Corona-Lockerungen im Einzelhandel

Maskenpflicht bei Kaufland, Lidl und Co. entfällt - Jeder zehnte Händler hält weiter daran fest

  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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Seit Anfang April ist die Maskenpflicht auch im Einzelhandel nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben – doch in einzelnen Läden kann sie noch greifen.

Neckarsulm – Lange Zeit war die Maske ein wichtiger Baustein in der Pandemiebekämpfung. Zunächst waren es die Stoffmasken, später die medizinischen FFP2-Masken, die in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens vorgeschrieben waren. Die Betonung liegt auf „waren“, denn seit Anfang April greift die Maskenpflicht in Deutschland nur noch in einzelnen Bereichen. Dazu gehören Kliniken, Alten- und Pflegeheime oder auch Arztpraxen.

Masketragen im Einzelhandel – Umfrage aus Baden-Württemberg zeigt deutliche Tendenz

Das heißt umgekehrt: In nahezu allen anderen Bereichen ist das Tragen einer Maske nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben – doch es gibt Ausnahmen, die Verbraucher kennen sollten. Einzelhändler wie Kaufland oder Lidl haben die Möglichkeit, das Tragen einer Maske im Hausrecht zu verankern – was bedeutet, dass Kunden zum Tragen einer Maske verpflichtet werden können. In einer Umfrage wollte der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) wissen, ob die Händler davon Gebrauch machen.

Das Ergebnis der Umfrage, die BW24 schriftlich vorliegt, ist eindeutig: Nur 8,33 Prozent der knapp 200 befragten Händler gaben an, weiter an der Maskenpflicht im eigenen Geschäft festhalten zu wollen. Ganze 87,04 Prozent lassen die Maskenpflicht fallen. Nur etwa vier Prozent der befragten Händler sind noch unentschlossen. Viele Einzelhändler setzen stattdessen auf Freiwilligkeit – bei ihren Kunden, aber auch bei Mitarbeitern, die bis Ende März ebenfalls noch eine Maske tragen mussten.

Schwarz-Gruppe äußert sich zur Maskenpflicht – Regel bei Kaufland und Lidl

Die Schwarz Gruppe aus Neckarsulm, zu der auch Kaufland und Lidl gehören, teilte auf Anfrage von BW24 mit, dass alle Kunden selbst entscheiden könnten, ob sie eine Maske tragen oder nicht. „Unseren Filial-Mitarbeitern machen wir ebenfalls keine Vorgaben zum Tragen einer Maske“, hieß es vonseiten des Unternehmens weiter. In den Filialen, Logistiklagern und Verwaltungsstandorten der Schwarz Gruppe würden aber auch weiter Hygiene- und Schutzmaßnahmen-Konzepte auf Basis der gültigen Verordnungen gelten.

Seit 2. April greifen bei Kaufland, Lidl und Co. gelockerte Corona-Auflagen, die wichtigste Neuerung ist der Wegfall der allgemeinen Maskenpflicht. Viele Händler schreiben ihren Kunden das Maske-tragen nicht explizit vor – appellieren aber an die Freiwilligkeit. Der HBW-Umfrage zufolge empfehlen rund 40 Prozent der befragten Händler ihren Kunden, eine Maske zu tragen – etwas mehr als 50 Prozent verzichten auf eine solche Empfehlung.

Maskenpflicht kommt nicht ins Hausrecht – Edeka verrät simplen Hintergrund

Im Gespräch mit RTL/ntv positioniert sich auch der Lebensmittel-Riese Edeka zum Thema Maske-tragen im Einzelhandel. „Generell möchten wir betonen, dass wir das Tragen einer medizinischen Maske beim Besuch unserer Märkte zum Selbstschutz der Kunden und zum Schutz unserer Mitarbeiter empfehlen.“ Im Hausrecht verankern will aber auch Edeka die Maskenpflicht nicht, denn: „Hier fehlen uns die Möglichkeiten der Kontrollen.“

Supermärkte oder Discounter können das Maske-tragen in der Filiale (Symbolbild) im Hausrecht verankern – die wenigsten machen von der Maßnahme aber Gebrauch.

Der Wegfall der allgemeinen Maskenpflicht ist aber längst nicht das einzige Thema, das die Verbraucher aktuell beschäftigt – auch der Krieg in der Ukraine macht sich in der Wirtschaft immer stärker bemerkbar und letztlich im Geldbeutel der Verbraucher. Immer mehr Alltags-Produkte sind von Preiskorrekturen und Lieferengpässen betroffen – allen voran Lebensmittel, die aus Russland oder der Ukraine nach Deutschland importiert werden.

Änderungen für Verbraucher ab April – Maskenpflicht ist nicht das einzige

Die Gründe für die Verteuerungen sind vielfältig. Zum einen kämpfen die Produzenten mit teuren Energie- und Rohstoffpreisen, ein anderer Grund sind steigende Ausgaben für die Logistik. Produkte aus der Ukraine oder Russland sind zum Teil gar nicht mehr nach Deutschland lieferbar. Das betrifft zum Beispiel das begehrte Hamster-Produkt Sonnenblumenöl, weswegen die Kartoffel-Industrie Alarm schlägt und von Versorgungsengpässen spricht.

Die Lage für Verbraucher in Deutschland ist im Moment recht chaotisch. Mit Blick auf die Maskenpflicht empfiehlt es sich, immer eine Maske in der Tasche zu haben. Wer zudem ein paar clevere Spar-Tricks im Supermarkt beherzigt, kann an der Kasse viel Geld sparen. Die gelockerte Maskenpflicht ist übrigens nicht die einzige Neuerung. Welche Änderungen auf die Verbraucher im April in Deutschland noch zukommen, berichtet echo24.de*. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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