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Der VfB Stuttgart verliert mit Sven Mislintat sein Aushängeschild

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Von: Niklas Noack

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Sven Mislintat
Sven Mislintat wurde beim VfB Stuttgart entlassen. © Fotomontage BW24/IMAGO/Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat sich von Sportdirektor Sven Mislintat getrennt und verliert somit den Verantwortlichen, der den Klub in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt hat. Für Vorstandsboss Alexander Wehrle ist die Entlassung eine bequeme Lösung. Ein Kommentar.

Stuttgart - Eine Überraschung war es nicht mehr, als der VfB am Mittwochnachmittag (30. November) die sofortige Trennung von Sportdirektor Sven Mislintat verkündete. Zu lange hatte sich der Abschied bereits angedeutet, der für die Schwaben mal wieder eine Zäsur bedeutet.

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Sven Mislintat verkörperte beim VfB Stuttgart das Vereinsmotto „jung und wild“ wie kein anderer

Denn mit Mislintat verliert der VfB Stuttgart einen Mann, der den Klub in den vergangenen dreieinhalb Jahren so geprägt hat wie kein zweiter. Schon zu Zeiten von Thomas Hitzlsperger war es eben nicht der Vorstandschef, sondern Mislintat, der sportlich die Strippen zog und dem Verein mit den Transfers von zahlreichen Talenten zurück zur „jung und wild“-Philosophie verhalf.

Bereits als Scout bei Borussia Dortmund entdeckte Mislintat Spieler wie Pierre-Emerick Aubameyang, Robert Lewandowski und Ousmane Dembélé, was ihm den Ruf des „Diamantenauges“ einbrachte. Eine außergewöhnliche Fähigkeit, die er beim VfB mit Transfers von Silas Katompa Mvumpa, Sasa Kalajdzic oder Gregor Kobel erneut unter Beweis stellte. Mislintats VfB-Bilanz liest sich unterm Strich ebenfalls positiv. Immerhin gelang den Stuttgartern in seiner Ära die Bundesligarückkehr sowie zweimal der Klassenerhalt.

Der VfB Stuttgart wird Sven Mislintat vermissen

Frei von berechtigter Kritik ist der bisherige Sportchef jedoch nicht. Schon nach dem knappen Klassenerhalt in der vergangenen Saison kamen Zweifel auf, inwiefern es dem VfB-Kader an Erfahrung fehlt. Eine Frage, die sich in der laufenden Spielzeit weiterhin stellt.

Trotzdem werden die Schwaben Mislintat schmerzlichst vermissen. Nicht nur wegen seines schier unausschöpfbaren Knowhows in Sachen Scouting, sondern auch, weil er gerade nach dem Hitzlsperger-Abgang in die Rolle des schwäbischen Aushängeschilds hineingewachsen ist. Der Lewandowski-Entdecker, der aus Stuttgart eine Art BVB-Light-Version zu formen versuchte, polierte regelmäßig das Image des VfB auf.

Somit wurde Mislintat bei den Fans zum Sympathieträger. Innerhalb des Vereins dagegen eckte er gerade wegen seines ausgeprägten Egos bei manch einem an. Vor allem bei Alexander Wehrle, der sich unter den von Mislintat geforderten Bedingungen eine Zusammenarbeit nicht mehr vorstellen konnte. Für den Vorstandsboss, der selbst gerne in der Öffentlichkeit steht, ist die Entlassung Mislintats allerdings eine bequeme Lösung. Jetzt kann sich Wehrle einen Sportdirektor suchen, der sich ihm ohne zu murren unterordnet.

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