Flexibles Arbeiten

Lidl führt Vier-Tage-Woche ein - aber nur für „ausgewählte Mitarbeiter“

Auch der Handel bildet mehr aus. Hier ein Archivfoto mit einem Auszubildenden in einer Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl in Stuttgart.
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Lidl testet in Österreich ab sofort den Umstieg von einer Fünf- auf eine Vier-Tage-Woche. Beschäftigte, die in Filialen arbeiten (Symbolbild), sind davon jedoch noch nicht betroffen.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Handelsriese Lidl ermöglicht Mitarbeitern in Österreich ab sofort den Umstieg von der Fünf- auf die Vier-Tage-Woche. Davon profitieren allerdings nicht alle.

Wien - In Belgien wurde vor kurzem die Vier-Tage-Woche beschlossen. Auch in anderen europäischen Ländern setzen Unternehmen zunehmend auf flexiblere Arbeitszeitmodelle. Handelsriese Lidl wagt in Österreich nun einen ersten Vorstoß und führt für bestimmte Mitarbeiter die Vier-Tage-Woche ein. Dabei bleibt die Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden pro Woche bestehen.

Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, testet Lidl das neue Modell zunächst für „ausgewählte Büro-Mitarbeiter“. Beschäftigte, die in Filialen arbeiten, schließt die Regel nicht mit ein. Allerdings hat Lidl das Mindestgehalt für Filialmitarbeiter zum 1. März auf 2.090 Euro erhöht.

Vier-Tage-Woche bei Lidl: „Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen wird immer größer“

Wer von den Angestellten bei Lidl am Test zur Vier-Tage-Woche teilnehmen darf, wollte das Unternehmen auf LZ-Anfrage nicht verraten. Der Discounter der Schwarz-Gruppe betont jedoch: „Der Wunsch nach flexiblen Arbeitsmodellen wird immer größer. Die Liste unserer Incentives ist lang - von Teil- und Gleitzeitmodellen über Sabbaticals bis hin zu Teamevents und betrieblicher Gesundheitsvorsorge.“ 2022 werde man das Angebot erweitern und verbessern.

Auch in Deutschland können sich viele Arbeitnehmer eine verkürzte Arbeitswoche gut vorstellen. So sprachen sich laut einer Forsa-Umfrage 71 Prozent der Befragten für eine Vier-Tage-Woche aus. Deutsche Gewerkschaften verweisen allerdings auch auf mögliche negative Konsequenzen. Eine Arbeitszeit von zehn Stunden an drei aufeinanderfolgenden Tagen könne zu neuen Problemen führen. Sie befürworten daher eine verkürzte Arbeitswoche, bei der die Arbeitszeit nicht nur neu verteilt, sondern bei vollem Lohnausgleich auch insgesamt verkürzt wird.

Netzreaktionen: „Wie wäre es, bei den Mitarbeitern an der Kundenfront mal so einen Versuch zu starten?“

Derweil gab es auch im Netz zahlreiche Reaktionen auf die Vier-Tage-Woche bei Lidl - einige davon kritischer Natur. „Da bleibe ich lieber bei meinen fünf Tagen und 37,5 Stunden“, kommentiert ein Nutzer auf Facebook. Ein anderer stört sich daran, dass nur „ausgewählte Büro-Mitarbeiter“ in den Genuss der Vier-Tage-Woche kommen. Als Ergänzung schlägt er vor: „Wie wäre es, bei den Mitarbeitern an der Kundenfront mal so einen Versuch zu starten? Da gäbe es direkt einen Haufen neue Arbeitsplätze.“

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