Experten geben Tipps

8 einfache Tricks, um jedes Jahr bis zu 10.000 Euro zu sparen

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Wer die versteckten Kostenfresser im Alltag kennt, kann bis zu 10.000 Euro sparen – jedes Jahr. Experten verraten, worauf Verbraucher achten sollten.

Stuttgart - Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine steigen die Ausgaben für die Verbraucher und Produzenten massiv an. Die stärksten Kostenfresser sind aktuell die Energie- und Spritpreise - Mehrkosten, die die Produzenten zumindest teilweise auch an die Kunden weitergeben müssen. Vor wenigen Wochen mussten deshalb auch die Discounter Lidl und Aldi die Preise vieler Produkte anpassen, dazu zählen primär Fleisch, Milch und Milchprodukte, aber auch Speiseöle.

Mit 8 Tricks lassen sich bis zu 10.000 Euro pro Jahr sparen

Gerade in der Landwirtschaft sind zahlreiche Produkte wie Dünger exorbitant teurer geworden, erklärte Kathrin Walter, die Geschäftsführerin des Landesverbands Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO), im Gespräch mit BW24. Sie geht davon aus, dass auch viele frische Lebensmittel wie Erdbeeren noch teurer werden. Mit der Prognose ist Walter nicht allein. Vor wenigen Wochen hatten schon mehrere Experten Alarm geschlagen und vor massiven Preissprüngen im Einzelhandel gewarnt.

„Der Anstieg der Energiepreise und der Logistikkosten wird sich im Alltag stärker bemerkbar machen – egal, ob im Supermarkt oder im Discounter“, warnte Boris Hedde vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Aus seiner Sicht könnten die Preise noch stärker steigen, als zuletzt. „Das wird eine Herausforderung sein – gerade für sozial schwächere Familien.“

Umso wichtiger ist es, Geld zu sparen. Berichten von CHIP zufolge ist das an zahlreichen Stellen im Alltag möglich – auch schon mit Kleinbeträgen, die in der Summe das Monatsbudget belasten können. Eine neue Auswertung von Weltsparen zum Jahresende 2021 kommt zu dem Ergebnis, dass ein einzelner Verbraucher rund 1,12 Euro pro Stunde in vermeidbare Ausgaben investiert. Auf ein Jahr gerechnet kommt damit ein Betrag von stolzen 9.815 Euro pro Person zusammen.

Mit acht einfachen Tricks lassen sich bis zu 10.000 Euro pro Jahr sparen – dazu eine kurze Übersicht:

  • Ungenutzte Mitgliedschaften in Fitnessstudios und Co. überdenken
  • Rauchen reduzieren oder einstellen und so über 1.000 Euro sparen
  • Lebensmittel mit Bedacht einkaufen und nicht verschwenden
  • Leistungswasser statt Mineralswasser – Ersparnis von mehreren Hundert Euro
  • Steuererklärung nicht vergessen
  • Geld richtig anlegen und Negativzinsen vermeiden
  • Handyverträge vergleichen und Zusatzpotionen überdenken
  • Streaming-Dienste mit Bedacht wählen und auf Spezial-Pakete verzichten

Mit Bedacht einkaufen schont nicht bloß das Klima – bis zu 235 Euro pro Person sparen

Die Auswertung zeigt auf, an welchen Stellen vermeidbare Ausgaben entstehen und wie man sie als Verbraucher umgehen kann. Zu den stärksten Kostenfressern gehören demnach ungenutzte Mitgliedschaften, zum Beispiel in Fitnessstudios. Stolze 42,10 Euro pro Monat zahlen die Verbraucher im Schnitt für die Mitgliedschaft. Eine teure Angelegenheit, wenn diese nicht genutzt wird. Laut der Auswertung summiert sich das auf 505,20 Euro, die im Zweifel vermeidbar wären.

Ebenfalls viel Einsparpotenzial errechnet Weltsparen für alle Raucher. Sie zahlen im Schnitt 3,14 Euro am Tag oder 1.314 Euro im Jahr. Der Studie zufolge verqualmen die Deutschen pro Jahr 15,8 Milliarden Euro. Das Rauchen zu reduzieren oder ganz einzustellen kann sich also nicht bloß positiv auf die Gesundheit, sondern auch auf die Geldbörse auswirken.

Ein weiterer Tipp, der sich aus der Studie ableiten lässt, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln. Statistisch betrachtet landet in Deutschland laut CHIP genießbares und verdorbenes Essen im Wert von 235 Euro pro Person (auf ein Jahr gerechnet) im Abfall. Wer also mit Bedacht einkauft, tut nicht nur dem Klima etwas Gutes, sondern entlastet auch die Geldbörse. Passend dazu verraten die Experten von Weltsparen 2021 noch einen weiteren Trick, den Verbraucher schon im Laden berücksichtigen können.

Leitungswasser statt Mineralwasser – mehr als 230 Euro pro Jahr einsparen

Die Rede ist vom Trinkwasser in der Flasche, für das Verbraucher rund 547,50 Euro pro Jahr ausgeben. Wer statt Mineralwasser aber Leitungswasser trinkt, spart nicht nur eine Menge Geld, sondern auch die Schlepperei von Kisten und Flaschen. „Wenn eine Familie von einem günstigen Mineralwasser (13 Cent/Liter) auf Leitungswasser (0,3 Cent/Liter) umsteigt, spart sie rund 230 Euro im Jahr“, heißt es dazu von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Der Wagen voll, der Geldbeutel leer: Wer beim Einkaufen einige Dinge beachtet, kann Geld sparen.

Die Spartipps der Verbraucherzentrale ähneln der von Weltsparen 2021, was zeigt, dass die Tricks und Tipps effektiv sind und helfen können, die Ausgaben zu senken. Zusätzlich zu den genannten Alltags-Spartipps empfehlen die Experten von Weltsparen auch, die Steuererklärung zu machen. Das sei zwar manchmal lästig, doch der Aufwand lohne sich. Berichten von CHIP zufolge kann man als Arbeitnehmer im Schnitt zwischen 100 und 1000 Euro rückerstattet bekommen.

Geld richtig anlegen – Experte verrät, welche Anlage sich sehr gut eignet

Zugleich macht die Auswertung von Weltsparen deutlich, dass es in Zeiten von niedrigen Zinsen nicht ratsam ist, sein Erspartes auf Girokonten oder Sparbüchern zu parken, wo im schlimmsten Fall sogar Verwahrentgelte oder Negativzinsen fällig werden. Finanz-Experte Christian W. Röhl erklärte vor Kurzem im Gespräch mit FOCUS Online, dass vor allem Aktien als Sachwerte einen sehr guten Schutz vor Inflation böten.

Das Thema Anlageberatung kann also ein Trick sein, der helfen kann, in Zeiten von niedrigen Zinsen und steigenden Ausgaben Geld einzusparen und sogar zu vermehren. Zu guter Letzt empfehlen Experten, auch Handyverträge und Abos für Streamingdienste genauer unter die Lupe zu nehmen, denn in vielen Fällen lässt sich damit ebenfalls gutes Geld einsparen. Wer sich bei Datenvolumen und kostspieligen Premium-Paketen einschränkt, kann schnell seine Ausgaben senken.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa

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