13.000 E-Ladepunkte in Europa

Schwarz Gruppe plant massiven Ausbau des Ladenetzwerks für E-Autos bei Kaufland und Lidl

Ein E-Auto von Tesla lädt an einer Ladesäule der Discounterkette Lidl.
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Lidl und Kaufland wollen das Angebot an Lademöglichkeiten für E-Autos bis Ende des Geschäftsjahrs 2022 deutlich erweitern.
  • Julian Baumann
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Vor ausgesuchten Filialen von Lidl und Kaufland können Kunden ihre E-Autos während des Einkaufs kostenlos laden. Das Angebot soll nun deutlich ausgeweitet werden.

Stuttgart/Neckarsulm - Auf den deutschen Straßen sind immer mehr E-Autos von Herstellern wie Mercedes-Benz oder auch Tesla unterwegs. Da batteriebetriebene Fahrzeuge nicht einfach an der nächstgelegenen Tankstelle aufgeladen werden können, wurden im gesamten Land bereits Ladesäulen errichtet. Die sind in den meisten Fällen allerdings kostenpflichtig. Die Schwarz Gruppe, zu der die Supermarktketten Lidl und Kaufland gehören, bietet an ausgesuchten Filialen seit einiger Zeit kostenloses Laden für E-Autos für die Dauer des Einkaufs an.

Dieses Netzwerk an Lademöglichkeiten für die Kundschaft soll bis Ende des Geschäftsjahrs 2022 deutlich ausgebaut werden, teilte das Unternehmen mit Sitz in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) in einer Pressemitteilung mit.

Lidl und Kaufland: E-Auto laden nur noch während des Einkaufs gratis

Durch den immer weiter ansteigenden Anteil an E-Autos werden auch die Lademöglichkeiten weiter ausgebaut. In Baden-Württemberg hat der Energiekonzern EnBW beispielsweise viele Ladesäulen errichtet, insgesamt ist das Ladenetz für E-Autos in Deutschland aber noch immer ein Trauerspiel. Die Discounterkette Lidl bietet den Kunden aktuell über 1.050 E-Ladepunkte in Deutschland an, bei Kaufland stehen derzeit 270 E-Ladepunkte bereit. Ursprünglich waren diese Möglichkeiten für alle E-Autofahrer kostenlos.

Dieses Angebot zum kostenlosen Laden von E-Autos wurde immer wieder auch von Autofahrern genutzt, die überhaupt nicht in der betreffenden Filiale einkaufen. Eine Lidl-Kundin war wütend, weil ein Tesla stundenlang an einer Discounter-Ladestation hing. Weil sich solche Beschwerden häuften, reagierte die Discounterkette. Lidl geht gegen Ladeschnorrer vor, wer nicht einkauft, darf sein E-Auto nicht laden. Wer sein E-Auto aber während des Einkaufs mit Strom versorgen will, hat laut den Plänen der Schwarz Gruppe bald an zahlreichen weiteren Standorten die Möglichkeit dazu.

Schwarz Gruppe will bis Ende 2022 13.000 E-Ladepunkte in Europa anbieten

Die Discounterketten der Schwarz Gruppe sind neben Deutschland auch in zahlreichen anderen Ländern vertreten. Lidl ist mit 10.800 Filialen in 32 Ländern sogar der größte Discounter-Konzern der Welt. Der geplante Ausbau des Ladenetzwerkes ist laut der Pressemitteilung für Standorte in ganz Europa gedacht. „Bis Ende des Geschäftsjahres 2022 errichtet die Unternehmensgruppe europaweit rund 6.200 neue E-Ladepunkte an den Filialstandorten ihrer Handelssparten, womit das internationale E-Ladesäulennetz insgesamt auf circa 13.000 E-Ladepunkte anwachsen wird“, heißt es.

Demnach sollen auf Parkplätzen vor Lidl-Filialen in Deutschland bis Ende des Geschäftsjahres 2022 1.800 neue Ladepunkte errichtet werden. Ab März 2023 strebt die Discounterkette an, ein Drittel der 3.200 deutschen Filialen mit Lademöglichkeiten für E-Autos auszustatten. Kaufland will in Deutschland bis Ende 2022 380 neue Ladepunkte installieren und ab März 2023 ebenfalls ein Drittel der 700 Filialen mit Lademöglichkeiten ausstatten. Ob die Lademöglichkeiten bei einer solchen Investition in das Netzwerk für Kunden der Discounterketten auch weiterhin kostenlos bleiben wird, ist fraglich. Bei Lidl ist das Laden eines E-Autos schon jetzt nur mit der Lidl-eCharge-App gratis möglich.

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