1. bw24
  2. Verbraucher

Sekt soll bald teurer werden – „schon zwei Flaschen gebunkert!“

Erstellt:

Von: Jason Blaschke

Kommentare

In der Energie- und Preiskrise will auch Sekt-Produzent Rotkäppchen-Mumm seine Preise anpassen. Auf Facebook stößt die Entscheidung auf Unverständnis.

Stuttgart – Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Energie- und Preiskrise macht sich in Deutschland in nahezu allen Lebensbereichen bemerkbar. Das spiegelt sich auch in der Inflation wider – „die Inflationsrate erreicht mit 10,4 Prozent einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland“, sagt Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes. In einer Mitteilung heißt es, dass die weiter teuren Energiepreise die Hauptursache für die hohe Inflation seien.

Sekt-Marke Rotkäppchen will Preise anziehen – trotz stabiler Geschäftslage

Schaut man sich die Berechnung der Statistiker aber genauer an, fällt auf, dass auch die steigenden Preise für Nahrungsmittel nach den Energiepreisen die Inflation antreiben. Zu Beginn der Kämpfe in der Ukraine waren es primär Lieferengpässe, die zu teils leeren Regalen – etwa beim Speiseöl – geführt haben. Mittlerweile sind es verstärkt die Preise, die die Verbraucher auf die Palme bringen. Viele Alltags-Produkte sind in der Energiekrise teurer geworden.

Mit unserem Verbraucher-Newsletter versorgen wir Sie regelmäßig mit den wichtigsten Service- und Verbraucher-Themen der Woche. Hier geht es zur Anmeldung. 

Dazu zählen primär all jene Güter, die in der Produktion viel Energie verbrauchen. Doch zählt hierzu auch der Sekt? Denn auch das bekannte Getränk für Feiern und Geburtstage wird Berichten von CHIP 365 zufolge bald teurer. Und das, obwohl die beliebte Sekt-Marke Rotkäppchen-Mumm 2022 mit einem weiter stabilen Geschäft rechnet. „Viele Konsumenten haben Feiern nachgeholt, ob Geburtstage oder Hochzeiten“, sagte Konzernchef Christof Queisser Berichten der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zufolge.

Rotkäppchen-Sekt soll bald mehr kosten: Geschäftsführer nennt Grund

Dass die Sektpreise trotzdem angepasst werden sollen, begründet Queisser mit gestiegenen Produktionskosten – etwa bei den Glasflaschen. Für die Verbraucher beutetet das: Pro Flasche Sekt werden „zwischen 50 Cent und 1 Euro“ Mehrkosten fällig, sagt der Rotkäppchen-Chef. Gegenwind kommt aus der Facebook-Community. „Ist doch schon teurer geworden, von 3,99 Euro auf 4,49 Euro erhöht“, schreibt ein User.

Ein anderer kritisiert: „Das Geschäft läuft stabil, aber die Preise werden angehoben – das ist ein Fehler.“ Wieder andere Nutzer sehen mögliche Preisanpassungen weniger negativ. „Schmeckt mir nicht, daher nicht so schlimm“, ist ein Kommentar, der gleich mehrfach auf Facebook zu lesen ist. Und wieder andere User haben schon vorgesorgt und für Silvester und kommende Festtage ein paar Flaschen auf Vorrat gekauft.

Marken-Produkte werden teurer: Was das für die Verbraucher bedeutet

„Ich habe schon zwei Flaschen gebunkert“, berichtet eine Nutzerin. „Wir auch“, ergänzt eine andere. Neben Rotkäppchen-Mumm kämpft übrigens auch eine andere bekannte Getränkemarke mit gestiegenen Kosten und fehlenden Glasflaschen. „Trinke jetzt keine Cola mehr“, schreibt ein Facebook-User zur geplanten Preisanpassung. Gemein haben beide Unternehmen zudem, dass sie trotz Ukraine-Krieg und Energiekrise weiter gute Geschäfte machen – und trotzdem die Preise erhöhen.

Für die Verbraucher kann das bedeuten, dass auch No-Name-Produkte in Zukunft mehr kosten könnten. Sowohl bei der Cola als auch beim Sekt gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Alternativen. Eine Entspannung der Lage ist im Moment nicht in Sicht – im Gegenteil: In einer Studie sind Experten zu dem Ergebnis gekommen, dass in Zukunft noch mehr Alltags-Produkte deutlich teurer werden und der Gipfel des Eisbergs noch nicht erreicht ist.

Auch interessant

Kommentare