Corona-Maßnahmen im Stadion

„Fotos lösen Unbehagen aus“: Szenen vom VfB-Pokalspiel sorgen für Empörung

  • Valentin Betz
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Beim Pokalspiel des VfB Stuttgart waren im Stadion von Hansa Rostock wieder begrenzt Zuschauer erlaubt. Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann kritisierte danach deren Verhalten.

Stuttgart - Eigentlich könnte hierzulande das erste Pflichtspiel des VfB Stuttgart durchweg ein Grund zur Freude sein. Der VfB Stuttgart ist im DFB-Pokal weiter, doch Trainer Matarazzo war über die zweite Halbzeit trotzdem verärgert. Pellegrino Matarazzo ging es dabei allerdings um die Leistung seiner Mannschaft, die trotz Führung weiterhin unsicher spielte.

Über die Fans im Ostseestadion von Hansa Rostock - auch wenn es die gegnerischen waren - freute sich der Trainer des VfB Stuttgart hingegen. „Es war schön mal wieder ein Spiel mit Zuschauern zu erleben“, so Pellegrino Matarazzo nach dem Spiel. Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann zeigte sich über die Fans in Rostock im Anschluss allerdings weniger erfreut.

Nach Pokalspiel in Rostock: Susanne Eisenmann kritisiert Fußballfans wegen Corona-Maßnahmen

Beim Pokalspiel des VfB Stuttgart gegen Hansa Rostock im Ostseestadion waren erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder Zuschauer erlaubt. Insgesamt durften 7.500 Fußballfans auf die Ränge, Unterstützer des VfB Stuttgart mussten zuhause bleiben. Doch beim Blick in die Fangruppen war von Maßnahmen gegen das Coronavirus nicht viel zu sehen. „Die Fotos vom DFB-Pokalspiel in Rostock von Fans Schulter an Schulter und ohne Abstand und ohne Maske lösen in mir ein ziemliches Unbehagen aus“, erklärte Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann der Stuttgarter Zeitung im Anschluss.

Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann hat die Fans kritisiert, weil sie sich im Pokalspiel des VfB gegen Hansa Rostock nicht an die Corona-Maßnahmen hielten.

Susanne Eisenmann warnte daraufhin vor den fatalen Folgen für das Infektionsgeschehen, sollte unter den Zuschauern eine Person mit dem Coronavirus gewesen sein. „Was wir uns definitiv nicht leisten können, ist, dass ein Fußballspiel zu einem Superspreader-Event wird und in Folge dessen Schulen geschlossen werden müssen“, so Susanne Eisenmann.

Zuschauer im Stadion trotz Coronavirus - im Netz hagelt es Kritik für das Hygienekonzept in Rostock

Während Baden-Württembergs Sportministerin mahnende Worte für das Pokalspiel des VfB Stuttgart gegen Hansa Rostock fand, sah man das Spiel in der Regierung von Mecklenburg-Vorpommern als Erfolg. Sportministerin Stefanie Drese verlieh dem DFB-Pokalspiel das Prädikat „erfolgreich bestanden“. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig postete auf Twitter ein Video, auf dem die dicht gedrängten Zuschauer im Ostseestadion zu sehen sind. Doch statt Kritik stand in ihrem Post die Freude im Vordergrund. „Ich freue mich, dass wieder mehr Zuschauer ins Stadion können", schrieb Manuela Schwesig.

Auf Twitter waren offenbar nicht alle derselben Meinung. Zahlreiche Nutzer wandten sich nach deren Tweet direkt an Manuela Schwesig. „Die reduzierte Zuschauerzahl macht keinen Sinn, wenn man die Zuschauer nicht im Stadion verteilt und Blöcke nicht aufmacht. Abstand im Stehplatzbereich eine Farce“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer schreibt: „Jeden Morgen bringe ich meine Kinder mit Maske in den KiGa. Seit Monaten keine Umarmung für meine Eltern. Hier wird das alles für drei Becher Bier und miserablen Fußball ad absurdum geführt.“

Laut dpa beraten die Chefs der Staatskanzleien der Länder heute erneut über Zuschauer auch in Sport-Hallen. „Wenn sich die Länder auf einen bundesweit einheitlichen Vorschlag in der Zuschauer-Frage verständigt haben und auch bei uns in Baden-Württemberg wieder mehr Zuschauer in Stadien und Sporthallen kommen dürfen, muss dauerhaft und verlässlich gewährleistet werden, dass das Hygienekonzept für die Veranstaltungsstätte umgesetzt wird und die Besucher sich auch daran halten“, sagte Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann vor dem Treffen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Danny Gohlke/dpa

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