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So solltet ihr reagieren, wenn ihr Plastik-Klemmen an Fenstern und Türen entdeckt

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Von: Franziska Vystrcil

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Eine Hand steckt ein schwarzes Plastikstück zwischen Tür und Türrahmen
Wer eine schwarze Plastik-Klemme zwischen Tür und Rahmen findet, sollte umgehend die Polizei rufen. © BW24 Screenshot/YouTube/SWR Marktcheck

Kriminelle lassen sich immer wieder neue Maschen einfallen, um ihre Opfer übers Ohr zu hauen. Darum sollte man bei Plastik-Klemmen an Fenstern und Türen Alarm schlagen.

Stuttgart - Darauf warten, dass die Lichter ausgehen und bei Dunkelheit ein Fenster aufhebeln, um in die Wohnung zu gelangen - so simpel gehen Einbrecher bei ihren Beutezügen schon lange nicht mehr vor. Immer wieder warnt die Polizei vor neuen Maschen. Aktuell machen kleine Plastikteile den Beamten Sorgen. BW24 erklärt, warum man besonders vorsichtig sein sollte, wenn man die Plastik-Klemmen an Fenstern oder Türen findet.

Achtung, Diebe: Einbrecher lassen sich immer neue Techniken einfallen

Im Jahr 2021 ist die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle bundesweit weiter gesunken – um 27,7 Prozent auf 54.236 Fälle. Im Jahr zuvor wurden noch 75.023 Fälle verzeichnet. Dabei ist der Schaden nicht unerheblich: Einbrecher verursachten 2021 einen Schaden von rund 180 Millionen Euro, wie die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt. Allerdings könnten die Corona-Pandemie sowie das verbundene Homeoffice beim Rückgang der Fälle eine Rolle gespielt haben. Die Polizei in Baden-Württemberg hat auch mit einer Betrugsmasche zu kämpfen. An Bankautomaten erschleichen sich Kriminelle durch „Shouldersurfing“ wichtige Daten.

Um herauszufinden, ob Bewohner zu Hause sind, lassen sich Kriminelle immer wieder neue Dinge einfallen. Lange Zeit nutzten die Diebe sogenannte „Gaunerzinken“, mit denen sie Wohnungen kennzeichneten, die sich für einen Einbruch eigneten. Anhand von aufgemalten Symbolen markierten sie etwa, wie viele Menschen in Haus und Wohnung lebten oder ob etwa ein Hund vorhanden ist, heißt es in einem Bericht des SWR. In Konstanz konnten sich Betrüger mit dem „Ball-Trick“ mehrfach Zugang zu Wohnungen verschaffen und Geld erbeuten.

Schwarze Plastik-Klemme
Kriminelle nutzen solche Plastik-Klemmen, um Häuser auf mögliche Einbruchziele auszumachen. © BW24 Screenshot/YouTube/SWR Marktcheck

Mittlerweile wenden die Einbrecher eine andere Technik an, so der SWR weiter. Der Trick ist relativ simpel und fällt den Bewohnern meist nicht auf - und wenn doch, denken sich die wenigsten wohl etwas Böses dabei. Die Diebe klemmen kleine Plastik-Klemmen in U-Form zwischen Türrahmen und Tür. Wird diese geöffnet, fällt die Klemme auf den Boden. „Sie werden von den Tätern in Garten-, Garagen-, Hof- oder Haustüren gesteckt“, sagt Peter Metzdorf von der Abteilung Einbruchsprävention bei der Mainzer Polizei im SWR-Interview. Klemmt das Plastik bei der Rückkehr der Einbrecher noch immer in der Türe, wissen sie, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit niemand zu Hause ist.

Einbrecher-Masche mit Plastik-Klemme: Einbrüche sind zu jeder Uhrzeit möglich

Vor allem in der dunklen Jahreszeit, also im Winter, sollte man sich vor dieser Masche in Acht nehmen. Dann schlagen die Einbecher am liebsten und häufigsten zu. Wenn etwa Lampen in den Wohnungen aus sind, erkennen die Diebe leicht, ob auch wirklich niemand daheim ist. Doch auch sonst kann man sich nicht gänzlich in Sicherheit wähnen. „Auch Einbrüche am Vormittag sind keine Seltenheit“, sagt Peter Metzdorf dem SWR. Denn mit den Plastik-Klemmen lässt sich natürlich auch zu anderen Tages- und Jahreszeiten erkennen, welches Haus oder welche Wohnung gerade leersteht.

Wer eine Plastik-Klemme auf dem Boden oder an Fenster- oder Türrahmen findet, sollte umgehend die Polizei benachrichtigen. Nur die Klemmen zu entfernen, ist nicht die Lösung. Um ihre Opfer abzuzocken, nutzen Kriminelle auch andere Techniken: Betrüger gelangen mit falscher Paket-SMS an Passwörter und Daten.

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