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Lidl bietet Kabel und DSL von Vodafone an: Facebook-Nutzer entlarvt perfide Masche

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Von: Jason Blaschke

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Leuchtendes Lidl-Schild vor blauem Himmel
Die neuen Internet-Tarife von Lidl wirken auf den ersten Blick günstig – doch nach sechs Monaten wird es richtig teuer. © Matthias Balk/dpa

Internet-Tarife für Kabel und DSL können Lidl-Kunden bald im Discounter buchen – doch wer die Preise vergleicht, macht eine interessante Entdeckung.

Neckarsulm – Wer dieser Tage bei Kaufland, Lidl, Aldi und Co. einkaufen war, machte zum Teil ernüchternde Entdeckungen. Die Folgen der Ukraine-Krise sind längst auch in Deutschland zu spüren. Viele Alltags-Lebensmittel sind knapp und teuer geworden – zum Teil verdoppelte sich der Preis sogar. Besonders stark wirkt sich der Krieg in der Ukraine auch auf die Energiepreise aus – in Deutschland und auch in Baden-Württemberg sind in den vergangenen Tagen die Spritpreise explodiert, zudem wird das Gas knapp.

Erst vor wenigen Tagen hatte die EnBW speziell für Baden-Württemberg eine düstere Gaspreis-Prognose abgegeben, die zeigt: Im Südwesten werden die Verbraucher bald tiefer in die Tasche greifen müssen, sollte sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiter zuspitzen. Vieles wird teurer – umso mehr freuen sich die Menschen, wenn sie an der ein oder anderen Stelle sparen können. Und speziell die Discounter Lidl und Aldi locken immer wieder mit Spar-Angeboten – verstärkt auch im technischen Bereich.

Facebook-Nutzer beweist – „gewohnt günstiger Lidl-Preis“ ist hier eine Lüge

Sein aktuellstes vermeintliches Spar-Angebot preist Lidl im Netz besonders stark an – es geht um Internet-Tarife für Kabel und DSL. „Als erster deutscher Discounter erweitert Lidl sein bestehendes Mobilfunk-Angebot zusammen mit Vodafone Deutschland um Highspeed-Internet für zu Hause“, schreibt Lidl in einer Mitteilung. Das Highspeed-Internet gibt es „zum gewohnt günstigen Lidl-Preis“ heißt es wörtlich in der Mitteilung. Über das Wort „günstig“ lässt sich allerdings streiten.

UnternehmenLidl
HauptsitzNeckarsulm
Umsatz57 Milliarden Euro
GründungDeutschland
CEOGerd Chrzanowski

Ein aufmerksamer Facebook-User erkennt schnell, dass eher von „teuer“ die Rede sein muss, denn: Lidl bietet das neue Highspeed-Internet teurer an, als sein Partner Vodafone. „Bei Vodafone bin ich im gleichen Tarif günstiger“, textet der Nutzer. Aber stimmt das auch? BW24 geht der Frage nach und vergleicht das Lidl-Angebot mit einem vergleichbaren Tarif von Vodafone. Schnell zeigt sich: Der Facebook-User ist im Recht. Stolze 10 Euro mehr müssen Verbraucher für das Lidl-Angebot mit 1.000 Mbit/s zahlen.

Lidl- und Vodafone-Angebot im Vergleich: Preis-Falle bei Kabel und DSL

Der Discounter-Riese aus Neckarsulm bietet seinen Internet-Tarif „Internet und Phone 1000 Cable“ in den ersten sechs Monaten für 19,99 Euro an – im Anschluss sind dann schon 49,99 Euro im Monat fällig. Aber: „Der erforderliche WLAN-Kabelrouter wird während der Vertragslaufzeit zur Verfügung gestellt“, heißt es von Lidl. Zudem bekommen Neukunden bis zum 21. April einen Lidl-Gutschein im Wert von 250 Euro dazu. Sparen können die Verbraucher damit aber bloß ein halbes Jahr.

Vodafone selbst verlangt für seinen vergleichbaren Internet-Tarif pro Monat bloß 39,99 Euro – die Konditionen sind dieselben. Wer also auf lange Sicht sparen will, sollte für die 1.000 Mbits/s besser direkt zu Vodafone gehen. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, mehrere Tarife und Anbieter miteinander zu vergleichen. Vergleichsportale wie CHECK24 oder Verivox können dabei eine Hilfe sein. Fakt ist: Über den „gewohnt günstigen Lidl-Preis“ lässt sich streiten – spätestens nach Ablauf der sechs Monate.

Lidl startet mit Kabel und DSL: Kunden haben fünf Optionen zur Auswahl

Lidl bietet seine Internet-Tarife für Kabel und DSL in verschiedenen Varianten an. Zur Auswahl stehen 1.000, 500, 250, 100 oder 50 Mbit/s – die Preise sind gestaffelt sich und bewegen sich zwischen 29,99 und 49,99 Euro. Was auffällt: auch die günstigeren Preise unter 49,99 Euro sind auf lange Sicht nicht billiger, als das dazu vergleichbare Vodafone-Angebot. Verbraucher sollten also genau hinschauen, ehe sie einen neuen Vertrag abschließen, der mitunter teurer wird, als beim alten Anbieter.

Dass sich solche Angebotsvergleiche übrigens nicht bloß für Technik lohnen, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test. Dabei geht es um giftige Tomatenmark-Markenprodukte* und positiv bewertete Discounter-Artikel. Oft müssen Verbraucher also gar nicht mal tief in die Tasche greifen, wenn sie qualitativ gute Produkte kaufen wollen. Knifflig wird es nur, wenn plötzlich eine ganze Reihe von bekannten Produkten verboten wird und Regale plötzlich fast leer sind. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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