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Aldi, Lidl und Co. rationieren Alltagsprodukte – „keine Lieferungen mehr“

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Von: Jason Blaschke

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Lieferengpässe und Hamsterkäufe zwingend immer mehr Händler zur Rationierung einzelner Produkte. Längst ist nicht mehr bloß das Speiseöl betroffen.

Neckarsulm – Der Krieg in der Ukraine entspannt sich nicht und die Folgen bekommen in Deutschland auch alle Verbraucher immer stärker zu spüren. Vor wenigen Wochen war es noch die Angst vor explodierenden Gaspreisen und die Sorge vor Energieknappheit, die die Menschen bewegt hatte – derzeit sind Lebensmittelengpässe und teure Spritpreise in Deutschland die Realität. Doch damit nicht genug, verstärken Speiseöl-Hamsterer die Engpass-Problematik noch mehr und zwingend Händler wie Kaufland, Lidl oder Aldi zu konsequenten Maßnahmen wie einer Rationierung.

In immer mehr Läden finden Kunden Zettel vor, die über die maximale Abgabemenge pro Kunde informieren. In einigen Rewe-Märkten zum Beispiel ist der Kauf von Speiseöl auf eine Flasche pro Person begrenzt, berichtet die WirtschaftsWoche. Auch Aldi Süd musste laut Focus Online auf die Engpässe reagieren und die Abgabe der Speiseöl-Eigenmarke Bellasan auf vier Flaschen pro Kunde begrenzen.

Immer mehr Lebensmittel werden knapp: Supermärkte und Discounter reagieren

Auf Anfrage von BW24 will sich Aldi nicht näher zu der Maßnahme äußern. Man beobachte mit Blick auf einige Warengruppen aber eine „stärkere Nachfrage“, sagt eine Sprecherin und ergänzt, dass man sich im Falle größerer Nachfragen immer auch vorbehalte, die „Abgabemenge pro Kunde vorübergehend einzuschränken“. Lidl gibt auf BW24-Nachfrage an, dass die Warenversorgung in den Filialen grundsätzlich gesichert sei.

„Da bestimmte Warengruppen – beispielsweise Speiseöl und Konserven – derzeit sehr stark nachgefragt werden, geben wir diese Produkte in allen Filialen nur in haushaltsüblichen Mengen ab.“ Zahlreichen Kunden hilft das aber nicht weiter, denn sie stehen bei Kaufland, Lidl und Co. trotzdem vor leeren Regalen. „Ich weiß ja nicht wo ihr lebt, aber hier bei uns gibt es schon seit Tagen kein Öl mehr“, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter einen Beitrag zum Thema Hamsterkäufe.

Krieg, Logistik, Ernteausfälle – die Gründe für die Lebensmittel-Engpässe sind vielfältig

Wieder andere fragen sich, wofür die Menschen das ganze Öl, Mehl oder Klopapier benötigen. „Von mir aus können sie in ihrem Öl baden“, schreibt eine verärgerte Facebook-Userin, die bei einem Einkauf erneut kein Sonnenblumenöl kaufen konnte. Was man besser nicht tut, ist das Speiseöl als Diesel-Ersatz zu tanken, denn dies kann einem Bericht von echo24.de* zufolge schwere Folgen haben – für Fahrer und Auto.

Berichten von 24hamburg.de* zufolge betreffen die Hamsterkäufe in Folge der Ukraine-Krise immer mehr Produkte – vor allem im Bereich der Lebensmittel.

Die Hamsterer sind nicht der alleinige Grund für die Speiseöl-Problematik, auch Lieferengpässe bedingen diese. Russland und die Ukraine sind wichtige Importländer für Speiseöl und Getreide. Hinzu kommen Ernteausfälle und in der Corona-Pandemie Lieferschwierigkeiten, die sich wiederum auf die einzelnen Endprodukte auswirken. Auch können Händler in Deutschland nie sofort auf ein verändertes Kaufverhalten reagieren.

Verbraucher sollten bei Knappheit von Alltagsprodukten nach Möglichkeit auf Alternativen umsteigen

Wenn einzelne Produkte wie Speiseöl, Mehl oder Nudeln verstärkt eingekauft werden, kann es passieren, dass die Regale leer werden. „Daher bitten wir unsere Kunden, wirklich nur in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen“, heißt es von Aldi. Eine Kundin der Discounterkette berichtet laut Focus Online, dass sie von einer Verkäuferin erfahren hatte, dass ihre Filiale „aktuell keine Lieferungen mehr bekommt“.

Solche Fälle können wiederum an der Logistik liegen, die aktuell unter den teuren Spritpreisen leidet. Es sind in Deutschland mehrere Faktoren, die sich auf die Preise und die Verfügbarkeit einzelner Produkte auswirken. Wie stark, dass die Verbraucher zum Teil treffen kann, zeigen die aktuell galaktischen Preise für Klopapier und Speiseöl auf eBay. Experten raten hier, sofern möglich, auf Ersatzprodukte auszuweichen – zum Beispiel von Sonnenblumen- auf Rapsöl. *echo24.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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