Handel in der Offensive

Lidl-Kunden können sich bald beim Einkaufen impfen lassen - „Leben statt Lockdown“

Fotocollage: Links das Logo von Lidl, rechts eine junge Frau, die sich impfen lässt.
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Impf-Angebote bei großen Händlern wie Lidl sollen die Bereitschaft der Nicht-Geimpften steigern.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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In einer gemeinsamen Kampagne mit der Bundesregierung startet der deutsche Einzelhandel einen Vorstoß in Sachen Impfungen. Bei Lidl beispielsweise gibt es den Pieks gegen Corona bald auch neben den Filialen.

Bad Wimpfen - Um die Impfquote in Deutschland zu erhöhen, sucht nicht nur die Politik nach neuen Wegen. Auch Unternehmen beteiligen sich an Kampagnen, um noch mehr Menschen den Zugang zum Pieks gegen Corona zu verschaffen. Nun wagt auch der Handelsverband Deutschland (HDE) einen Vorstoß: Innerhalb der Aktion „Leben statt Lockdown“ werben große Handelsketten wie Lidl, Edeka und Rewe für die Impfung. In einem nächsten Schritt sollen sich Kunden an Standorten von Lidl und Co. impfen lassen können.

Durch die Aktion wolle man „die Impfbereitschaft steigern und möglichst viele Menschen von den Vorteilen überzeugen“, erklärt HDE-Geschäftsführer Stefan Genth. Neben einer groß angelegten Werbeaktion in den Filialen sowie dort platzierten Info-Broschüren soll auch eine Website rund um das Thema Impfen aufklären. Zusätzlich sollen bekannte Persönlichkeiten wie Fußball-Nationalspieler Emre Can die Kampagne unterstützen.

Lidl: Bundesweite Präsenz der Händler bietet enorme Reichweite

„Die an der Kampagne beteiligten Handelsunternehmen verzeichnen täglich mehr als 40 Millionen Kundenkontakte und sind mit zehntausenden Standorten in ganz Deutschland vertreten“, sagt Stefan Genth gegenüber dem Handelsblatt. Die Aktion nutze diese enorme Reichweite und flächendeckende Präsenz. Einen weiteren Lockdown will der Verband unbedingt verhindern. Dafür sei die Impfung der einzig nachhaltige Weg.

Sich weiter auf den Inzidenzwert als Kriterium für Maßnahmen zu konzentrieren, hält der HDE für falsch. Stattdessen fordert er die Festlegung eines neuen Kriterienkatalogs, in dem Indikatoren wie die Hospitalisierungsrate, die Impfquote und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt werden. „Die Politik darf jetzt nicht den einfachen Weg des ‚Weiter so‘ wählen und in den nächsten Lockdown hineinschlittern“, sagt der HDE-Geschäftsführer.

Impfaktion vor Filialen von Lidl: Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern

Die geplanten Impfangebote in den Filialen von Lidl, Edeka, Rewe und Co. will der HDE in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern durchführen. Eine ähnliche Aktion startete kürzlich auch Ikea: Vor einer Filiale des Möbelhauses in Ludwigsburg konnten sich Ikea-Kunden impfen lassen und wurden mit einem Gutschein belohnt.

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