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Mehr Keime als auf der Toilette: So reinigt man den Kühlschrank richtig

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Von: Franziska Schuster

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Bakterien, Keime, Schimmelpilze: Werden Kühlschränke nicht regelmäßig und richtig gereinigt, bieten sie idealen Nährboden für Erreger. Mit diesen Tipps bleibt der Kühlschrank sauber.

Stuttgart - Auf die Frage, welcher Ort in einer Wohnung am dreckigsten ist, antworten die meisten wohl mit Toilette, Küchenspüle oder Fußboden. Dass ein Küchenschwamm vor Bakterien nur so trieft, ist auch vielen bekannt. Aber dass ausgerechnet der Kühlschrank gesundheitsgefährdend schmutzig sein kann, daran denken nur wenige. Laut einer Untersuchung lauern in Kühlschränken häufig sogar mehr Keime als etwa auf der Toilette. Ein sehr unappetitlicher Gedanke.

Es kann jedoch schnell passieren, dass der Kühlschrank verunreinigt ist. Während mancher Dreck direkt sichtbar ist, lauert anderer unsichtbar hinter den geschlossenen Türen. So gelangen etwa Bakterien oft mit den Einkäufen in den Kühlschrank. Das kann durch Erde passieren, die noch am Gemüse haftet, durch offene Joghurtbecher oder falsch gelagerte Wurst- oder Fleischwaren. Mit einigen Tricks wird und bleibt der Kühlschrank sauber.

Lebensmittel richtig lagern, um Keime zu vermeiden: Das gehört in die jeweiligen Kühlzonen

Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass die Temperatur des Kühlschranks nicht die 8-Grad-Marke überschreiten sollte. Bei höheren Temperaturen fühlen sich Keime wohl und vermehren sich. Ist die Rückwand auch noch feucht, herrschen ideale Bedingungen für Bakterien und Co.. Zwar bedeuten niedrige Temperaturen einen höheren Stromverbrauch, aber auch hier lässt sich leicht Energie einsparen: Der Kühlschrank sollte immer gut gefüllt sein.

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Eine Frau mit dunklen Haaren und rosafarbenen Gumminhandschuhen putzt einen Kühlschrank (Symbolbild)
Der Kühlschrank sollte mindestens einmal im Monat saubergemacht werden. © Panthermedia/Imago

Bei der Einstellung der Temperatur gilt es auch, die verschiedenen Kühlzonen im Schrank zu beachten, die zwischen 2 und 8 Grad aufweisen sollten. Wer seinen Kühlschrank richtig befüllt, kann es vermeiden, dass Lebensmittel schlecht werden oder frühzeitig schimmeln und so den Kühlschrank verunreinigen. Im Bereich der Glasplatte über dem Gemüsefach ist es mit 2 Grad am kühlsten, hier sollten Fleisch, Wurst und Fisch gelagert werden. In der Mitte des Kühlschranks herrschen etwa 5 Grad. Dort herrschen ideale Bedingungen für die Aufbewahrung von Käse und Milchprodukten. Im obersten Teil sollten bereits zubereitete Speisen gekühlt werden.

In den Fächern in der Tür ist es bei 9 bis 11 Grad am wärmsten. Hier lassen sich Marmeladen, Grillsaucen oder Eier gut verstauen. Letztere sind durch die Kühlung rund drei bis vier Wochen lang haltbar. Mit einigen Hacks schafft man schnell Ordnung im Kühlschrank.

Auch die Art und Weise, wie Lebensmittel gelagert werden, kann die Keimbildung im Kühlschrank verhindern. Aufschnitte von Käse und Wurst sollten in luftdichten Behältnissen aus Glas, Metall oder Kunststoff aufbewahrt werden. Auch angebrochene Lebensmittel, wie etwa Joghurtbecher, sollten nach dem Öffnen luftdicht verschlossen werden. Gemüse und Obst lagern am besten im dafür vorgesehenen Gemüsefach. Hier verträgt sich jedoch nicht alles miteinander. Äpfel strömen zum Beispiel ein Reifungsgas aus, das anderes Obst und Gemüse, das eventuell neben den Äpfeln im Fach liegt, schneller reif werden und verderben lässt. Aber Achtung: Nicht alle Lebensmittel gehören in den Kühlschrank.

Schritt für Schritt: So reinigt man den Kühlschrank richtig

In der Regel sollte der Kühlschrank alle vier Wochen gereinigt werden. Treten unangenehme Gerüche auf, kann ein Säubern auch früher notwendig werden. Tipp für zwischendurch: Riecht der Kühlschrank, einfach einen aufgeschnittenen Apfel oder eine Schale mit etwas Kaffeepulver in den Schrank stellen.

Um den Kühlschrank zu reinigen, alle Lebensmittel herausnehmen und anschließend den Strom abschalten. Beim Ausräumen und Aussortieren muss man jedoch nicht alles gleich in den Müll werfen. Mit vier Tricks kann man Lebensmittel retten und Geld sparen. Ist der Kühlschrank leer, werden als Nächstes die Böden herausgenommen. Diese mit Spülmittel und Wasser säubern. Gut abtrocknen. Das Innere vom Kühlschrank gründlich auswischen und dabei nicht die Dichtungen vergessen. Wasser mit etwas Spülmittel reicht hier im Normalfall aus. Wer möchte, kann auch einen Allzweckreiniger für die Küche verwenden. Zum Nachwischen eignet sich klares Wasser mit einem Schuss Zitronensaft. Auf Scheuerschwämme und scharfe Putzmittel sollte man verzichten, da diese den Kunststoff und die Dichtungen angreifen und porös werden lassen können.

Die Ablaufrinne an der Rückwand sollte besonders gründlich gereinigt werden. Da dort durch eine Öffnung Kondenswasser abfließt, sind die Rinne sowie die Öffnung anfällig für die Bildung von Schimmel. Schwer erreichbare Stellen lassen sich auch gut mit Wattestäbchen säubern. Mehr Tipps für Haushalt und Co. gibt es auf der Verbraucher-Seite von BW24.

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