Kritik an Medien und Corona-Maßnahmen

VfB-Star Daniel Didavi: Es ist bedenklich, dass eine private Meinungsäußerung für einen Corona-Shitstorm sorgt

Gibt's jetzt auch Mittelfeld-Sorgen beim VfB? Daniel Didavi droht auszufallen!
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VfB-Spieler Daniel Didavi sieht sich nach Aussagen zu den Corona-Maßnahmen mit einem Shitstorm konfrontiert (Archivbild).
  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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Daniel Didavi, Mittelfeldspieler beim VfB Stuttgart, hat sich auf Instagram zu den Maßnahmen gegen das Coronavirus geäußert. Zusätzlich tauchten private Chatnachrichten auf, in denen er auf den Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen eingeht.

  • Daniel Didavi vom VfB Stuttgart lässt seine fast 20.000 Follower über Instagram auch an seinem Privatleben teilhaben.
  • Dort äußerte der VfB-Stuttgart-Spieler nun Kritik an den Medien und deren einseitige Berichterstattung zum Coronavirus.
  • Über Twitter wurden zudem private Chatnachrichten veröffentlicht, in welchen er eine mehrdeutige Meinung zum Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen vertritt.

Stuttgart - Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg ruht der Spielbetrieb in der 2. Bundesliga. Erst kommendes Wochenende rollt der Ball für den VfB Stuttgart wieder. Dann steht auch Daniel Didavi, Mittelfeldstratege des VfB Stuttgart, wieder auf dem Platz. Bei Instagram postet er regelmäßig Bilder von sich im VfB-Trikot, geht auf Spielergebnisse ein oder feiert seine Mannschaftskollegen. Immer wieder gibt er auch Einblicke in sein Privatleben. In einer Story äußerte er sich zur Berichterstattung über das Coronavirus - und kassierte dafür üble Kritik.

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Daniel Didavi (VfB Stuttgart): Aussagen zu Coronavirus sorgen für Shitstorm

In den inzwischen nicht mehr verfügbaren Stories gibt VfB-Stuttgart-Spieler Daniel Didavi zu bedenken, dass Experten aus Angst, zur Zielscheibe von Hass zu werden, nicht mehr ihre Meinung zum Coronavirus und den Maßnahmen dagegen äußern würden. Das sei genauso gefährlich wie Verschwörungstheoretiker.

Daniel Didavi bemängelte, dass jeder, der beim Thema Coronavirus nicht mit der gängigen Meinung mitlaufe, als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt werde. Den Medien warf er pauschal vor, Panik zu schüren. Die Netzgemeinde unterstellte dem VfB-Spieler daraufhin selbst Sympathie und Nähe zu Verschwörungstheorien, stellte ihn sogar in eine rechte Ecke.

Hinzu kamen private Chatnachrichten des VfB-Stuttgart-Spielers, die ein Nutzer auf Twitter veröffentlichte. Darin geht Daniel Didavi mehrdeutig auf den Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen ein und bezweifelt die Wirksamkeit des Lockdowns als Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus. Selbst SPD-Politiker Kevin Kühnert äußerte sich daraufin bei Twitter.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat verteidigt Daniel Didavi

Sven Mislintat, aktuell Sportdirektor beim VfB Stuttgart, verteidigte seinen Spieler, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten: „Es steht außer Frage, dass Daniel Didavi absolut niemand ist, der irgendwelchen rechten oder rechtspopulistischen Tendenzen zuzuordnen ist“, so Mislintat. „Sollte das irgendwo so interpretiert worden sein, oder sollte er das nicht vernünftig kommuniziert haben, so kenne ich ihn gut genug, um sagen zu können: Es ist lächerlich, so etwas anzunehmen.“

Mislintat stört vor allem, dass eine der Öffentlichkeit eigentlich nicht zugängliche Nachricht verbreitet wurde. „Was ich äußerst scharf verurteile, ist, dass das eine private Nachricht war, an jemanden, der diese öffentlich gemacht hat, ohne Daniel darüber zu informieren“, so der Sportdirektor des VfB Stuttgart.

Die Berichterstattung über ihn sieht Daniel Didavi als Bestätigung seiner Meinung

Natürlich ist die Aufregung darüber nachvollziehbar. Allerdings ist das Coronavirus in Baden-Württemberg und darüber hinaus ein sehr brisantes Thema. Selbst die Wissenschaft lernt jeden Tag Neues dazu und sammelt Erkenntnisse, um die Pandemie besser zu verstehen. Umso wichtiger ist es da, sich auf Fakten zu konzentrieren, wenn man seine Meinung dazu äußert. Zahlen müssen sinnvoll interpretiert und in den richtigen Kontext gesetzt werden. Sich als bekannter Fußballspieler des VfB Stuttgart mit sehr vagen und mehrdeutigen Chatnachrichten an einen Fremden zu wenden, ist gelinde gesagt doch sehr naiv.

Daniel Didavi sah die Berichterstattung über seine Äußerungen indes als Bestätigung seiner Meinung. In einer später aufgenommenen Instagram-Story erklärt der VfB-Stuttgart-Spieler, dass man an seinem Beispiel sehr gut erkennen könne „in was für eine gefährliche Richtung wir uns grade entwickeln.“ Gleichzeitig betonte Didavi, dass er sich bemühe, sich selbst eine Meinung zu Themen zu bilden.

Dabei stellte Daniel Didavi auch klar: „Ich höre mir sehr viele Sachen an und vieles davon ist mit Sicherheit auch Bullshit.“ Er mache sich Sorgen um die Zukunft und sei sich nicht sicher, ob der momentan beschrittene Weg der richtige ist. Nach seinem persönlichen Empfinden sei vieles im Moment nicht schlüssig und zudem undurchsichtig. Der VfB-Stuttgart-Star betonte erneut: „Es gibt gerade nur noch Schwarz und Weiß.“ In Bezug auf das Coronavirus glaubt Daniel Didavi aber: „Bei so einem Thema muss es auch Grau geben dürfen.“

Daniel Didavi hält sich trotzdem an die Maßnahmen

In seinen Instagram-Stories weist Daniel Didavi darauf hin, dass er sich an die Auflagen und Maßnahmen halte. Auch seine Fans fordert er dazu auf, sich an die Regeln zu halten. Den Vorwurf, er würde Verschwörungstheoretiker unterstützen, kommentierte der Spieler des VfB Stuttgart mit den Worten: „Ich hab nirgendwo irgendwelche Sachen von so genannten Verschwörungstheoretikern publiziert, also gar nichts in diese Richtung. Ich hab einfach nur eine Meinung geäußert.“ Ken Jebsen, dem Didavi auf Instagram gefolgt war, folgt er inzwischen nicht mehr.

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