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Alle Filialen betroffen: Deutscher Spielwaren-Händler stellt Betrieb ein – 800 Jobs fallen weg

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Von: Katja Becher

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Hamburg - Die Schließungswelle macht auch vor der beliebten Spielwarenplattform Mytoys nicht Halt. Die Otto Group stellt den Geschäftsbetrieb ein – und schließt alle Filialen.

Die Hamburger Otto Group stellt den Geschäftsbetrieb der Spielwarenplattform Mytoys.de ein und schließt bis Februar 2024 alle Filialstandorte. Die Marke Mytoys werde künftig ausschließlich auf der Otto-Plattform angeboten, teilte der Konzern am Montag mit. Für die betroffenen rund 800 Beschäftigten in der Mytoys-Verwaltung in Berlin und den Stationärgeschäften soll ein Interessenausgleich verhandelt und ein Sozialplan erstellt werden, wie HEIDELBERG24 berichtet.

Mytoys stellt Betrieb ein – alle Filialen werden geschlossen

Neben der Online-Plattform Mytoys.de besitzt der Spielwarenhändler zum Beispiel Filialen in Stuttgart (Baden-Württemberg) und Worms (Rheinland-Pfalz). „Natürlich ist uns diese Entscheidung äußerst schwergefallen, gerade auch hinsichtlich der engagierten und professionellen Arbeit aller Mitarbeitenden von Mytoys“, erklärte Ottos E-Commerce-Vorstand Sebastian Klauke. Doch angesichts des über Jahre defizitären Geschäftsmodells gebe es keine Alternative.

Die Läden von Mytoys sind nicht die einzigen, die in Zukunft aus den Städten verschwinden werden. So hat zum Beispiel auch der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof Schließungen angekündigt. Eine Liste zeigt, welche Kaufhof-Filialen möglicherweise von Schließungen bedroht sind.

Logo und Schriftzug von myToys (Archivfoto)
Logo und Schriftzug von myToys (Archivfoto) © IMAGO/Fotostand/van der Velden

Steigender Kosten- und Marktdruck – Mytoys-Filialen nicht mehr zu retten

Das Unternehmen habe trotz mehrfacher strategischer Neuausrichtung und hoher Investitionen weder eine solide wirtschaftliche Performance noch die erforderliche nachhaltige Rentabilität erreicht, erklärte Otto. Der Erfolg eines unbedingt erforderlichen Turnarounds, verbunden mit weiteren hohen Investments und steigendem Kosten- und Marktdruck, sei vor diesem Hintergrund weder seriös planbar noch realistisch.

Zudem sei das umkämpfte und nur niedrige Margen abwerfende Segment Spielwaren leichter innerhalb des Marktplatzes von Otto profitabel zu bewirtschaften. Von der Schließung nicht betroffen sei das bisher unter dem Dach der Mytoys Group firmierende Konzernunternehmen Limango. Auch der Moderiese Peek & Cloppenburg steckt in der Krise – und hat Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. (kab/dpa)

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