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Retter-Tüte bei Lidl für 3 Euro: „Gute Idee mit bitterem Beigeschmack“

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Von: Jason Blaschke

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Lidl führt in allen Filialen die Retter-Tüte ein, eine Papiertüte mit Gemüse und Obst zum günstigen Preis. Neben viel Lob gibt es auf Facebook Kritik.

Neckarsulm – In Zeiten, in denen einfachste Alltags-Lebensmittel immer teurer werden, ist ein möglichst günstiger Einkauf für die Verbraucher umso wichtiger. Im Internet kursieren zahlreiche Tipps und Tricks zum sparsamen Einkauf, die meist aber eines gemein haben: Sie sind mit Verzicht verbunden. Dabei müssen es nicht einmal die radikalen Sparmaßnahmen sein – schon, wer seine Kauf-Gewohnheiten ein wenig umstellt, kann seinen Geldbeutel nachhaltig schonen.

Lidl verkauft Retter-Tüte zum Einheitspreis, unabhängig vom Gewicht

Umso abstruser ist es, wenn in der jetzigen Energie- und Preiskrise noch gute Alltags-Lebensmittel im Abfall laden. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass allein in Deutschland jährlich etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Genau an der Stelle möchte der Discounter Lidl laut eigener Aussage ansetzen und im Rahmen seines „Rette mich“-Konzepts eine Retter-Tüte ab sofort deutschlandweit einführen.

In allen Filialen von Lidl Deutschland sollen in einer Papiertüte äußerlich weniger perfektes, aber verzehrfähiges Obst sowie Gemüse zum fairen Preise verkauft werden. In einer Mitteilung teilt der Discounter mit Sitz in Neckarsulm mit, dass man pro Papiertüte ein Einheitspreis von drei Euro fällig werde – unabhängig vom Gewicht. Ursprünglich sollte das Projekt Retter-Tüte schon früher starten, laut der Lebensmittel-Zeitung (LZ) habe es aber Engpässe gegeben.

Facebook-User loben Retter-Tüte von Lidl – „kommt zur richtigen Zeit!“

Nach Informationen der LZ soll es am Papier gehapert haben, Lidl weist das zurück und verweist auf einen im März kommunizierten Plan, der die Einführung einer Retter-Tüte wohl erst ab August vorsieht. „Mit der Retter-Tüte schaffen wir zusätzlich zur Abgabe von Lebensmitteln an die Tafeln einen weiteren Baustein für unsere Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Christian Härtnagel, Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl Deutschland.

Und auch auf Facebook kommt das Konzept der Lidl-Retter-Tüte überwiegend gut an. „Kommt zur richtigen Zeit! Sehr lobenswert“, schreibt eine Userin. „Endlich mal etwas Sinnvolles“, ergänzt dazu eine andere. Doch zwischen viel Zuspruch und Lob lesen sich auch Skepsis und Bedenken. Die Retter-Tüte von Lidl sei eigentlich eine gute Idee, „aber mit bitterem Beigeschmack“, kommentiert ein Nutzer, an anderer Stelle sehe er mehr Bedarf.

Retter-Tüte von Lidl: Facebook-User bezeichnet Idee als „geschmacklos“

„Man könnte die Lebensmittel auch kostenlos an die Tafeln oder an arme Menschen abgeben, die sie wirklich benötigen.“ Aber „aus Fast-Abfällen, die in die Preise einkalkuliert sind, die der Kunde ohnehin bezahlt, noch Geld zu machen, finde ich geschmacklos!“, so der Facebook-User. Von Lidl heißt es hierzu, dass man für die Tafeln weiterhin ein verlässlicher Partner sei und die Zusammenarbeit fortsetzen werde, die die seit fast 15 Jahren gut und vertrauensvoll sei.

Damit die Kunden wissen, was in einer Retter-Tüte ist, stehen auf der Tüte die Namen der Lebensmittel und der Preis von drei Euro. Das Gewicht variiert, eine Tüte könne schon mal bis zu fünf Kilogramm schwer sein, heißt es von Lidl. Härtnagel dazu: „Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in die Tonne.“ Jedes nicht weggeschmissene Lebensmittel sei für Lidl, die Umwelt sowie das Klima ein Erfolg, ergänzt der Geschäftsleitungsvorsitzende. 

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