Lidl-Kunde ärgert sich

„Dieselmonster“: Lidl löst mit Reinigungsmaschine Empörung aus - „Gewinn über Gesundheit“

Eine Lidl-Filiale von Außen. Der Parkplatz ist leer.
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Vor einer Stuttgarter Lidl-Filiale ist ein Diesel-Reinigungsgerät eingesetzt worden - sehr zum Ärger eines Twitter- Nutzers. (Symbolbild).
  • Berkan Cakir
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Trotz Dieselverbot kommen in einer Stuttgarter Lidl-Filiale mit Diesel betriebene Reinigungsmaschinen zum Einsatz, wie ein Video im Netz zeigt. Auf Twitter sorgt das für Unmut.

Stuttgart - In der Landeshauptstadt Stuttgart gilt seit dem 1. Juli 2020 ein Dieselverbot. Seither dürfen Besitzer von Dieselfahrzeugen der Abgasnorm Euro 5 und schlechter nicht mehr in die Innenstadt fahren. Ansonsten drohen saftige Geldstrafen. Obwohl die Stickoxidwerte mittlerweile deutlich gesunken sind, soll das Dieselverbot in Stuttgart weiterhin bleiben. Dennoch gibt es Ausnahmen von diesem Verbot - manchmal sehr zum Ärger der Stuttgarter Einwohner.

Twitter-Nutzer entdeckte nun in einem Video eine Filiale des Discounters Lidl und war empört darüber, dass das Dieselverbot in Stuttgart offenbar nicht auch für solche „Dieselmonster“ gilt. In dem kurzen, fünf Sekunden langen Clip ist eine ziemlich laute Reinigungsmaschine zu sehen, die laut dem Videourheber mit Diesel betrieben wird und vor einer Lidl-Filiale für reichlich Rauch sorgt.

Lidl-Kunde regt sich darüber auf, dass auch die Nachbarschaft leiden muss

„Gut dass es in Stuttgart ein Dieselfahrverbot gibt, damit Lidl den Boden mit riesigen Dieselmaschinen (EURO 0) reinigen kann“, schreibt der Twitter-Nutzer Vor allem ärgert ihn, dass dabei offenbar auch nicht Kunden allein in Mitleidenschaft gezogen worden sind. „Der Rauch ist voll in die Wohnungen und Kita hereingezogen. Typisch Lidl - Gewinn über Gesundheit“, so der Kunde.

Der Einsatz solcher Maschinen ist allerdings nicht verboten. Es gibt zahlreiche Ausnahmen von der Regel, die auf dem Bundesimmissionsschutzgesetz basieren. Arbeitsmaschinen wie Stapler oder das Reinigungsgerät, das bei Lidl zum Einsatz kommt, fallen darunter. Aber auch motorisierte Fahrzeuge wie Bestattungsautos, Taxen, Oldtimer und auch Linienbusse sind von dem Verbot ausgenommen und dürfen sich weiterhin in der Landeshauptstadt frei bewegen.

Lidl: Kundin regte sich zuletzt ebenfalls über das fehlende Umweltbewusstsein des Discounters auf

Dennoch: Erfreulich dürfte die Diesel-Dreckschleuder von Lidl - mit der ironischerweise gereinigt wird - für Nachbarschaft und Kunden nicht sein. Gerade auch Letztere ärgern sich immer wieder über das fehlende Umweltbewusstsein des Discounters aus Neckarsulm.

So zeigte sich zuletzt eine Lidl-Kundin empört über abgepacktes Fleisch. Das Rindersteak stammt aus Uruguay, was klimatisch „eine Farce“ und „tierschutzrechtlich höchst fraglich“ sei. Denn in dem südamerikanischen Land herrschten längst nicht die Haltebedingungen wie hierzulande, weshalb die Kundin für regionale Fleischlieferanten plädierte. Aber auch das Label „Regional“, das Kaufland, Lidl und Co. nutzen, ist häufig eine Lüge.

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