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Enttäuschung für Veganer: Avocado, Kürbis und Mandeln sind nicht vegan

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Von: Fabian Raddatz

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Eine Avocado-Hälfte liegt mit Kern auf einem kleinen Holzbrett, daneben liegen ein Messer und noch eine Avocado-Hälfte.
Avocados sind streng genommen nicht vegan. © Westend61/Imago

Kürbis, Avocado und Mandeln – alles nicht vegan. Und: Strikte Veganer dürften sie gar nicht essen. Die These einer britischen TV-Sendung sorgt für Aufregung.

London – Avocado, Kürbis und Mandeln sind nicht vegan. Was für den ein oder anderen verwunderlich klingt, ist laut der britischen BBC-Quizshow „QI“ bittere Realität. Denn dort wurden die vier Teilnehmer gefragt, welche der folgenden Lebensmittel für strikte Veganer infrage kommen: Butternut-Kürbisse, Avocados, Mandeln oder Kiwis?

Die Antwort der Kandidaten: alle. Falsch, so die Quizmasterin Sandi Toksvig, keines der Lebensmittel eignet sich für strikte Veganer. Denn: Für die Herstellung müssten Tiere leiden. Toksvig erläutert näher: Für die Produktion von Avocados etwa kämen Bienen zum Einsatz – wie man es etwa auch von der Herstellung von Honig kennt, bei der die kleinen Insekten in Massenzuchten gehalten und nach Ansicht strikter Veganer „ausgebeutet“ werden, berichtet 24hamburg.de.

Schmerzhafte Erkenntnis: Avocado, Kürbis und Mandeln nicht vegan

Die Bienen würden für die Produktion „ausgebeutet“ und „auf Lastern weite Wege durchs Land gefahren werden“, um die Pflanzen zu bestäuben. Nach verrichteter Arbeit würden ganze Völker der Insekten in Kisten verstaut und zu den nächsten Feldern transportiert werden. Oft werden die Tiere dabei verletzt oder sogar getötet. Ergo: nicht 100 Prozent vegan.

Bei der Kultivierung der anderen Pflanzen würde es ähnlich aussehen, für ihre Zucht müssen die Bienen leiden. Die Tierschutzorganisation Peta bemängelt das bereits seit vielen Jahren und empfiehlt: „Vegane Menschen meiden die Nutzung von Tieren oder tierischen Produkten in allen Lebensbereichen.“

Veganer-Vereinigung: „100 Prozent vegan zu leben ist fast unmöglich“

Doch vegan leben, geht das dann überhaupt? Nicht zu 100 Prozent, sagt die Organisation Vegan Society. Komplett vegan zu leben, das sei fast unmöglich. Trotzdem könne man sich um das Wohlergehen der Tiere kümmern.

Was die Avocados betrifft, kommt noch hinzu, dass es neben der Bienen-Ausbeutung immense Wasser-Mengen braucht, um sie aufzuziehen – nämlicher 330 Liter Wasser pro Pflanze. Im Vergleich dazu, was Rinder benötigen, wirkt der Verbrauch aber doch mickrig: Für ein Kilogramm Rindfleisch braucht es rund 15.000 Liter Wasser.

Problematischer ist hingegen die Abholzung der Wälder in Mittel- und Südamerika, den Hauptanbaugebieten von Avocados. Zudem ist der Transportweg der Pflanzen bis in die Regale hierzulande gigantisch. Ein guter ökologischer Fußabdruck sieht anders aus.

Harte Zeiten für Veganer: Avocado-Verzicht die bessere Wahl

Bleibt unter dem Strich die bittere Erkenntnis, dass Tier und Natur zuliebe die Entscheidung klug wäre, auf Avocados zu verzichten. Veganer haben es wirklich nicht leicht: So bestellte eine Veganerin bei einem Flug ein veganes Menü, die Airline servierte ihr Wasser. Und auch der Survival-Star Bear Grylls – jahrelang selbst Veganer gewesen – will künftig nur noch Fleisch essen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: So eröffnete der Fast Food-Riese kürzlich seine erste komplett vegane Burger King-Filiale. Bleibt zu hoffen, dass die Kunden deswegen nicht auf die Barrikaden gehen. Wie etwa bei KFC, wo Kunden wegen veganem Chicken Sturm liefen.

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