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Mehr Gehalt nach der Probezeit: So viel ist möglich – mit den richtigen Argumenten

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Von: Jason Blaschke

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Wer nach der Probezeit auf mehr Gehalt hofft, wird oft enttäuscht. Doch wer ein paar clevere Tricks kennt, ist im Vorteil. Die richtigen Argumente gehören dazu.

Stuttgart – Der Krieg in der Ukraine und die davon ausgelöste Energie- und Preiskrise bekommt für viele Verbraucher gerade jetzt noch einmal eine neue Bedeutung. Schnee und Frost bestimmen das Wetter im Dezember in Deutschland. Noch im Vorjahr hätten sich viele über weiße Weihnachten gefreut – doch in der aktuellen Energie- und Preiskrise ist vieles anders. Die Sorge vor explodierenden Nebenkosten ist groß.

Probezeit im Arbeitsvertrag: Dauer und Kündigung – die wichtigen Fakten

2022 drehen viele Verbraucher daher nur vorsichtig am Thermostat. Zwar gibt es von der Ampel-Koalition diverse Entlastungen wie einen Heizkostenzuschuss von bis zu 800 Euro – für viele Betroffene sind solche Finanzhilfen aber nur eine kurzfristige Lösung. Das Thema Gehalt gewinnt in der aktuellen Zeit umso mehr an Bedeutung. Gerade, wer erst neu in der Arbeitswelt ist oder die Branche gewechselt hat, verdient zu Beginn oft weniger.

Dazu kommt die Probezeit, in der Arbeitnehmer ohne Grund gekündigt werden können. Bis zu sechs Monate können vereinbart werden, in denen der Arbeitsvertrag von beiden Seiten innerhalb von zwei Wochen gekündigt werden kann. Nach der Probezeit geht es dann in ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis über – allein das ist schon ein Erfolg. Aber kann man nach einer erfolgreichen Probezeit automatisch auf etwas mehr Gehalt hoffen?

Mehr Gehalt nach Ende der Probezeit – diese Argumente besser vermeiden

Nein, ist hier die korrekte Antwort. Es sei denn, im Arbeitsvertrag ist ein Lohnplus nach der Probezeit explizit vereinbart. Die Online-Plattform „kununu“ empfiehlt, sich solche Gehaltsanpassungen immer schriftlich im Arbeitsvertrag festhalten zu lassen. Nur auf eine mündliche Zusage sollte man sich nicht verlassen. Ist keine entsprechende Vereinbarung getroffen, wird es kniffliger – dann kommt es auf die richtigen Argumente an.

Die Inflation oder dass man seinen Job bisher den Erwartungen entsprechend erfüllt hat, sind keine gute Argumentationsgrundlage. Wer in der Probezeit jedoch berufliche Erfolge vorweisen kann, ist in einer guten Position. Oft kommt es auch vor, dass man in einer Probezeit feststellt, dass die Tätigkeitsbeschreibung in der Ausschreibung nur einen Teil der tatsächlichen Aufgaben widerspiegelt, die man im Rahmen der Festanstellung erledigt.

Mehr Gehalt nach der Probezeit: So viel ist möglich

Wie hoch eine mögliche Gehaltserhöhung nach der Probezeit ausfallen kann, lässt sich nicht pauschal beantworten. Nach Informationen von kununu sind fünf bis maximal acht Prozent realistisch – bei Führungskräften oder in Positionen mit viel Verantwortung können es auch mal 15 bis 20 Prozent mehr Gehalt sein. Das auf Loyalty- und Benefitsprogramme spezialisierte Unternehmen „givve“ nennt fünf bis 10 Prozent mehr Gehalt nach der Probezeit als Orientierung.

Gehalt nach der Probezeit: Argumente und Strategien – Tipps für mehr Geld

Übernimmt man freiwillig mehr Aufgaben als vereinbart, ist auch dies ein Argument im Personalgespräch für mehr Gehalt nach der Probezeit. Seine Argumente sollte man sich zuvor gut überlegen und strukturieren. Die Experten von kununu empfehlen, berufliche Erfolge gleich zu Beginn der Beschäftigung zu dokumentieren. Dasselbe gilt übrigens auch für das kommende Personalgespräch – denn selbst, wer nach der Probezeit keinen Erfolg hat, kann später immer noch beim Gehalt nachverhandeln.

Laut kununu planen viele Unternehmen einmal pro Jahr oder alle zwei Jahre Gehaltsgespräche für die ganze Belegschaft. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich in diesen Rhythmus einzugliedern. Ist der Arbeitsvertrag befristet, ist das Ende der Vertragslaufzeit ein guter Zeitpunkt. Oft kann man nach einem oder mehreren Jahren im Unternehmen auch mehr Gehalt aushandeln als nach einer vergleichsweise kurzen Probezeit.

Zu sehen ist ein Chef, der mit dem Hinterkopf zu sehen ist. Er ist im Gesrpäch mit einem Mitarbeiter, der unglücklioch aussieht.
Wer im Personalgespräch (Symbolfoto) mehr Gehalt aushandeln möchte, sollte auf die richtigen Argumente setzen. © Imago

Nicht nur das Gehalt: Auch von Sachleistungen können Mitarbeiter profitieren

Zudem muss es nicht automatisch immer mehr Geld sein. Auch von Sachleistungen im Arbeitsvertrag können Arbeitnehmer unterm Strich finanziell profitieren. Tankgutscheine, Mietkostenzuschuss, Altersvorsorge – die Zahl an Sachleistungen und Benefits, die der Arbeitgeber gewähren kann, ist groß. Der Vorteil zur Gehaltserhöhung: Bis zu einem gewissen Betrag sind Sachleistungen steuerfrei – egal, welcher Steuerklasse ein Arbeitnehmer zugeordnet ist.

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