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Übelkeit beim Reisen: Ihr solltet im Flugzeug nie ganz vorne oder hinten sitzen

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Von: Franziska Vystrcil

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Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel: Reisekrankheiten können den Start in den Urlaub verderben. Mit einigen Tricks wird der nächste Trip ein Kinderspiel.

Stuttgart - Der Start in den Urlaub soll etwas Schönes sein. Doch oftmals ist die Abreise mit Stress und Hektik verbunden. Wenn dann auch noch Reiseübelkeit ins Spiel kommt, ist die Vorfreude dahin. Besonders Kinder leiden oftmals unter Schwindel und Übelkeit in Auto, Bahn, Flugzeug oder auf dem Schiff. Aber auch Erwachsene bleiben davon nicht verschont. Die Reisekrankheit, im Fachmund Kinetose genannt, kann jeden treffen. BW24 erklärt die Entstehung, Symptome und was man am besten dagegen tun kann.

Kinetose: Wenn das Gehirn verrückt spielt

Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel bis hin zu Erbrechen - die Symptome einer Kinetose sind vielfältig. Doch sie alle gehen auf die gleiche Ursache zurück: Wenn unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr andere Bewegungen wahrnimmt, als unsere Augen sehen, ist unser Gehirn „verwirrt“, da es widersprüchliche Informationen empfängt. Am Beispiel Autofahren wird dies deutlich: Die Augen melden dem Gehirn den Innenraum des Fahrzeugs als etwas Stehendes und Unbewegliches. Gleichzeitig sendet das Gleichgewichtsorgan im Innenohr jedoch ein anderes Signal. Da es Schwankungen und Erschütterungen der Fahrt wahrnimmt, teilt es dem Gehirn mit: Wir sind in Bewegung.

Frau fühlt sich im Flugzeug krank
Viele Menschen leiden unter Reisekrankheiten. Im Flugzeug kann der Sitzplatz einen großen Unterschied machen. © leungchopan/imago images

Mit diesen gegensätzlichen Signalen kommen viele Körper nicht zurecht. Vor allem Kinder leiden oft unter der Reisekrankheit, da ihr Gehirn die verschiedenen Sinneseindrücke noch nicht richtig verarbeiten kann. Meist verliert sich die Reiseübelkeit mit der Zeit, jedoch kann es auch bis ins Erwachsenenalter anhalten.

Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel: Bei Reisekrankheiten ist der Platz entscheidend

Mit einfachen Mitteln kann jedoch etwas gegen Reisekrankheiten getan werden. Welches für einen selbst am besten funktioniert, muss allerdings jeder für sich herausfinden. Regel Nummer eins: Ablenkung ist die beste Medizin. Lesen oder Videos schauen am Handy oder Tablet ist dabei allerdings keine gute Idee. Mit diesen Aktivitäten verwirrt man das Gehirn noch mehr, die Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit könnten verstärkt werden. Hilfreicher sind da Spiele wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“, das Mitsingen von Liedern oder aber Kennzeichen raten.

Nicht nur Ablenkung ist wichtig, auch der richtige Sitzplatz kann viel ausmachen. Wem bei Fahrten schnell schlecht wird, sollte in Auto und Bahn möglichst vorne sitzen. In Letzterer stets in Fahrtrichtung. Im Auto sollten Reisekranke möglichst selbst fahren. So ist man auf die Fahrt konzentriert und nimmt äußere und verwirrende Sinneseindrücke weniger wahr. Wer nicht selbst fährt, sollte möglichst viel nach draußen schauen und dabei einen unbewegten Punkt am Horizont fixieren und sich auf diesen konzentrieren. Am besten auch das Fenster herunterlassen. Die Frischluft hilft gegen die Übelkeit.

Im Flugzeug sind offene Fenster und Kennzeichenraten natürlich nicht möglich. Doch auch hier kann man vorab etwas gegen Reisekrankheiten tun. Die Wahl des Sitzplatzes hilft hier enorm. Man sollte nie ganz vorne oder hinten im Flugzeug sitzen. Ratsam ist ein Platz am Gang in der Nähe der Tragflächen, da es dort nicht ganz so sehr wackelt. Wer Stress bei der Ankunft vermeiden will, sollte vorab einige Tricks beachten: Mit den richtigen Tipps geht das Gepäck auf Flugreisen nicht so leicht verloren.

Bei Reisen mit dem Schiff ist es ähnlich wie beim Fliegen: Am besten hält man sich in der Mitte auf. Dort ist der Seegang nicht zu sehr zu spüren. Wer sich an Deck aufhält, sollte gen Horizont schauen.

Kaugummi, Ingwer und Co.: Diese Mittel lindern die Symptome bei Reisekrankheit

Wenn von den genannten Tipps gar nichts helfen sollte, kann man noch auf ein paar weitere Kniffe zurückgreifen. So kann das Kauen von Kaugummi, aber auch von Obst und Gemüse die Symptome abschwächen. Auch Ingwer kann gegen Reiseübelkeit helfen. Der ist nicht nur für den nächsten Urlaub gut: Ingwer ist ein Booster fürs Immunsystem.

In Apotheken sind zudem spezielle Reisetabletten, Kaugummis und Pflaster erhältlich. Letztere werden von Ärzten in schweren Fällen von Reisekrankheit verschrieben. Die Pflaster enthalten Scopolamin und werden hinter dem Ohr aufgeklebt und gibt seinen Wirkstoff über die Haut ab. Jedoch sind auch diese nicht das Allheilmittel: Die Nebenwirkungen wie Schwindel oder Sehstörungen können extrem ausfallen. Auf der Vebraucher-Seite von BW24 findet sich unter anderem eine Checkliste für die Reiseapotheke, damit man bestens auf den Urlaub vorbereitet ist.

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