Kreditkarten-Sicherheit

Sparkasse: Brief sorgt für Verwirrung bei Senioren – „Nicht nur junge, hippe Kunden“

Frau am Geldautomat einer Sparkasse.
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Ein Brief ihrer Sparkasse ließ ein Ehepaar aus Oberhausen ratlos zurück (Symbolbild).
  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
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Ein Brief einer Sparkasse sorgte bei einem älteren Ehepaar für große Verwirrung. Es ging um eine App und Sicherheitsverfahren – doch damit kann das Paar nicht viel anfangen.

Oberhausen - Online-Banking, QR-Codes und Co. sind für viele ältere Menschen nur schwer zu verstehen. Doch nicht wenige Banken gehen davon aus, dass alle Kunden sich mit Computern und Smartphones auskennen. Das entspricht jedoch nicht der Realität. Einige Bankkunden sind schließlich bereits älter und möchten sich vielleicht gar nicht mit neuen Technologien auseinandersetzen. Und genau diese Umstände führten bei Kunden der Sparkasse Oberhausen-Buschhausen nun zu großen Missverständnissen und Schwierigkeiten, wie Merkur.de berichtet.

Sparkasse: 70-Jährige Kundin von Kreditkarten-Schreiben verwirrt

Die 70-jährige Frau Kessler ist Kundin bei der oben genannten Bank und besitzt außerdem eine Kreditkarte. Daher erhielt sie einen Brief, in dem von der App „S-ID-Check“ die Rede war, wie waz.de berichtet. Dabei handelt es sich eine App, mit der Kunden ihre Online-Kreditkartenkäufe zusätzlich sichern müssen. Am Ende des Schreibens heißt es zudem: „Die Freigabe der Zahlung ist künftig ganz einfach: Ein prüfender Blick, PIN oder Fingerabdruck, fertig!“ Ganz einfach klang das Ganze für Frau Kessler nicht, weshalb sie den Brief an ihren Mann Bruno Kessler weiterreichte.

Der versuchte dann über eine Service-Nummer, unter der sich normalerweise Mitarbeiter der Filiale meldeten, Genaueres zu erfahren. „Da landete ich beim zentralen Kundenservice-Callcenter, das mitteilte, man hätte so viele Anfragen, dass es dauere“, erzählt er waz.de. Was es nun damit auf sich hat, haben die Kesslers also nicht erfahren. „Die Sparkasse hat doch nicht nur hippe junge Leute als Kunden“, ärgert sich Kessler. Wurde hier einfach vergessen, dass sich nicht jeder Rentner ein Technik-Experte ist?

Sparkasse: Sicherheitsvorkehrung nur für Online-Shopper von Bedeutung

Tatsächlich handelt es sich bei dem Brief um ein Schreiben, welches an 4500 Kunden verschickt wurde. Denn bei dem „S-ID-Check“ geht es um eine Sicherung, welche beim Online-Shopping mit der Kreditkarte benötigt wird. Das ist laut EU-Richtlinie seit Anfang 2021 verpflichtend – doch zahlreiche Kunden haben diesen Schutz noch nicht aktiviert.

Dazu muss man sich nämlich registrieren, das haben aber bisher nur 56 Prozent der Oberhausener Sparkassen-Kunden getan. Zur Erinnerung wurde also der Rest per Brief informiert. Wer jedoch nicht online einkauft, benötigt das Sicherheitsverfahren gar nicht. Deshalb dürfte das für die Senioren, die nicht Online-Shopping betreiben, hinfällig sein. Der entsprechende Brief hat also nur Verwirrung gestiftet. (ph)

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