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Das neue Klopapier: Deutsche hamstern Speiseöl - „keiner braucht es, jeder kauft es“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, werden einige Lebensmittel in deutschen Supermärkten wieder knapp. Für die Deutschen ist das der Startschuss für den nächsten Hamster-Marathon. Besonders begehrt: Speiseöl.

Stuttgart - Es geht wieder los: Da einige Lebensmittel in deutschen Supermärkten knapp werden, beginnen die Deutschen wieder zu hamstern. Zahlreiche Fotos in sozialen Medien zeugen von leeren Regalreihen. Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, drohen wichtige Alltags-Lebensmittel knapp und teuer zu werden. Bei den Deutschen löst die angekündigte Rationierung offenbar unmittelbar den Drang aus, sich schon einmal für die kommende Zeit einzudecken. Neben Mehl, Nudeln und Konserven ist ein Produkt unter den Verbrauchern aktuell besonders gefragt: Speiseöl.

Nachdem Experten erklärt hatten, dass das Sonnenblumenöl nur noch für wenige Wochen reicht, gab es für viele Deutsche offenbar kein Halten mehr. Trotz der eindringlichen Bitte des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Hamsterkäufe aus Solidarität zu unterlassen, scheinen sich einige nun massig einzudecken.

„Speiseöl“ in den Twitter-Trends: Nutzer teilen Fotos von leeren Regalen

Auf Twitter trendete in den vergangenen Tagen der Begriff „Speiseöl“. Zahlreiche Nutzer teilten unter dem Hashtag Fotos von leeren Supermarktregalen:

Teils belustigt, teils genervt, reagierte das Netz auf die erneuten Hamsterkäufe. „Speiseöl wird das neue Klopapier“, heißt es da. Viele fragten sich, was die Hamsternden mit so viel Öl anfangen wollen. „Ich weiß ja nicht, aber so ein Liter Speiseöl reicht bei mir schon mal zwei bis drei Monate“, gibt sich ein Nutzer nachdenklich. Ein weiterer will beobachtet haben, dass Verbraucher aufgrund der hohen Spritpreise jetzt Speiseöl statt Diesel in ihren Tank kippen. Laut Experten ist das Tanken mit Speiseöl statt Sprit allerdings nicht empfehlenswert und kann sich negativ auf die Leistung und Lebensdauer des Motors auswirken. Autohersteller verbieten zudem die Betankung mit Speiseöl.

Der Krieg ist derweil nicht die einzige Ursache für die Speiseöl-Knappheit: Lieferschwierigkeiten aufgrund der Pandemie, eine zuletzt weniger ertragreiche Ernte und steigende Herstellungskosten trugen ihren Teil zur Rationierung bei. Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (Ovid) rechnet deshalb schon mit anderen Engpässen, etwa bei Eiweißfuttermittel aus Sonnenblumen, Raps oder Soja für Rind, Schwein und Geflügel.

Hintergrund: Die Ukraine als Rohstoff-Lieferant

Die Ukraine gilt als wichtiger Rohstoff-Lieferant für andere Länder - insbesondere, wenn es um Sonnenblumenöl geht. 51 Prozent des auf dem Weltmarkt verfügbaren Sonnenblumenöls stammt aus der Ukraine. Auch Russland hat mit 27 Prozent einen großen Marktanteil.

Klopapier ist neben Speiseöl wieder heiß begehrt: Deutsche hamstern wie wild

Zwar wird das Speiseöl aktuell häufig als „das neue Klopapier“ bezeichnet, doch auch letzteres steigt in der Gunst der Verbraucher nun offenbar wieder:

Getreu dem Motto „das Angebot bestimmt die Nachfrage“ verlangen Händler auf eBay jetzt galaktische Preise für Klopapier und Speiseöl: Eine Person aus Baden-Württemberg bietet etwa 300 Milliliter vom „Bellasan“-Speiseöl, einer Eigenmarke des Discounters Aldi, für 15 Euro an. Das entspricht einem Literpreis von rund 50 Euro. „Schnell zugreifen, da überall ausverkauft!“, heißt es in der Anzeige.

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