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Elektroaltgeräte ab 1. Juli abgeben: Lidl, Aldi und Co. stellen Konzept vor

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Von: Jason Blaschke

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Kunden von Kaufland, Lidl und Co. können ab 1. Juli ihre alten Elektrogeräte kostenlos in einer Filiale abgeben – dabei gelten aber konkrete Vorgaben.

Neckarsulm – Die Preise für viele Alltags-Produkte kennen aktuell bloß die Richtung nach oben. Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass auch die Discounter Aldi und Lidl ihre Lebensmittel-Preise weiter anziehen und speziell eine Produktgruppe dabei ins Visier nehmen. Viele Branchenexperten überrascht die Entwicklung nicht. In einer Studie hatten Forscher vor mehreren Wochen die Preise vieler Alltags-Lebensmittel untersucht – mit traurigem Fazit für die Verbraucher.

Kundenservice wird ab 1. Juli Pflicht: Einzelhandel muss alte Elektrogeräte annehmen

„Das Schlimmste kommt auf die Haushalte erst noch zu“, sagt Aurélien Duthoit – Senior Volkswirt bei der Allianz Trade – der an der Studie mitgearbeitet hatte. Er glaubt, dass die Verbraucher 2022 erst ein Teil der Preissteigerungen erreicht habe. Konkret gehen er und seine Studienkollegen von Mehrkosten von 250 Euro pro Jahr und Kopf allein für Lebensmittel aus. Kein Wunder, dass auch die Kunden von Kaufland oder Lidl zunehmend auf clevere Spartipps im Einzelhandel zurückgreifen.

Dazu gehören auch kostenlose Kundenservices, die Supermärkte und Discounter zuletzt verstärkt ausgebaut haben – etwa neue E-Ladesäulen, die zumindest derzeit oft noch unentgeltlich genutzt werden können. Ganz neu ist ab 1. Juli der Service, dass Kunden alte Elektrogeräte im Einzelhandel abgeben können und nicht mehr zwangsläufig zum Wertstoffhof fahren müssen. Dieser neue Gratis-Service bei Lidl und Co. (mehr Verbraucher-News auf BW24) ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Einzelhandel nimmt alte Elektrogeräte an: Rewe verrät konkreten Ablauf

Die Frage ist, ob der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) überhaupt vorbereitet ist? Und noch viel wichtiger: Wie läuft das Ganze ab 1. Juli für die Kunden genau ab? „Der Einzelhandel ist gewappnet und mit seinen Vorbereitungen auf der Zielgeraden“, heißt es vom Handelsverband Deutschland (HDE) auf eine Anfrage der Lebensmittel-Zeitung (LZ). „Alle Läden werden pünktlich zum 1. Juli mit ihren Rücknahmesystemen starten“, sagt HDE-Chefin Antje Gerstein.

Wie diese „Rücknahmesysteme“ in der Praxis aussehen sollen, geht aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA) hervor. Von Edeka heißt es, dass ab 1. Juli alle Kunden „Elektrogeräte in unseren Märkten abgegeben können“. Und auch Edeka-Konkurrent Rewe hat ein Konzept ausgearbeitet. „Sie melden sich einfach an der Kasse – dann wird geprüft, ob das Gerät Rücknahme-tauglich ist“, heißt es von der Supermarktkette auf DPA-Nachfrage.

Alte Elektrogeräte kostenfrei abgeben: Verbraucher müssen Vorgaben beachten

Genauso soll es Berichten der LZ zufolge auch bei Netto und Penny ablaufen. Weniger konkret werden die Discounter Aldi und Lidl. Aus der Pressestelle von Aldi heißt es auf Nachfrage von BW24, dass es eine „einfache und unkomplizierte Rücknahme von Elektro- und Elektronikaltgeräten“ in den Filialen geben werde. Lidl und Aldi wollen es ähnlich wie Rewe, Penny und Netto handhaben und alte Elektrogeräte an den Kassen zurücknehmen. Dabei müssen Verbraucher ein paar Vorgaben beachten:

Auf Facebook stößt die Möglichkeit, alte Elektrogeräte im Einzelhandel abzugeben, auf ein geteiltes Echo. Unter einen Beitrag von BW24 schreibt ein User, dass der neue Service auch nichts gegen die teuren Preise ausrichten könne. „Es gibt auf Wertstoffhöfen seit Jahren die Möglichkeit, den Elektroschrott kostenlos abzugeben“, schreibt eine andere Nutzerin und ergänzt: „Was soll der Handel damit – das muss alles trotzdem entsorgt werden, was Geld kostet.“ 

Kritik an neuer Regelung – Belastung für Lidl und Co. „insgesamt erheblich“

Aus Sicht von HDE-Geschäftsführerin Gerstein ist das ein wichtiger Punkt, der von der Facebook-Nutzerin angesprochen wird. „Die zusätzliche Belastung des Handels durch die Rücknahme von Altgeräten ist für viele Unternehmen insgesamt erheblich“, erklärt sie gegenüber der LZ. Oft seien gerade in städtischen Lagen ohnehin nur kleine Lagerflächen vorhanden. „Wenn diese jetzt auch noch für die Lagerung von Elektroaltgeräten genutzt werden müssen, wird es vielerorts eng.“

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