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Bruno Labbadia: Der ständige Rückkehrer hat erneut den VfB Stuttgart übernommen

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Von: Niklas Noack

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Bruno Labbadia ist als Trainer des VfB Stuttgart auf die Bundesligabühne zurückgekehrt. Der Coach hat in seiner Karriere schon einiges erlebt.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart setzt auf Erfahrung. Nach der Freistellung Pellegrino Matarazzos und als Nachfolger des Interimstrainers Michael Wimmer verpflichteten die Schwaben Bruno Labbadia als neuen Cheftrainer. Der nahm die Herausforderung an, den Verein für Bewegungsspiele, der zum Zeitpunkt von Labbadias Amtsantritt auf dem Relegationsplatz verweilte, zum Klassenerhalt zu führen.

VfB Stuttgart: Bruno Labbadia wuchs in einfachen Verhältnissen auf

Labbadia ist in Darmstadt als Sohn italienischer Gastarbeiter geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf einem Bauernhof im hessischen Schneppenhausen auf. Sein Vater hatte einen Job als Tiefbauarbeiter, während seine Mutter in einer Gardinenstangenfabrik sowie nebenbei als Putzkraft arbeitete.

Neben seiner Karriere als Fußballer entschied sich Labbadia dazu, eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann abzuschließen. Diese wurde aber schließlich obsolet, da der begabte Kicker zum Profi wurde.

Als Spieler wird Bruno Labbadia mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem FC Bayern München Deutscher Meister

Im Jahr 1984 entdeckte der Zweitligist SV Darmstadt 98 das damals 18-jährige Talent Labbadia. Dort zeigte sich der Stürmer umgehend torgefährlich und erzielte in drei Jahren satte 44 Treffer. Kein Wunder also, dass ihn anschließend der damalige Bundesligist Hamburger SV verpflichtete. In seinem ersten Bundesligaspiel erzielte der eingewechselte Labbadia gegen den FC Schalke 04 sein erstes Tor zum 5:2-Endstand.

1989 wechselte der Angreifer in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern. Dort gewann er 1990 zunächst den DFB-Pokal, bevor 1991 die Deutsche Meisterschaft folgte. Damals bildete er gemeinsam mit Stefan Kuntz ein furchteinflößendes Sturmduo, das den Betzenberg regelmäßig zum Beben brachte.

Nach diesen erfolgreichen Jahren lockte der FC Bayern Labbadia nach München. Mit dem deutschen Serienmeister durfte der Angreifer 1994 erneut die Schale gen Himmel stemmen. Im weiteren Verlauf seiner Spielerkarriere stand er beim 1. FC Köln, SV Werder Bremen, Arminia Bielefeld und dem Karlsruher SC unter Vertrag.

Bruno Labbadia als aktiver Spieler im Trikot des 1. FC Kaiserslautern.
Bruno Labbadia (r.) als aktiver Spieler im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel/Imago

Bruno Labbadia startete Trainerkarierre beim SV Darmstadt 98

Zum Start seiner Trainerkarriere kehrte Labbadia im Mai 2003 zu seinen Wurzeln zurück und übernahm bei Darmstadt 98 den Job an der Seitenlinie. Mit den Hessen stieg er in seiner Premierensaison in die Regionalliga auf. Nach der Saison 2005/06 und dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga verließ Labbadia seinen Heimatklub wieder.

Zur Spielzeit 2007/08 gelang dem Coach dennoch der Sprung ins Bundesligaunterhaus, da er die SpVgg Greuther Fürth von seinen Fähigkeiten überzeugen konnte. Bei den Franken wusste Labbadia zu überzeugen und führte die Spielvereinigung auf den sechsten Rang.

Bruno Labbadia feierte sein Bundesligadebüt als Trainer von Bayer 04 Leverkusen

Dies reichte aus, um das Interesse an seiner Person in der Bundesliga zu wecken. So nahm zur Saison 2008/09 Bayer 04 Leverkusen den einstigen Mittelstürmer unter Vertrag. Bei der Werkself begann Labbadias Amtszeit erfolgreich. Mit Tuchfühlung zum Spitzenreiter, der TSG 1899 Hoffenheim, stand Leverkusen zur Winterpause auf dem fünften Tabellenrang. Die TSG hatte zu diesem Zeitpunkt nur drei Zähler mehr auf dem Konto.

In der Rückrunde folgte jedoch der Absturz und Leverkusen beendete die Saison auf einem enttäuschenden neunten Platz. Ein Trostpflaster war immerhin, dass die Werkself gegen Bremen im Pokalfinale stand, das jedoch mit 0:1 verloren ging. Am Ende dieser Spielzeit entließ die Werkself Labbadia und verpflichtete Jupp Heynckes.

