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Lidl: Silvesterknaller im Prospekt trotz Böllerverbot - Kunden sind verwirrt

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Von: Franziska Vystrcil

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Silvester-Feuerwerkskörper liegen in einem Supermarkt in München (Oberbayern) auf einem Verkaufstisch.
Im aktuellen Prospekt des Discounters Lidl ist auch Werbung für Feuerwerk zu finden. Dabei ist der Verkauf in diesem Jahr erneut untersagt. © Tobias Hase/dpa

Der Verkauf von Silvester-Feuerwerk ist auch 2021 verboten. In den Prospekten von Lidl wird es dennoch angeboten - zur Irritation der Kunden.

Neckarsulm - Keine bunten Sterne am Himmel, lautes Knallen oder Lichtschimmer - auch beim Jahreswechsel 2021/2022 bleibt das große Feuerwerksschießen aus. Nur wer noch Raketen und Böller aus den Vorjahren hat, kann im heimischen Garten Radau machen. Grund ist wie schon im Vorjahr das Coronavirus in Baden-Württemberg.

Nach dramatisch ansteigenden Fallzahlen hatten sich Bund und Länder geeinigt, dass auch an diesem Silvester der Verkauf von Böllern und Feuerwerk verboten ist. Wegen der „hohen Verletzungsgefahr“ durch Feuerwerkskörper sowie der bereits „enormen Belastung des Gesundheitssystems“ im Zuge der vierten Corona-Welle, wolle man die Krankenhäuser mit dem Feuerwerksverbot entlasten.

Umso größer war die Verwunderung vieler Kunden beim neuen Prospekt des Discounters Lidl. Dort wird der Verkauf von Raketen und Böllern beworben. Doch wie kann das sein?

Trotz Verkaufsverbot: Lidl wirbt für Silvesterfeuerwerk

Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk darf nur an drei Verkaufstagen im Jahr stattfinden. Für kurze Zeit gehört die Pyrotechnik dann auch zum Lidl-Sortiment. 2021 hätte man ab dem 29. Dezember Feuerwerkskörper kaufen können - wäre da nicht das erneute Verkaufsverbot wegen der Coronapandemie. Ein Böllerverbot fordert unser BW24-Redakteur schon lange.

Das aktuelle Prospekt von Lidl sorgt mit Hinblick auf das Verkaufsverbot für Stirnrunzeln. „Schon reserviert? Ab 6.12. Feuerwerk online reservieren“, wirbt der Discounter aus Baden-Württemberg für den Verkauf von Böllern und Raketen. Viele Kunden reagierten prompt, machten sich im Netz über die Werbung lustig, wie auch die tz* berichtet.

In zahlreichen Kommentaren ziehen die Twitter-Nutzer über den Discounter her. „Ich bekomme hier wohl das Lidl-Prospekt von 2019 angezeigt? Wie dumm ist diese Menschheit eigentlich?!“, ärgert sich ein Twitter-Nutzer. Andere verunsichert das aktuelle Prospekt viel mehr. „Ich bin verwirrt, Lidl“, schreibt ein weiterer unter dem Hashtag #Feuerwerksverbot.

Falsches Angebot im Prospekt beworben: Silvester 2020 passierte Lidl der gleiche Fehler

In den Kommentaren sind sich viele Nutzer sicher: Die Prospekte waren schon vor dem Verkaufsverbot gedruckt worden. „Es wäre dumm gewesen, tausende Prospekte neu zu drucken und Unmengen an Rohstoffen zu verschwenden, da dieser Prospekt schon vor dem Beschluss gedruckt war“, meint einer.

Auf der Seite des Discounters sucht man die Feuerwerksangebote jedenfalls vergeblich. Offenbar scheinen die Kommentare richtigzuliegen: Die Prospekte waren womöglich bereits gedruckt, als das Verbot in Kraft trat. Ein Verkauf findet demnach auch bei Lidl nicht statt. Kurios ist es dennoch, denn bereits Silvester 2020 war Lidl genau dasselbe passiert: Lidl, Aldi und weitere Händler warben trotz Verbot für Feuerwerk. Damals stornierte Lidl die bereits eingegangen Bestellungen automatisch. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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