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Lidl legt E-Auto-Ladeschnorrern das Handwerk und erschwert Strom-Raub

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Von: Jason Blaschke

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Blauer Tesla beim Aufladen an einer Lidl-E-Ladestation.
Wer sein E-Auto an einer Landestation von Lidl aufladen möchte, braucht ab 9. März eine neue App dafür. © Imago/Pius Koller

Lidl bietet seinen Kunden kostenlose Ladestationen für ihr E-Auto an. Diese werden jedoch oft von Schnorrern missbraucht - jetzt will der Discounter dagegen vorgehen.

Neckarsulm – Was die Zulassung von reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden betrifft, ist Baden-Württemberg an vorderster Stelle mit dabei. Ganze 31,7 Prozent habe der Anteil an neu zugelassenen Fahrzeugen mit E-Antrieb 2021 betragen, teilte das für die Erfassung der Zulassungen zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit. Im Ranking der Bundesländer erreicht Baden-Württemberg Platz eins, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 30,3 Prozent. Ein Rekord, der in Deutschland schon bald gebrochen werden könnte.

Die Spritpreis-Explosion in Baden-Württemberg und ganz Deutschland, aber auch die Tatsache, dass Auto-Abos für E-Fahrzeuge in Städten immer attraktiver werden, könnte der E-Auto-Kampagne in naher Zukunft noch einen ordentlichen Booster geben. Mit ein Knackpunkt in Sachen E-Autos ist das Thema Ladeinfrastruktur, die vielerorts immer noch zu wünschen übrig lässt. Für viele Fahrer ist es daher erfreulich, dass man sein E-Auto an immer mehr Lidl-Filialen kostenlos laden kann.

Neue Lidl-App macht Strom-Klau für Ladeschnorrer schwerer

Im Grunde richtet sich dieses Angebot an Kunden, die ihr E-Auto aufladen können, solange sie einkaufen. Mittlerweile werden aber vermehrt Ladeschnorrer für Lidl zum großen Problem, die ihr Auto einfach so an die Ladestation stecken. Zum Teil sollen sich an eben solchen Ladepunkten auf Lidl-Parkplätzen schon skurrile Szenen abgespielt haben. Erst vor wenigen Wochen soll ein Tesla eine E-Ladestation von Lidl stundenlang belegt haben, was eine Kundin zur Weißglut gebracht hatte.

UnternehmenLidl
HauptsitzNeckarsulm
Umsatz57 Milliarden Euro
GründungDeutschland
CEOGerd Chrzanowski

Eine ab 9. März geltende Änderung an allen Lidl-Ladesäulen könnte der Problematik der Ladeschnorrer zumindest ein wenig Einhalt gebieten. Bisher war lediglich die Lidl-eCharge-App nötig, um an einer Ladesäule anzudocken – ab 9. März wird das aber nicht mehr ausreichen. Berichten von Chip zufolge wird die bisherige Anwendung eingestellt und in eine andere App übertragen: die Lidl-Plus-App. Kunden müssen dann bloß noch den QR-Code an der Ladesäule scannen und schon kann es losgehen.

Accounts der alten Lidl-eCharge-App werden nach Übergangsphase gelöscht

Dass das aber nicht mehr über die Lidl-eCharge-App möglich sein wird, könnte insbesondere allen Ladeschnorrern sauer aufstoßen. Denn wer sonst nicht bei Lidl einkauft, kann mit der Lidl-Plus-App nicht viel anfangen – muss aber bei der Registrierung eine ganze Menge persönlicher Daten angeben. Wer sich die App nicht installiert, kann womöglich die kostenlosen Ladesäulen in absehbarer Zeit nicht mehr nutzen – für manche Ladeschnorrer vielleicht ein Anlass, auf andere Gratis-Ladesäulen auszuweichen.

Die bestehenden Nutzerkonten der alten Lidl-eCharge-App werden laut Chip automatisch gelöscht. In der Übergangsphase ist aber das Laden über das manuelle Bedienen an der Ladesäule selbst noch möglich. Aber: Nach wie vor gelten an allen Lidl-Ladesäulen in Deutschland die gleichen Bedingungen, die einen Missbrauch verhindern sollen. Der Ladevorgang ist auf eine Stunde begrenzt und die Leistung beläuft sich auf maximal 50 Kilowatt. Beide Maßnahmen hatten schon vor der Umstellung der App gegolten.

In Kombination mit der App brechen für Ladeschnorrer aber keine guten Zeiten an. Das Gleiche trifft übrigens auch auf die Kunden zu, die auf Parkplätzen von Lidl und Co. ihre Parkscheibe falsch einstellen und damit teils saftigen Strafen riskieren. Laut echo24.de* sollten Autofahrer zudem auf keinen Fall einfach an der Uhrzeit drehen, wenn die Parkzeit abgelaufen ist – denn auch das kann in Deutschland unangenehme Folgen nach sich ziehen. *echo24.de ist ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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