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Lidl will 2022 klimaneutral sein - und macht Druck auf Lieferanten

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Von: Valentin Betz

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Als Lebensmittelhändler sind Lidl und Kaufland für hohe CO2-Emissionen verantwortlich. Beide Unternehmen wollen das ändern - und verpflichten auch Lieferanten.

Neckarsulm - Lebensmittel haben einen großen Einfluss auf den Klimawandel und auf den ökologischen Fußabdruck - individuell, aber auch für Unternehmen. Insofern haben Discounter wie Lidl und Kaufland einen unmittelbaren Einfluss auf die Reduktion des weltweiten CO2-Ausstoßes.

Beide Unternehmen gehören zur Schwarz Gruppe, die sich aktuell im Umbruch befindet. Der neue Chef will Filialen von Lidl und Kaufland völlig umkrempeln. Neben technischen Innovationen gehört dazu auch eine Verminderung der konzerneigenen Emissionen. Wie die Schwarz Gruppe in einer Pressemitteilung berichtet, hat der Konzern diesbezüglich einiges geplant.

Engagment von Lidl und Kaufland: Konzern erstellt Klimabilanz und will zu erneuerbaren Energien wechseln

Die Schwarz Gruppe ist deshalb der „Science Based Targets Initiative“ (SBTi) beigetreten und hat ihren eigenen CO₂-Fußabdruck analysiert. Infolgedessen hat der Konzern jetzt Ziele für seine Tochterunternehmen Lidl und Kaufland erarbeitet. Bis zum Jahr 2030 sollen die betriebsbedingten Emissionen demnach um 55 Prozent im Vergleich zu 2019 reduziert werden.

Grafik zur Klimastrategie der Schwarz Gruppe, zu der auch Lidl und Kaufland gehören.
Die Schwarz Gruppe will in naher Zukunft klimaneutral werden. Dafür hat der Konzern mit den Discountern Lidl und Kaufland viel vor. © Prezero International

Um das zu erreichen, gehen Lidl und Kaufland vor allem den eigenen Strombedarf an. Bereits 2022 soll der Strom für den gesamten Konzern zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Diesbezüglich befindet sich die Schwarz-Gruppe wohl schon auf einem guten Weg. Laut einer Pressemitteilung produzieren Lidl und Kaufland bereits selbst grünen Strom, unter anderem durch Photovoltaiksysteme auf Dächern von über 1.300 Filialen, Logistikzentren und Bürogebäuden.

Klimabilanz von Lidl und Kaufland: Discounter nehmen auch Lieferanten in die Pflicht

Zusätzlich zum Ökostrom wollen Lidl und Kaufland mithilfe von Kompensationsprojekten klimaneutral werden. Lidl soll das bereits 2022, Kaufland spätestens 2025 erreichen. Allerdings liegt nicht der gesamte CO2-Fußabdruck der Schwarz-Gruppe auch in der eigenen Hand. Viele Emissionen entstehen bei der Herstellung von den Produkten, die letztlich im Sortiment von Lidl und Kaufland landen.

Die Schwarz Gruppe plant deshalb, für Lieferanten Anreize zu setzen, die eigenen Emissionen zu reduzieren. Bei den Lieferanten, die mit 78 Prozent für den Großteil der produktbezogenen Emissionen verantwortlich sind, ist der Konzern sogar noch radikaler. Diese werden verpflichtet, bis 2026 selbst Klimaziele zu erarbeiten, die den Kriterien des SBTi entsprechen.

Besonders Lidl hatte in der Vergangenheit bereits mit drastischen Mitteln gegenüber Lieferanten auf sich aufmerksam gemacht. Lidl drohte Brasilien wegen der Amazonas-Abholzung mit einem Boykott. Erst kürzlich ließ der Discounter außerdem den Vertrag mit einem bekannten Lebensmittelhersteller auslaufen. Seitdem fehlt ein umstrittenes Nestlé-Produkt im Lidl-Sortiment.

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