Speiseöl und Co. günstiger einkaufen

Lebensmittel werden immer teurer: Mit vier Tricks kann man kräftig sparen

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Alltagslebensmittel wie Speiseöl oder Klopapier sind seit März deutlich teurer. Wenn Verbraucher aber ein paar Tricks kennen, können sie kräftig sparen.

Stuttgart – „Habe gerade für einen Liter Rapsöl 1,89 Euro bezahlt, wenn mich alles täuscht, war es mal 1,59 Euro“, schreibt ein Nutzer auf Facebook zu Beginn einer Diskussion über die extremen Lebensmittelpreise infolge der Ukraine-Krise. Vielen Menschen stößt in den sozialen Netzwerken bitter auf, dass gerade wichtige Alltagsprodukte immer teurer und knapper werden. Die Ausmaße dieser Entwicklung sind gewaltig, wie Recherchen von BW24 zu den absurden Speiseöl-Preisen auf eBay zeigen.

Zum Teil wird auf Online-Marktplätzen Speiseöl für 50 Euro pro Liter angeboten. Auch die Preise für Klopapier gehen hier durch die Decke. Umso erfreulicher, dass die Lieferengpässe bei Kaufland, Lidl und Co. meist bloß vorübergehend sind und die meisten der wichtigen Alltagsprodukte in der Regel schnell aufgefüllt werden. Trotzdem merken auch die Supermarkt- und Discounter-Kunden, dass die Preise für eine Vielzahl von Produkten im Vergleich zu 2021 angestiegen sind.

Mit einfachen Tricks bei Kaufland, Lidl und Co. sparen – Expertin gibt Tipps

Ein aktuelles Beispiel ist hier der Speiseöl-Preis. Günstige Discounter-Produkte waren 2021 noch für unter einen Euro zu haben. Jetzt sind Preise von rund 1,80 Euro pro Flasche die teure Realität. Umso wichtiger wird für viele Verbraucher das Thema Sparen. Zwar ist das in der derzeitigen Situation nicht ganz so einfach, wer aber in Filialen von Kaufland, Lidl und Co. ein paar gute Tricks kennt, kann ohne große Umstände oder Verzichte sein Portemonnaie entlasten. Dazu schon mal eine kurze Übersicht:

  • Impulskäufe vermeiden und eine Einkaufsliste benutzen
  • Grundpreise und Menge der einzelnen Produkte vergleichen
  • Lieber Leistungswasser statt Mineralwasser trinken
  • Speisen selbst kochen, statt auf „to go“ zu setzen

„Wir empfehlen den Verbrauchern, einen Essensplan für die Woche zu erstellen und einen Einkaufszettel zu schreiben“, sagt Carola Clausnitzer, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Der Hintergrund sei, dass Menschen, die ihren Einkauf nicht planen, in der Regel mehr einkaufen, als sie benötigen würden. „Zudem vermeidet man Impulskäufe, wenn man sich an seiner Einkaufsliste orientiert.“ Inzwischen gibt es eine Vielzahl an kostenlosen Einkaufslisten-Apps, die dabei unterstützen.

Marken- oder besser Discounter-Produkt? Grundpreis-Vergleich kann helfen

„Ein Trick ist, nicht hungrig einkaufen zu gehen. Studien zeigen, dass hungrige Personen tendenziell größere Mengen kaufen“, verrät Clausnitzer noch. Essensplanung ist also ein wichtiger Baustein für all die Verbraucher, die bei Kaufland, Aldi und Co. künftig stärker sparen möchten. Ein anderer Ansatz ist der Grundpreis- und Mengenvergleich, denn das billigste Produkt muss nicht zwingend im Regal das günstigste sein. Wichtig ist der Grundpreis, also der Preis, der oft auf 100 Gramm gerechnet ist.

Clausnitzer empfiehlt, Marken- und No-Name-Produkte anhand vom Grundpreis miteinander zu vergleichen. Manchmal sind die Eigenmarken von Kaufland, Lidl und Co. zwar teurer, beinhalten dafür aber größere Mengen. „Nicht selten sind Käse, Wurst und Fleisch an der Frischetheke zudem teurer als abgepackte Produkte.“ Am stärksten können Verbraucher sparen, wenn sie komplett auf ein Produkt im Einkaufswagen verzichten. Bei Mineralwasser ist das möglich.

Leitungswasser statt Mineralwasser – in Deutschland „bedenkenlos möglich“

„Wenn die Familie von einem günstigen Mineralwasser (13 Cent/Liter) auf Leitungswasser (0,3 Cent/Liter) umsteigt, spart sie rund 230 Euro im Jahr“, schreibt dazu die Verbraucherzentrale Brandenburg. Bedenken wegen der Qualität von Leitungswasser müssen Verbraucher laut Clausnitzer nicht haben. „Leitungswasser kann hier in Deutschland bedenkenlos getrunken werden, sofern keine Bleileitungen im Haus verbaut sind.“ Wer trotzdem Bedenken hat, kann zusätzlich noch einen Wasserfilter benutzen.

Wer zudem regelmäßig selbst frisch kocht, kann ebenfalls den Geldbeutel entlasten. „Die Kosten für Getränke und Snacks ‘to go’ summieren sich und können pro Woche schnell bei 10 Euro und mehr liegen“, meint die Expertin und empfiehlt stattdessen, einige Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Das spart nicht bloß Geld, sondern wirkt sich auch positiv auf Gesundheit und Umwelt aus. Tipps wie die von Carola Clausnitzer kommen bei der Facebook-Community gut an.

Sparen bei Kaufland, Lidl und Co.: Facebook-Userin verrät persönlichen Tipp

Viele User haben zudem ganz persönliche Spartricks entwickelt. „Ich brauche kein Sonnenblumenöl“, schreibt eine Frau. Sie setze auf andere Ölsorten, die billiger sind. Deutlich mehr Sorge als die gestiegenen Lebensmittelpreise bereitet einer anderen Userin der Spritpreis-Irrsinn an der Tankstelle, der das Transportgewerbe stark trifft. „Wartet mal ab, wenn die Speditionen pleitegehen. Dann guckt ihr in die Röhre.“ Eine Entwicklung, vor der auch der Verband Logistik und Entsorgung (BGL) warnt.

„Ohne den Diesel-Lkw bleiben morgen die Supermarkt-Regale leer“, prophezeite BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhard erst vor wenigen Tagen. Die Transportbranche schlägt Alarm und fordert „Sofortmaßnahmen“, um eine drohende Pleitewelle abzuwenden. Wie speziell die Autofahrer ihren Spritverbrauch senken können, verrät ein ADAC-Experte. Verbraucher haben im Gegensatz zu den Spediteuren mehr Möglichkeiten, beispielsweise beim Tankzeitpunkt.

Rubriklistenbild: © Eibner/imago

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