Dauer, Temperatur und Häufigkeit

Stiftung Warentest: Heißes Bad für die Gesundheit – Diese Nebenwirkung überrascht

  • Tobias Becker
    VonTobias Becker
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Baden-Württemberg – Im Winter nach einem Spaziergang in die Badewanne steigen? Für viele Menschen eine Wohltat. Aber wie gesund ist ein heißes Bad wirklich und worauf sollte man achten?

Brrrr, es bleibt weiterhin kalt und kälter in Baden-Württemberg* und Rheinland-Pfalz*. Temperaturen um die null Grad Celsius sind derzeit nicht ungewöhnliches. Dennoch drängt es viele Menschen raus aus der Bude. Gerade am Wochenende möchte man nicht nur drinnen sitzen. Ein Spaziergang fördert schließlich auch die Gesundheit, vorausgesetzt, man ist richtig angezogen. Und außerdem: Gibt es etwas besseres als ein heißes Bad nach der winterlichen Kälte?

Dieses Prickeln, wenn die Füße und Hände langsam wieder auftauen. Die wohlige Wärme, die den Körper umschlingt. Die spürbare Entspannung der Muskeln. Für viele ist es das Schönste, nach dem Spaziergang in die Wanne einzutauchen. Das ist tatsächlich gesundheitsfördernd, aber hat auch Nachteile, wie Stiftung Warentest nun schreibt. Dort gibt es nicht nur viele Testberichte*, sondern auch Tipps für das richtige Bad. HEIDELBERG24* fasst zusammen.

Stiftung Warentest: Ist ein heißes Bad gesund oder nicht?

Während Dermatologen ein zu häufiges Baden eher kritisch sehen, da es die Haut angreifen könnte, gibt es ein japanisches Forscherteam, das zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen ist. Hautexperten raten von einem täglichen Bad ab und empfehlen maximal zwei Vollbäder die Woche, für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sogar gar keins, wie es bei Stiftung Warentest heißt.

Verbraucherorganisation:Stiftung Warentest
Gründung:4. Dezember 1964, Berlin
Mitarbeiterzahl:362 (2020)

Die Studie aus Japan befasste sich zwar kaum mit der Auswirkung auf die Haut, dafür aber mit den Folgen in Bezug auf Schlaganfälle. Rund 30.000 Probanden zwischen 45 und 59 Jahren wurden befragt, 19 Jahre lang forschte das Team. Es ging darum, wie oft und wie heiß die Menschen badeten. Fazit: Wer täglich in der Wanne liegt, senkt das Schlaganfall-Risiko um 26 Prozent. Die Temperatur macht dabei keine Unterschied, wie es in der Studie, die im British Medical Journal veröffentlich wurde, heißt.

Ist ein heißes Bad gesund? Das Problem mit der Fortpflanzung

Dafür wirkt sich die Wärme aber auf die Fortpflanzungsfähigkeit bei Männern aus. Das sagte zumindest Dr. Ines Hoppe gegenüber dem MDR im Jahr 2019. Die Reproduktionsbiologin der Uniklinik Jena erklärte, dass zu viel Wärme schädlich für das Gewebe der Hoden sei. Es soll die Konzentration der Spermien beeinflussen. Hintergrund: Die Hoden liegen außerhalb des Körpers, da Spermien wohl eine Temperatur von 35 Grad im Durschnitt benötigen.

Die Körpertemperatur liegt von Haus aus jedoch etwas darüber. Durch ein heißes Bad werden auch die Hoden erwärmt. Wie sehr es sich auswirkt, ist jedoch unklar, also keine Panik. Zudem regt ein warmes Bad auch die Durchblutung an, was wiederum für Entspannung der Muskulatur und Gelenke sorgt. Und dennoch gibt es den ein oder anderen Tipp für ein gutes Bad, die Stiftung Warentest beschreibt.

Ist ein heißes Bad gesund? Stiftung Warentest gibt Tipps

Stiftung Warentest beantwortet auch zehn Fragen rund um das Baden, ähnlich wie es auch beim Kauf eines Laptops schon Tipps* gab. So geht es dabei um die optimale Temperatur, die laut Kardiologe Dr. Karl-Heinz Schmitz bei „zwischen 36 und 38 Grad“ liegt. Der Arzt erklärt gegenüber dem Verbrauchermagazin zudem, dass es förderlich ist, die Zimmertemperatur auf 25 bis 30 Grad zu erhöhen. Allerdings sollte man beim Baden auf Alkohol verzichten. Also weg mit Gals Rotwein oder Weißwein, auch das Bier bleibt noch im Kühlschrank. Schmitz gegenüber Stiftung Warentest: „Alkohol macht die Gefäße weit, das kann im heißen Wasser zu Kreislaufproblemen führen.“

Hinzu kommt der Gemütlichkeitsmodus, den viele Menschen bei einem Glas Wein verspüren. Wer nämlich zu lange in der Wanne bleibt, schadet der Haut, die dadurch austrocknet. Ein weiterer Tipp: Es ist wohl nicht ärztlich bewiesen, dass Erkältungsbäder sich positiv auf Schnupfen und Co. auswirken, obwohl rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland darauf schwören, wie die Verbrauchs- und Medienanalyse VuMA bekannt gab. Der Tipp vom Experten von Stiftung Warentest: „Besser ist es, das Wannenbad präventiv zu nutzen. Baden stärkt das Immun­system.“ (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christin Klose / dpa

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