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Sollte der Befreiungsschlag in Wolfsburg ausbleiben: VfB-Fan René befürchtet baldige „Trainer raus!“-Rufe

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Von: Niklas Noack

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VfB-Fan René fühlt mit dem schwäbischen Traditionsverein.
VfB-Fan René (57) fühlt mit dem schwäbischen Traditionsverein. © BW24/Fotomontage/IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

In der BW24-Kolumne „Euer VfB - der Fantalk“ kommt Ihr zu Wort. Vor dem wichtigen Stuttgarter Auswärtsspiel gegen den VfL Wolfsburg haben wir mit Anhänger René (57) gesprochen.

Stuttgart - René ist seit 1977 Fan des VfB Stuttgart und hat zwischen 1978 und 1981 selbst in der Jugend des schwäbischen Traditionsvereins gespielt. Bei Facebook ist er einer der Verantwortlichen der Gruppe „VfB Stuttgart Fans“, die auf der sozialen Plattform mit mehr als 17.000 Mitgliedern eine der größten VfB-Fangruppen ist.

Auf einer Skala von 0 bis 10: Wie geht es Dir, René, wenn Du an den VfB Stuttgart denkst?

Fünf! Es ist aktuell nicht ersichtlich, wohin die Reise geht. Die Ergebnisse sprechen leider eine eindeutige Sprache. Ich habe dennoch die Hoffnung, dass wir die Kurve kriegen, denn im Umkehrschluss haben wir bislang noch kein Spiel gesehen, in dem wir dem Gegner hoffnungslos unterlegen waren. Gegen alle Gegner hätten wir mehr Punkte holen können, nein, sogar müssen!

VfB Stuttgart: „Mit Sami Khedira und Phillipp Lahm ist Wehrle ein guter Schachzug gelungen“

Sollen die Sportkompetenz beim VfB Stuttgart erweitern: Sami Khedira, Philipp Lahm und Christian Gentner.
Sollen die Sportkompetenz beim VfB Stuttgart erweitern: Sami Khedira, Philipp Lahm und Christian Gentner. © Julia Rahn/IMAGO

Deine Meinung zu den Irritationen um den Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle und Sportdirektor Sven Mislintat.

Ich mag Sven Mislintat sehr und würde mich freuen, wenn er noch lange beim VfB bleiben würde. Allerdings nicht um jeden Preis. Denn Hand aufs Herz, seine Kaderplanung, auch wenn das viele anders sehen, hat uns bis jetzt keinen Aubameyang, Lewandowski oder Dembelé hervorgebracht.

Klar sind hier auch die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. Aber ob ein Verein erfolgreich ist, hängt letztlich auch von der Qualität des Kaders ab. Im letzten Jahr durfte man durchaus von einem extremen Verletzungspech reden, aber dieser Vorwand gilt diesmal nicht.

Name:René
Alter:57 Jahre
Beruf:erst Maler und Lackierermeister, jetzt Bauprojektmanager
VfB-Fan seit:1977

Mit Sami Khedira und Phillipp Lahm ist VfB-Chef Wehrle ein guter Schachzug gelungen, denn mit deren Netzwerk und Erfahrung können sie Stuttgart als Berater nur guttun. Sie können zudem mithelfen, das Ansehen des Vereins zu verbessern und es dem einen oder anderen Spieler schmackhaft machen, sich das Trikot mit dem Brustring überzustreifen. 

Für mich scheint Wehrles Aktion, hinter vorgehaltener Hand, aber auch ein Plan B zu sein. Für den Fall, dass sich Mislintat aus diesem oder jenem Grund plötzlich verabschieden sollte. Gentner als Leiter der Lizenzspielerabteilung an den VfB zu binden, finde ich auch okay. Allerdings hätte ich ihm zunächst eine andere Funktion gegeben. Schließlich ist „Gente“ ein absoluter „Newbie“. Und ob das später mit Mislintat und Matarazzo alles so glattläuft, bleibt auch abzuwarten.

VfB-Fan René über Atakan Karazor: „Ich glaube an seine Unschuld“

Atakan Karazor vom VfB Stuttgart steht gegen den FC Bayern München auf dem Platz.
Atakan Karazor ist für den VfB Stuttgart ein wichtiger Stabilisator. © Michael Weber IMAGEPOWER/IMAGO

Zum Thema Atakan Karazor. Gegen den VfB-Profi wird wegen des Vorwurfs der sexuellen Nötigung ermittelt. Trotzdem lässt ihn der VfB Stuttgart vor Tausenden von Zuschauern in der Bundesliga auflaufen. Wie findest Du das Vorgehen des VfB und würdest Du bei einem Tor Karazors jubeln?

Klar würde ich jubeln. Ich glaube an die Unschuld Karazors. Erst recht, seitdem die Freundin des vermeintlichen Opfers ausgesagt hat, dass keine Gewalt stattgefunden hat. So hat das wohl die spanische Justiz auch gesehen, sonst säße er jetzt immer noch hinter Gittern. Für die Zukunft wird ihm das jetzt eine lehrreiche (und teure) Erfahrung gewesen sein, dass ihm so etwas garantiert nicht noch einmal passiert. Für den VfB hat sich Karazor im Laufe der Zeit zu einer festen Größe entwickelt und zurecht einen Stammplatz erkämpft.

Wenn Du VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo einen Tipp geben könntest, was würdest Du ihm sagen?

Ich mag nicht nur Sven Mislintat, ich mag auch den „Rino“. Ein supersympathischer Typ, dem ich von Herzen ganz viele Erfolge (mit unserem VfB) gönnen würde. Aber wir kennen (leider) alle das Geschäft. Wenn es jetzt am Samstag (1. Oktober, 15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg in die Hose geht, wird es ungemütlich. Das gemeine Volk wird lauter und die „Trainer raus“-Rufe werden folgen. Erst vereinzelt und dann werden es immer mehr. 2. Liga will keiner mehr. Und da gehören wir, trotz aller Demut, auch nicht hin.

Mein Tipp an „Rino“: Trotz aller Bewunderung für den Mut zur Jugend, ist es aber in fast allen Fällen so, dass die meisten erfolgreichen Teams aus einem gesunden Mix aus Talent, Erfahrung, Wille und Können geformt sind. Die richtige Mischung macht’s.

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