Hamburger SV lotste Bruno Labbadia an die Elbe

Doch der nächste Bundesligajob für den Ex-Profi ließ nicht lange auf sich warten. So kehrte Labbadia schon im Sommer 2009 zum Hamburger SV zurück, wo er einst sein Bundesligadebüt als aktiver Spieler feierte. Auch hier begann die Amtszeit Labbadias zunächst erfolgreich, bevor der HSV ins Tabellenniemandsland abstürzte. Immerhin lief es aber in der Europa League, wo die Rothosen erst im Halbfinale an Fulham scheiterten. Dieser Erfolg rettete Labbadia aber nicht den Job: Im April 2010 zog der HSV die Reißleine und entließ Labbadia.

VfB Stuttgart: Labbadias erste Amtszeit bei den Schwaben

Seine bisher beste Zeit als Trainer hatte Labbadia zwischen Dezember 2010 und Januar 2013 beim VfB Stuttgart. Als er die Schwaben übernahm, stand der Klub auf dem 17. Rang und befand sich in akuter Abstiegsnot. Am Ende schloss Stuttgart die Saison gesichert mit 42 Punkten auf dem 12. Tabellenplatz ab. Damals standen Spieler wie Khalid Boulahrouz, Zdravko Kuzmanovic, Mauro Camoranesi oder Pavel Pogrebnyak im Kader der Stuttgarter.

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Bruno Labbadia (3.v.l.) steht im Jahr 2013 nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München vor dem Rathaus in Stuttgart. © imago/sportfotodienst

Erst Europa League, dann DFB-Pokalfinale: Für Bruno Labbadia und dem VfB Stuttgart lief es

Die Folgesaison startete dann furios. Denn nach dem ersten Spieltag grüßte der VfB infolge eines 3:0-Siegs gegen den FC Schalke 04 von der Tabellenspitze. Ganz so imposant ging es zwar nicht weiter, aber es blieb eine erfolgreiche Spielzeit, die Stuttgart auf Rang sechs beendete und sich somit für die Europa League qualifizierte.

Dort scheiterte Stuttgart im Achtelfinale an Lazio Rom. In der Bundesliga lief es zwar nicht mehr ganz so gut wie in der Vorsaison, dennoch landete der VfB mit 43 Punkten auf dem 12. Platz. Zudem zogen die Schwaben ins DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München ein, verloren dieses aber trotz einer starken Schlussphase mit zwei Treffern nach 0:3-Rückstand knapp mit 2:3. Nach drei Niederlagen in Folge zum Bundesligastart der Saison 2013/14 entließ der VfB Labbadia.

Bruno Labbadia landete erneut beim Hamburger SV

Im Anschluss tingelte Labbadia weiter durch die Bundesliga und kehrte zunächst zum stark abstiegsbedrohten Hamburger SV zurück und führte ihn in der Saison 2014/15 immerhin noch auf den 16. Platz. In der anschließenden Relegation rettete sich der HSV in einem Herzschlagfinale gegen den Karlsruher SC im aller letzten Moment vor dem Abstieg. In der Saison 2016/17 stellten die Hamburger Labbadia dennoch frei, nachdem dieser nur einen Dreier aus fünf Bundesligapartien eingefahren hatte.

Mit dem VfL Wolfsburg muss Bruno Labbadia schon wieder in die Relegation

Bundesligaklubs vor dem Abstieg retten, das kann Labbadia, wie er auch beim VfL Wolfsburg bewies. Mit dem Werksklub setzte er sich in der Spielzeit 2018/19 gegen Holstein Kiel in der Relegation durch. In der Folgesaison führte er die Wölfe auf Rang sechs, was die Qualifikation für die Europa League bedeutete. Dennoch verließ er die Autostadt, da er sich mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke zerstritt.

Bruno Labbadia coachte Hertha BSC

Seine vorerst letzte Trainerstation war bei der Berliner Hertha. Dort übernahm Labbadia in der Corona-Pause, im April 2020, als der Hauptstadtklub auf dem 13. Platz stand. Die Alte Dame schloss die Saison auf dem zehnten Rang ab. In der anschließenden Spielzeit wurde Labbadia gemeinsam mit Manager Michael Preetz entlassen, als die Berliner am 18. Spieltag der Saison 2021/22 auf dem 14. Platz standen.

Bruno Labbadia, inzwischen Trainer des VfB Stuttgart, ist hier noch als Coach von Hertha BSC zu sehen.
Bruno Labbadia ist als Trainer des VfB Stuttgart zurückgekehrt. © IMAGO/Cathrin Müller

VfB Stuttgart holte Erfolgstrainer Bruno Labbadia zurück

In der Saison 2022/23 entließ der VfB Stuttgart im Oktober zunächst Pellegrino Matarazzo, bevor im Dezember die Trennung von Interimstrainer Michael Wimmer erfolgte. Zeitgleich gaben die Schwaben die Rückholaktion von Bruno Labbadia bekannt, der am 12. Dezember 2022, auf den Tag genau zwölf Jahre nach seinem ersten Amtsantritt bei den Schwaben, das erste VfB-Training leitete.

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