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Lidl führt neue Etiketten an Regalen ein - Kunden sollten genau hinschauen

links: Lidl Filiale von außen, rechts: digitales Preisschild in der Gemüseabteilung
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Der Discounter Lidl will digitale Preisschilder in seinen Filialen einführen.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Lidl stellt die Preisauszeichnung in seinen Filialen um. Kunden sollten auf einige Dinge deshalb genau achten.

Bad Wimpfen - In großen Zahlen springen sie einem förmlich entgegen: Die Preisschilder an den Regalen von Discounter Lidl werden bald noch auffälliger. Denn der Händler will künftig sein Sortiment mit digitalen Preisschildern ausweisen. Diese Technologie soll flächendeckend in Deutschland eingeführt werden.

Bei Händlern wie MediaMarkt oder Saturn gibt es die digitalen Preisschilder bereits in allen Filialen. Doch warum haben die Papierschilder nun auch bei Lidl plötzlich ausgedient? Das steckt hinter der Neuerung.

Lidl will künftig digitale Preisschilder einsetzen: Änderungen schneller möglich

Lidl setzt vermehrt auf die Digitalisierung seiner Märkte. Unter anderem soll es künftig digitale Kassenbons bei Lidl geben. Auch eine Bezahlmethode per Lidl-App wird den Einkauf in Zukunft schneller vonstattengehen lassen. Ein weiterer Schritt in Richtung digitaler Markt sind auch die neuen Preisschilder. Schon jetzt findet man sie in einigen deutschen Lidl-Filialen.

Wie viele Märkte genau bereits auf die neue Technologie setzen, ist laut Bericht der Lebensmittelzeitung nicht bekannt. Die Schilder sollen allerdings in allen Märkten des Unternehmens, das zur Schwarz Gruppe gehört, eingeführt werden. Darüber hinaus teste man den Einsatz verschiedenfarbiger Schilderrahmen, um Produktkategorien wie Bio für die Kunden besonders hervorzuheben, so der Discounter. Auch andere Lebensmittelhändler stellen auf das neue System um. Aldi Nord etwa will für alle seine deutschen sowie für acht Märkte im Ausland die Technologie nutzen.

Doch warum stellen Lidl und Co. überhaupt auf die digitalen Schilder um? Mit den Schildern können die Märkte schneller und vor allem auch kurzfristig auf Preisänderungen reagieren. Die Änderungen können bequem und schnell am Computer per Knopfdruck durchgeführt werden. So kommt der neue Preis „automatisch“ sowohl beim Kassensystem, als auch per Funksignal auf dem Preisschild an. Zuvor mussten die Mitarbeiter die Schilder von Hand austauschen. Bei jeder Tages-, Wochen- oder Monatsaktion mussten dann die Preise angepasst werden. Das kostete viel Zeit. Außerdem soll es beim Einsatz von digitalen Etiketten zu weniger Falschauszeichnungen kommen.

Neue Etiketten bei Lidl: Vorteil oder Abzocke von Verbrauchern?

Ein weiterer Vorteil für die Händler: Preise von Waren, die am nächsten Tag aufgrund von Verderblichkeit nicht mehr verkauft werden könnten, lassen sich kurz vor Ladenschluss noch senken. So wolle man einen Kaufanreiz schaffen und vermeiden, Lebensmittel wegzuschmeißen. Kunden können so zu einem günstigen Preis noch gute Ware kaufen. Ein weiterer Pluspunkt: Viele der Schilder haben QR-Codes, mit denen Kunden mit dem Smartphone weitere Informationen zum Produkt abrufen können, etwa zum Herkunftsland oder zu den Inhaltsstoffen.

Doch haben Kunden nur Vorteile durch die neuen Preisschilder? Verbraucherschützer sagen nein und warnen: Genauso schnell, wie sich Preise mit den digitalen Schildern senken lassen, können sie auch erhöht werden. Die Händler können somit schnell auf Angebot und Nachfrage reagieren. Findet zum Beispiel am Abend etwa ein Fußballspiel statt, kann der Markt den Preis für Bier, Chips oder ähnlichem kurzfristig erhöhen.

Dadurch sind auch die Preise weniger transparent, bemängelt der Verbraucherschutz. Durch die ständig wechselnden Preise könne es für Kunden unmöglich werden, Preise verschiedener Händler zuverlässig miteinander zu vergleichen.

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