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„Zu-Verschenken-Kiste“ vor der Haustür: Bis zu 5.000 Euro Bußgeld möglich

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Von: Stella Henrich

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Eine gut gemeinte Spenden-Kiste kann zum großen Ärgernis werden. Mitunter droht sogar Bußgeld, wenn man seinen Hausrat einfach vor die Tür stellt. 

München - Eigentlich sollte es eine „Zu-Verschenken-Kiste“ sein. Immer wieder finden sich solche Kartons an Gehwegen, vor Hauseingängen oder auf dem Bürgersteig. Gefüllt mit ausgemisteten Büchern, Spielzeug von Kindern, Haushaltsgeräten, alten Klamotten und manchem Krimskrams aus der privaten Mottenkiste. Eine gut gemeinte Geste des Nachbarn, der umzieht, den Speicher freimacht oder einfach nur mit ein paar kleinen Dingen anderen eine spontane Freude bereiten will.

Doch Vorsicht: Was für den einen aussieht wie eine gut gemeinte Spende, erkennt ein anderer als wahllose Ablagerung von Müll, den niemand haben will. Dabei sei die Grenze zwischen Spende und wildem Hausmüll sehr nah beieinander, warnt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Die Berliner warnen daher, kaputte Gebrauchsgegenstände auf der Straße abzustellen, berichtet das Online-Portal chip.de. So handele es sich um eine illegale Ablagerung, wenn sich niemand um die abgestellten Sachen kümmere. Am Ende könnten selbst gut gemeinte Spenden illegal sein und zu hohen Bußgeldern führen, berichtet Merkur.de.

Hausmüll oder „Zu-Verschenken-Kiste“: Bußgelder bis zu 5000 Euro möglich

Wenn es sich um Haushaltsgegenstände wie Geschirr der Kleidung handelt, kann ein Bußgeld von bis zu 200 Euro drohen, warnt der VKU. Gegenstände mit scharfen Kanten oder Flüssigkeiten schlagen mit 300 bis 500 Euro zu Buche. Wer Elektrogeräte auf die Straße stellt, dem kann seine Kommune sogar eine Strafe mit bis zu 5000 Euro in Rechnung stellen. Kein Pappenstiel also. Und ein Thema, das immer wieder die Gemüter bei Ortsbeiratssitzungen auf kommunaler Ebene hochkochen lässt und landesweit Ordnungsämter beschäftigt, deren Mitarbeiter sich hier und dort auf die Suche nach Müllsündern machen – wie das Beispiel aus Garmisch-Partenkirchen zeigt.

Dabei muss es soweit eigentlich nicht kommen. Denn wer seinen Müll oder eine Spenden-Kiste loswerden will, kann sich laut VKU eine Genehmigung beim zuständigen Ordnungsamt geben lassen. In den meisten Fällen können die Bürger diese inzwischen sogar online über die Webseite ihrer Gemeinde beantragen. Mit der erteilten Genehmigung dürfen Kartons dann sogar mehrere Tage auf dem Bürgersteig stehen.

Hausmüll oder Zu-Verschenken-Kiste: Gehweg darf nicht versperrt werden

Wer eine Kiste auf die Straße stellt, muss allerdings darauf achten, dass der Gehweg für Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwägen und ältere Menschen mit Rollator freibleibt. Um Streit und Kosten mit der Feuerwehr zu vermeiden, dürfen Fluchtwege und Feuerwehreinfahrten nicht mit Spenden-Kisten blockiert werden. Ansonsten drohen Strafen, warnt der VKU weiter.

Das Bild zeigt einen alten Mann mit Basecap neben Müll auf einem Gehweg sitzend.
Wie vorbeikommen? Das ist definitiv keine Spenden-Kiste und auch keine Kunst-Installation für Müll. Der Gehweg ist zugemüllt und nicht passierbar für Fußgänger. © Mario Aurich/imago

Tipps für eine Spenden-Kiste:

Gewitzte, die nicht wissen, wohin mit ihren Sachen, stellen schon gern einmal etwas vor die eigene Tür. In der Hoffnung, ein anderer kann es schon gebrauchen. Schließlich ist das einfacher, als sich selbst um die Entsorgung von ein paar Töpfen zu kümmern, vor allem wenn man nicht weiß, in welche Tonne der Kochtopf denn nun eigentlich gehört.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Diejenigen, die am Ende nicht auf ihrem Hausmüll nicht sitzen bleiben wollen, weil ihm die aufgestellten Tonnen nicht ausreichen, sollten ihren Vermieter informieren. Laut Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland hat jeder Mieter das Recht, seinen Müll adäquat zu entsorgen.

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