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Große Steueränderung: Arbeitnehmer bekommen mehr Netto

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Der finanzielle Druck in Deutschland wächst massiv für viele Bürgerinnen und Bürger. Der Steuerfreibetrag 2022 steigt nun, doch wie viel hilft das?

Berlin – In Zeiten wachsender Inflation und steigender Preise kommt es in vielen Haushalten auf jeden Cent an, Nachrichten über einen von der Ampel beschlossenen höheren Steuerfreibetrag 2022 kommen daher sehr gelegen. Grundsätzliche Probleme ändert das nicht, dennoch naht zumindest etwas Erleichterung, wie kreiszeitung.de berichtet. Doch um wie viel Geld steigt der steuerliche Grundfreibetrag und was ändert sich noch im steuerlichen Bereich? Eine Übersicht.

Steuerfreibetrag 2022: Steuerlicher Grundfreibetrag wird angehoben – mehr Netto für Arbeitnehmer

Die Ampelkoalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) brachte zuletzt einige Entlastungsmaßnahmen für Bürgerinnen und Bürger in Deutschland auf den Weg. Eine große Rolle dabei spielen Maßnahmen aus dem Entlastungspaket 2022, wie das Neun-Euro-Ticket, das nun vielerorts im Vorverkauf ist. Doch auch beim Steuerrecht gibt es eine Entwicklung, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugutekommen soll: Der Steuerfreibetrag 2022 wird angehoben. Ein höherer steuerlicher Grundfreibetrag bedeutet ganz konkret mehr Geld Netto auf dem Gehaltszettel für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Geldscheine
Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Die Anhebung des Steuerfreibetrags 2022 sorgt für mehr Geld netto bei Arbeitnehmern. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Die Pläne der Politik gelten kritischen Beobachtern nach wie vor als unzureichend, insbesondere in Anbetracht des wachsenden Preisdrucks und der inflationären Entwicklung. Acht Prozent Preissteigerung jährlich hatte es in Deutschland seit 1951 nicht mehr gegeben. Noch dramatischer ist die Lage etwa im Land von Präsident Recep Tayyip Erdogan: In der Türkei gibt es derzeit etwa 70 Prozent Inflation, die Armut wächst rasant. Auch in Großbritannien drohen Millionen Menschen in die Armut abzurutschen.

Steuerfreibetrag 2022: Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags rückwirkend ab 1. Januar

Die Ampel hebt den steuerlichen Grundfreibetrag zum 1. Januar 2022 rückwirkend an. Der Steuerfreibetrag bei der Einkommenssteuer steigt um 363 Euro von aktuell 9984 auf 10.347 Euro. Beim Steuerfreibetrag 2022, beziehungsweise dem Grundfreibetrag, handelt es sich um die Einkommensgrenze, ab der in Deutschland Einkommenssteuer abgeführt werden muss.

Das bedeutet, dass Steuerpflichtige in Deutschland ab erstem Januar dieses Jahres rückwirkend weniger an Steuern zahlen. In Zukunft müssen Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer erst ab dem 10.348. Euro Einkommenssteuer entrichten.

Mehr Netto durch höheren Grundfreibetrag 2022 – auch Pendlerpauschale und Werbungskostenpauschale werden angehoben

Der höhere steuerliche Grundfreibetrag 2022 beschert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Gehalt Netto, doch das ist nicht die einzige Änderung im Bereich Steuern: Auch die sogenannte Werbungskostenpauschale wird angehoben. Die Pauschale wird automatisch bei allen Arbeitnehmern in ihrer Steuererklärung berücksichtigt, sofern diese keine höheren Werbungskosten angegeben haben. Bei den sogenannten „Werbungskosten“ handelt es sich um beruflich veranlasste Kosten, die steuerlich geltend gemacht werden können. Für die Pauschale müssen keine Belege oder Nachweise abgegeben werden.

Bisher ließ sich das zu versteuernde Einkommen mithilfe der Pauschale um etwa 1000 Euro drücken, zukünftig sind es 1200 Euro. Bei Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften gilt sie, wenn beide arbeiten, für beide Personen einzeln. Derweil steigt auch die Pendlerpauschale, sie ist in der Steuererklärung Teil der Werbungskostenpauschale. Für Pendler kommt dabei schnell ein höherer Betrag zusammen, als der Pauschalbetrag, sie können deshalb profitieren. Von einem höheren Grundfreibetrag 2022, über eine höhere Pendlerpauschale bis zur angehobenen Werbungskostenpauschale: Es tut sich etwas im steuerlichen Bereich, nichtsdestotrotz werden auch die aktuellen Erleichterungen die derzeitigen finanziellen Mehrbelastungen in den meisten Haushalten nicht ausgleichen können.

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