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Pamela Reif verkauft eigene Schokolade und das Netz ist sprachlos - „Ich dreh am Rad“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Pamela Reif  und Christian Wolf.
Christian Wolf rechnet auf Tik-Tok mit Pamela Reif ab. © Instagram (Fotomontage BW24: naturallypam, christian.wolf.factcheck)

Mit ihrer Marke „Naturally Pam“ bewirbt die Influencerin Pamela Reif Bio-Produkte. Ein Tik-Toker hält die Präsentation ihrer Schokolade jedoch für Augenwischerei.

Karlsruhe - Mit 8,2 Millionen Followern auf Instagram ist Pamela Reif inzwischen die erfolgreichste Fitness-Influencerin der Welt. Laut einer Marktforschung ist Pamela Reifs Marke mittlerweile 10 Millionen Euro wert. Neben sportlichen Übungen und Fitness-Inspiration findet man auf Pamela Reifs Kanal auch Themen wie Lifestyle und Ernährung. Auch ihr Unternehmen „Naturally Pam“, das Produkte mit natürlichen Bio-Zutaten vertreibt und bewirbt, passt da ins Bild. Nun kritisierte jedoch ein Tik-Toker die Werbe-Masche der Influencerin, die er persönlich für nicht ganz ehrlich hält.

„Pamela Reif verkauft auch Schokolade und ich glaube, wir müssen darüber mal dringend reden“, sagt Christian Wolf. Der Tik-Toker teilt seit längerem Informationen über diverse Gesundheitsthemen. In letzter Zeit hat er sich verstärkt mit den vermeintlich „cleanen“ Produkten von Pamela Reif auseinandergesetzt. „Mit über drei Euro pro 100 Gramm ist der Preis ihrer Schokolade natürlich ziemlich happig und da stellt sich die Frage: Ist das Ganze gerechtfertigt?“ Er räumt ein, dass die Schokolade von Pamela Reif tatsächlich Fairtrade, Bio und vegan sei. „Aber nur mal so zum Vergleich: Das ist Bio-Schokolade von Aldi auch. Die kostet statt der Schokolade von Pam nur knapp über einen Euro pro 100 Gramm.“

Pamela Reif: Tik-Toker kritisiert, wie sie ihr Produkt bewirbt

Pamela Reif betont, statt dem „bösen Rohrzucker“, der beispielsweise in der Aldi-Schokolade sei, den „guten, gesunden Kokosblütenzucker“ zu verwenden, der „ja viel natürlicher ist“, so Christian Wolf. „Zumindest will Pam, dass ihr das glaubt. Schauen wir uns mal genauer an, was sie auf ihrer Website schreibt - und da wird es schon kritisch.“

Auf der Website stehe, dass Kokosblütenzucker eine natürliche Alternative zum „bösen Rohrzucker“ sei. „Und da drehe ich ehrlich gesagt schon am Rad“, sagt Christian Wolf. „Denn Rohrzucker ist Zucker aus dem Zuckerrohr - das wird aus einer natürlichen Pflanze gewonnen - genauso wie Kokosblütenzucker auch. Beide sind also komplett natürlich und die Einteilung ist einfach willkürlich und falsch.“

Doch Christian Wolf ist noch nicht fertig mit seiner Abrechnung: „Als nächstes behauptet Pamela Reif, dass der böse Rohrzucker nur leere Kalorien enthalte. Also, dass die ganzen Vitamine und Mineralien nicht mehr enthalten sind. Aber der tolle Kokosblütenzucker, der enthält laut ihr die guten Vitamine und Mineralien natürlich noch - und deshalb sei er ganz gesund.“ Auch das sei falsch, stellt der Tik-Toker klar. „Auch beim Rohrzucker gibt es Arten der Herstellung, die alle Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe noch enthalten. Rohrzucker ist also nicht schlechter als Kokosblütenzucker.“

Abrechnung mit Pamela Reif: „Kokosblütenzucker so gefährlich wie jeder andere Zucker auch“

„Punkt Nummer zwei, und das ist der viel wichtigere: Ernährungsexperten sind sich einig, dass sie Kokosblütenzucker genauso behandeln wie jeden anderen Zucker auch - also zum Beispiel wie weißen Zucker. Denn die Mini-Restmenge an Mineralien und Vitaminen, die im Kokosblütenzucker drin sind, stehen in keinem Verhältnis zu den überschüssigen Kalorien und dem überschüssigen Zucker.“ Ernährungsexperten seien sich einig, dass es kritisch sei, Kokosblütenzucker als gesunde Alternative darzustellen. „Weil man dann Gefahr läuft, zu viel davon zu essen - obwohl er so gefährlich ist wie jeder andere Zucker auch.“

Die dritte Behauptung, an der sich Christian Wolf stört: „Pamela Reif wirbt damit, dass der Rohrzucker, von dem sie abrät, einen höheren Glykämischen Index habe als der Kokosblütenzucker.“ Auch das sei jedoch falsch. Der glykämische Index (GI) ist ein Maß zur Bestimmung der Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel. Der Rohrzucker habe laut Christian Wolf sogar einen niedrigeren Glykämischen Index als der Kokosblütenzucker. „Und selbst der hoch-verarbeitete, ganz, ganz böse Industriezucker hat am Ende nur einen Glykämischen Index von 60 - Kokosblütenzucker liegt mit 54 nur knapp dahinter.“

Pamela-Reif-Werbung auf dem Prüfstand: „Falsche Mythen über Süßstoffe“

In ihrer Instagram-Story würde Pamela Reif zudem „falsche Mythen über Süßstoffe verbreiten“, so Christian Wolf. „Denn hier hat sie in Zusammenhang mit Werbung zu ihrer Kokosblütenzucker-Schokolade mal wieder behauptet, dass Süßstoffe ungesund seien.“ In Deutschland habe man jedoch so viele Menschen mit Übergewicht, bei denen Süßstoffe helfen könnten, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Er halte diese Aussage daher für gefährlich.

Christian Wolfs Hauptmotivation scheint die Aufklärung der Nutzer zu sein, die sich teilweise förmlich um die beliebten Produkte von „Naturally Pam“ reißen. Sein Fazit: Die Quelle des Zuckers spielt eine untergeordnete Rolle. Ob es sich nun um Rohrzucker, Haushaltszucker oder Kokosblütenzucker handelt: Im Übermaß sind sie alle ungesund.

Pamela Reif: Auch ihre Fitness-Workouts stehen in der Kritik

Aufgrund ihrer enormen Reichweite im Netz übt Pamela Reif viel Einfluss auf ihre Follower aus. Ihre Social-Media-Kanäle bieten ihr eine große Plattform, Produkte zu vermarkten. Ihre Reichweite bringt ihr jedoch auch immer wieder Kritik ein, ob sie diese gewissenhaft und zum Vorteil ihrer Fans nutzt. Nicht nur ihr Unternehmen „Naturally Pam“ ruft Kritik hervor. Auch Pamela Reifs Workouts auf YouTube stoßen mitunter auf Skepsis. US-Experten rechneten kürzlich mit den Online-Workouts ab. Mit ihren Fitness-Challenges wecke die Influencerin bei den Fans unrealistische Erwartungen. Ein Sixpack in zwei Wochen antrainieren, acht Prozent Körperfett in 30 Tagen verlieren - diese Versprechen sind meist völlig übertrieben. 

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