Illegale Ware?

Lidl-Angebot endet in Desaster: Polizei beschlagnahmt Cannabisprodukte in Filiale

Eine Cannabis-Pflanze neben einem Lidl-Logo/Collage.
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Produkte mit Cannabis boomen. Lidl hat sie jedoch wieder aus dem Sortiment entfernt. (Symbolbild)
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Der Discounter-Riese Lidl wollte mit Cannabis-Produkten einen Hit landen. Die Artikel riefen nun allerdings die Polizei auf den Plan.

Bad Wimpfen/Rosenheim - Mit seiner neuen Produktpalette landete der Discounter Lidl in den letzten Tagen in den Schlagzeilen. Denn Lidl nahm umstrittene Produkte in sein Sortiment auf - und zwar mit dem Bestandteil Cannabis. Lidl warb in seinen Prospekten für Artikel wie Cannabis-Cookies, Hash-Brownies oder Cannabis-Energy-Drinks. Doch bevor die Ware überhaupt zum Kassenschlager werden konnte, ist sie schon wieder aus den Regalen verschwunden.

Denn die Cannabis-Produkte riefen die Polizei auf den Plan: Wie die Abendzeitung München (AZ) berichtet, reagierten die Ermittlungsbehörden bereits am Montag auf das Angebot von Lidl. Die Beamten beschlagnahmten in einer Filiale in Rosenheim eine Reihe verschiedener Cannabisprodukte. „Es wurden mehrere Artikel sichergestellt“, sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag vom zuständigen Polizeipräsidium in Rosenheim der Zeitung.

Lidl: Polizei beschlagnahmt Cannabisprodukte - enthalten sie illegale Substanzen?

Seit März 2017 sind Cannabis-basierte Therapien für Patienten mit schweren Krankheiten, wie beispielsweise Krebs, in Deutschland zugelassen. Seit diesem Jahr gibt es zudem frei verkäufliche Cannabisprodukte in deutschen Apotheken. Mittlerweile können auch Nahrungsergänzungsmittel und diverse Kosmetikartikel mit Cannabidiol (CBD) legal im Einzelhandel erworben werden.

Die Produkte bei Lidl sollen frei von der psychoaktiven Substanz THC (Tetrahydrocannabinol) und dem nicht psychoaktiven CBD (Cannabidiol) sein und somit keine berauschende Wirkung haben. Denn: THC unterliegt in Deutschland den Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes und ist somit illegal.

CBD ist zwar kein Suchtstoff und fällt somit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, es darf aber Lebensmitteln dennoch nicht beigemischt werden.

Polizeieinsatz bei Lidl: Landeskriminalamt untersucht Cannabis-Produkte

Der Discounter aus Baden-Württemberg hatte mit dem Start-up „The Green Dealers“ daher eine entsprechende Vereinbarung getroffen: Rund 1,5 Millionen CBD- und THC-freie Artikel sollen an die deutschen Lidl-Standorte ausgeliefert worden sein. 

Die Cannabis-Drinks und -Süßigkeiten werden nun im kriminaltechnischen Labor im Landeskriminalamt München auf möglicherweise verbotene Inhaltsstoffe untersucht. Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es jedoch Wochen dauern.

Lidl reagierte umgehend: Die Cannabis-Produkte wurden mittlerweile wieder aus den Regalen genommen. Geäußert hat sich das Unternehmen zu der Razzia bislang nicht (Stand 13.08., 14 Uhr).

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