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Zigarettenmangel in Deutschland: 12 Millionen Menschen betroffen

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Von: Jason Blaschke

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In den Läden könnten nach Speiseöl, Mehl und Reis auch Zigaretten knapp werden. Rund 12 Millionen Menschen in Deutschland wären davon betroffen.

Stuttgart – Seit Wochen tobt der Krieg in der Ukraine. Und seit Wochen merken das auch die Verbraucher in Deutschland – primär im Geldbeutel. Neben Energie- und Spritpreisen sind auch die Kosten für einfachste Alltags-Produkte deutlich gestiegen, etwa für das Speiseöl. Erst vor ein paar Wochen war dazu bekannt geworden, dass Kaufland Sonnenblumenöl für fast fünf Euro pro Flasche verkauft – auf Facebook löste dies einen heftigen Shitstorm aus.

Auch Zigaretten von Engpässen betroffen – „Lage aktuell angespannt“

Kaufland zockt die Leute aber auch ab, wo es nur geht“, schrieb dazu ein Nutzer. Ähnliche Kommentare waren zu lesen, als einige Wochen später das erste Grundnahrungsmittel im Einzelhandel knapp wurde. Allerdings nicht wegen Lieferengpässen – vielmehr vermuteten Experten panische Hamsterkäufe als Ursache, von denen vehement abgeraten wird. Von der Regierung heißt es, dass ein Lebensmittel-Notfallvorrat für etwa zehn Tage völlig ausreichend sei.

Eine Mitarbeiterin in einem Laden legt zwei Schachteln Zigaretten in den Kassenbereich.
Da die Situation auf den Rohstoffmärkten angespannt ist und es Probleme bei Papierlieferungen geben könnte, schließt Philip Morris Engpässen bei Zigaretten nicht aus (Symbolbild). © IMAGO / Fotostand

Aktuell kochen Lieferengpässe und panische Hamsterkäufe in Deutschland abermals hoch. Anlass hierfür ist Berichten von DerWesten zufolge die Ankündigung, dass es zu Engpässen bei Zigaretten kommen könnte. Allerdings ist nicht der Tabak, sondern vielmehr das Papier das Problem, denn die Lage auf den Rohstoffmärkten sei aktuell angespannt, teilt der weltweit größte Tabakproduzent, Philip Morris, mit.

Produktions- und Lieferkostensteigerung in der Tabakindustrie: „Problem wird immer größer“

Probleme, die aus Sicht des Verbands der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) die Tabakbranche weltweit betreffen. Als Auslöser nennt VdR-Hauptgeschäftsführer Michael von Foerster globale Lieferketten-Probleme und den knappen Frachtraum in Schiffen. „Auch für Unternehmen aus der Tabakbranche wird das Problem immer größer.“ Kostensteigerung bei Produktions- und Lieferkosten sind laut von Foerster auch in der Tabakindustrie deutlich spürbar.

Für die Unternehmen und letztlich auch die Verbraucher haben die Kostensteigerungen teils fatale Folgen. Insbesondere die sozial Schwächeren bekommen die Preisexplosionen für Energie oder Lebensmittel massiv zu spüren. Berichten von 24hamburg zufolge muss jeder Sechste auf eine Mahlzeit in der Hamburger Tafel verzichten, der Standort musste einen Aufnahmestopp verhängen. In Stuttgart kämpfen die Tafeln ebenfalls mit großen Problemen infolge des Kriegs in der Ukraine.

Auf Facebook löst die Meldung über drohende Engpässe bei Tabakprodukten Panik aus. „Die Welt steht nicht mehr lange, wenn ich keine Zigaretten mehr habe“, schreibt etwa eine Userin. „Da wird es gleich wieder Preiserhöhungen geben und der Steuerrubel lustig weiterrollen“, mutmaßt ein anderer. Im Panikmodus ist die Branche allerdings noch nicht. Auch, weil es primär um die Verpackungen und weniger um das eigentliche Produkt geht.

Facebook-Community mit geteilter Meinung: „Das ist mir sowas von egal“

„Unsere Mitgliedsunternehmen sind nicht betroffen, wir haben keine Lieferschwierigkeiten“, heißt es etwa vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartigen Erzeugnisse (BVTE), der alle großen Tabakkonzerne, ausgenommen von Philip Morris, vertritt. Auch auf Facebook sieht zumindest ein Teil der Community die Engpässe gelassen. „Stört mich überhaupt nicht – ich rauche nicht mehr“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer ergänzt: „Das ist mir sowas von egal.“

Wieder andere Facebook-User sehen die Engpässe auch als Chance, mit dem Rauchen aufzuhören. Erst vor ein paar Wochen hatte eine Studie ergeben, dass Frauen ein deutlich höheres Risiko haben, an den Folgen des Rauchens zu erkranken, als Männer. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge rauchen allein in Baden-Württemberg rund 19,6 Prozent der Frauen und 24,7 Prozent der Männer. In ganz Deutschland gibt es Berichten von rauchfrei-info.de etwa 12 Millionen Raucher.

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