelt bei Diversitäts-Debatte: „Tante Käthe ist ja dabei“

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Von: Niklas Noack

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Eine Expertengruppe aus sieben mächtigen Männern des Fußballs soll nach dem frühen WM-Aus den DFB zurück in die Spur führen. Viele kritisieren dabei die fehlende Diversität - auch Thomas Hitzlsperger äußerte sich.

Stuttgart - Die Katar-WM hängt dem Deutschen Fußballbund (DFB) noch nach. Zum zweiten Mal in Folge verabschiedete sich die Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft in der Vorrunde. Dass es deshalb so nicht weitergehen konnte, war schnell klar. Als erste Konsequenz trat Geschäftsführer Oliver Bierhoff zurück.

Doch wie geht es weiter? Um den DFB zurück in die Spur zu führen, wurde jetzt eine Expertengruppe gegründet, die DFB-Präsident Bernd Neuendorf leitet. In dieser sind mit DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke, Karl-Heinz Rummenigge, Rudi Völler, Oliver Kahn, Matthias Sammer und Oliver Mintzlaff sechs weitere mächtige Männer des Fußballs vertreten.

Almuth Schult kritisiert Zusammensetzung der DFB-Expertengruppe: „Diversität komplett auf die Seite gestellt“

Eine Zusammensetzung, die durchaus kritisiert wurde. Nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch von Torhüterin Almuth Schult, die bei der WM in Katar als TV-Expertin im Einsatz ist. Im ARD-Studio sagte Schult, sie wisse nicht, was sie davon halten solle: „Der DFB spricht immer in den letzten Jahren und auch gerade im Vorfeld dieser WM von Diversität, von einem Wandel, der stattfinden muss, dass man sich modern aufstellen muss. Und jetzt, wenn es in eine Krise geht, wirft man das alles über Bord.“

Weiter sagte die Fußballerin: „Plötzlich hat man die Leute, die schon immer im Fußball waren, die die Geschicke in den letzten Jahren gelenkt haben - die sind wieder dort. Die Diversität wird komplett auf die Seite gestellt. Der DFB-Präsident spricht selber davon, dass man Erfahrung aus dem Männerfußball braucht und auch Akzeptanz für alle hat, die dann im Männerfußball sind. Das ist ein Punkt, den kann ich einfach nicht verstehen.“

Thomas Hitzlsperger erlaubt sich Witz zu Rudi Völler

Präsident Neuendorf verteidigte die Zusammenstellung des Expertenrats und gab zu: „Es war nicht unser erstes Kriterium, hier für Vielfalt und Diversität zu sorgen, das machen wir an anderer Stelle im Verband.“

Auch Thomas Hitzlsperger ist als Experte in der ARD-Runde dabei. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart konnte sich beim Thema Diversität einen Witz nicht verkneifen: „Tante Käthe ist ja dabei.“ Damit meinte er Völler, der aufgrund seiner Lockenfrisur so genannt wird.

Thomas Hitzlsperger ist als TV-Experte bei der WM in Katar im Einsatz.
Thomas Hitzlsperger ist als TV-Experte bei der WM in Katar im Einsatz. © Sportfoto Rudel/IMAGO

Mit am Tisch saß außerdem VfB-Berater Sami Khedira, der einerseits sagte: „Die Leute, die jetzt da sitzen: Das sind nicht irgendwelche Heinis, die da herkommen. Sie haben es nicht unbedingt nötig, in diese Position zu gehen.“

Andererseits machte der Ex-Profi deutlich, dass es sich um eine wichtige Debatte handle: „Aber klar, das Thema Diversität: Kann man das von der Altersstruktur anders aufgreifen, kann eine Frau dazu? Das ist ein Thema, das hinterfragt werden muss. Nur dürfen wir jetzt nicht alles schwarz sehen und alles schlecht reden.“

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