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Gasumlage ab 1. Oktober: Was tun, wenn der Vermieter die Miete erhöht?

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Von: Jason Blaschke

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Die Preise für Strom und Gas explodieren. Und wer in Miete wohnt, wird womöglich mit Mehrkosten-Forderungen vom Vermieter konfrontiert.

Stuttgart – Lebensmittel, Kraftstoffe und ab 1. Oktober 2022 auch noch die Gasumlage von 3,26 Cent pro Kilowattstunde, inklusive Mehrwertsteuer: immer tiefer müssen die Verbraucher in Baden-Württemberg und ganz Deutschland in die Tasche greifen. Um die finanziellen Folgen der Energiekrise zumindest etwas abzumildern, wurden von der Politik diverse Entlastungspakete beschlossen – ab September etwa die 300 Euro Energiepauschale.

Teurere Mieten wegen Gasumlage? Experte stellt klar, was nicht erlaubt ist!

In welchen Jobs die Verbraucher am meisten Energiepauschale netto bekommen, bestimmen primär die Faktoren Steuerklasse und Gehalt, denn das Energiegeld wird versteuert. Wofür das Geld eingesetzt wird, kann jeder für sich selbst entscheiden – jedoch kann es sinnvoll sein, die 300 Euro Energiepauschale in Sparplänen anzulegen, um einen finanziellen Notpuffer für eine teurere Energiekosten-Nachzahlung zu haben.

Die blüht auch vielen Mietern, wenn die Energiepreise weiter rasant ansteigen. Gerade jetzt in der Energiekrise sollten Mieter aber grundsätzlich aufpassen, denn die teuren Energiekosten lassen auch die Vermieter nicht kalt. Dabei stellt sich die Frage, darf einem der Vermieter die Warm-Miete mit Blick auf die Gasumlage erhöhen? Nein, sagt Rolf Bosse vom Mieterverein Hamburg gegenüber der BILD. „Vermieter, die jetzt die Gasumlage aufschlagen, handeln rechtswidrig.“

Mieterhöhung über Hintertüre – Vermieter können Abschlagszahlungen anpassen

Und auch Gas abdrehen oder Heizung runterkühlen sind Tabus, wie Angelika Brautmeier vom Mieterverein Stuttgart vor mehreren Wochen im BW24-Interview klargestellt hat. Sie sagt: „Grundsätzlich haben Mieter ein Recht auf 24 Stunden Warmwasser am Tag.“ Werden Temperaturen gedrosselt, sollte das immer in Absprache zwischen Vermieter und Mieter erfolgen. Was aber sein kann, ist, dass die Mieterhöhung indirekt über die Nebenkosten 2023 kommt.

Denn ziehen die Nebenkosten an, erhöhen Vermietende möglicherweise die monatlichen Abschlagszahlungen, weil diese Teil der Warmmiete sind, berichtet Focus Online. Ganz grundsätzlich ist das auch rechtens, wenn sich aus der Abrechnung für das aktuelle Jahr ergibt, dass der Mieter viel Geld für die Nebenkosten nachzahlen muss. Und viele Vermieter machen von der Möglichkeit, die Vorauszahlungen zu erhöhen, auch Gebrauch.

Immer mehr Vermieter wollen Mieter-Vorauszahlungen anpassen – laut Verband

Das bestätigt der Deutsche Mieterbund gegenüber Focus Online. Und aufgrund höherer Abschlagszahlungen steigt letztlich auch die Warm-Miete an, die sich aus der fixen Kaltmiete und eben den Vorauszahlungen zusammensetzt. Die Grundlage für eine neue Berechnung der Vorauszahlungen sind die aktuellen Preise, aber auch der Verbrauch. Dabei ist es irrelevant, ob im Vorfeld klar ist, ob der Mieter viel oder wenig verbraucht.

Vom Eigentümerverband Haus und Grund heißt es auf Nachfrage von Focus Online, dass sich viele Vermieter aktuell im Hinblick auf die immer teurer werdenden Energiepreise zu der Frage, wann Vorauszahlungen angepasst werden können, erkundigen. Sprich, ab 2023 könnten zahlreiche Mieter mit einer höheren Warm-Miete konfrontiert werden, sollten die Vermieter die Abschlagszahlungen für das kommende Jahr erhöhen.

Teurere Energiepreise könnten sich ab 2023 in Mieterhöhungen niederschlagen

Jutta Hartmann, Sprecherin des Deutschen Mieterbunds, stellt gegenüber Focus Online klar: „Vermieter haben keinen Anspruch darauf, unterjährig höhere Vorauszahlungen zu verlangen. Einen Anspruch auf die Zahlung erhöhter Nebenkostenvorauszahlungen hat der Vermieter nur nach Abrechnungslegung.“ Zumindest vorerst sollten Mieter von Mieterhöhungen verschont bleiben, im kommenden Jahr kann das aber schon ganz anders aussehen.

 

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