Kunden müssen sich umstellen

Bei Lidl und dm hat der Kassenbon ausgedient - diese Alternative kommt

Das Logo einer Lidl-Filiale/Eine Hand hält einen Kassenbon/Collage
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Lidl digitalisiert Kassenbons.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Der Discounter Lidl und die Drogerie dm haben einen Entschluss gefasst: Der digitale Kassenbon soll Papier und Zeit sparen.

Bad Wimpfen - Täglich werden in Supermärkten durchschnittlich 250 Meter Papier verbraucht. Als umweltfreundliche Alternative führten viele Märkte unlängst den blauen Kassenbon ein. Nun hält erneut eine Bon-Revolution Einzug in den Filialen. Was bei Discounter Lidl bereits angeboten wird, soll nun auch bei der Drogerie dm kommen: Der papierlose, digitale Kassenbon, per QR-Code abrufbar auf dem Smartphone. Auch Edeka und Rewe investieren in dieses Zukunftsfeld.

Lidl nutzt den digitalen Bon bereits seit einem Jahr. Der Service funktioniert bei einem Einkauf über die hauseigene Lidl-Plus-App. Über einen Scan der Lidl-Plus-Karte an der Kasse gelangt der Kassenbon automatisch auf das Handy der Kunden. Nicht nur der Handel profitiert: Verbraucher bekommen kompakt einen guten Überblick über ihre gekauften Lebensmittel und können ihn auf ihrem Endgerät abspeichern.

Digitaler Kassenbon bei Drogerie dm ab August - so funktioniert er

Auch die Drogeriekette dm arbeitet an einer zeitnahen Einführung des E-Bons. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, sollen Kunden bereits ab Ende August die Möglichkeit haben, über die „Mein dm-App“ den Einkaufsbeleg rein elektronisch zu generieren. Zu Beginn des Services müsse der Kunde noch bei jedem Einkauf seine Zustimmung geben. Schon bald soll laut der Drogerie aber eine einmalige Bestätigung ausreichen.

Schon lange vor allen anderen hatte dm 2012 erstmals E-Bons eingeführt. 2018 wurde der Service dann wieder eingestellt - laut Angaben des Unternehmens, um die DSGVO weiterzuentwickeln und in den Kundenaccount zu integrieren. Auch die Supermarktkette Rewe bietet ihren Kunden seit 2017 einen digitalen Bon an, den diese per Rewe-Kundenkonto, E-Mail sowie einer Payback-Karte erhalten.

Edeka: Handelskette ist Konkurrenz bei digitalen Kassenbons voraus

Erst kürzlich führte auch Handelsriese Edeka die Bon-Revolution an der Kasse ein, wie merkur.de* berichtet. Seit dem 1. Juli bietet das Unternehmen in seinen norddeutschen Edeka-, Marktkauf- und Naturkind-Märkten den rein elektronischen Kassenbeleg an. Dabei ist Edeka seinen Konkurrenten um einen entscheidenden Schritt voraus: Statt über eine App kann sich jeder Kunde den digitalen Bon einfach durch das Abfotografieren eines QR-Codes an der Kasse auf sein Handy schicken. Dafür muss man als Kunde nirgendwo registriert sein. Der einzige Nachteil: Das Scannen dauert rund 15 Sekunden. Ebenso bietet auch Edeka alternativ eine eigene App für den Kassiervorgang an.

„Durch die Bonpflicht im vergangenen Jahr hat das Thema einen neuen Schub bekommen“, sagte Çetin Acar vom Forschungsinstitut EHI gegenüber der Lebensmittelzeitung. Zwar beobachtet der Digitalexperte, dass Kunden in Deutschland dem Service lange Zeit eher noch zurückhaltend gegenüberstanden. Die Corona-Pandemie habe jedoch die Einkaufsgewohnheiten verändert - insbesondere in Hinblick auf kontaktloses Bezahlen. „Ein weiterer Vorteil des gespeicherten Belegs: Er kann weder verloren gehen, noch ausbleiben, wie es Papierbelege gern tun“, so Acar.

QR-Code: 15 Sekunden Wartezeit an der Kasse laut Experte zu lang für Discounter

Wie der Experte gegenüber der Lebensmittelzeitung betonte, sei die QR-Code-Lösung bei Edeka nicht für alle Händler geeignet. Da durch das Scannen 15 Sekunden Zeit an der Kasse mit Warten verbracht werden müssen, sei diese Alternative gerade für die auf Schnelllebigkeit getrimmten Discounter wie Lidl nicht denkbar. Beim Vollsortimenter Edeka sei das anders, da dieser eine andere Strategie verfolge und Kunden an der Kasse mehr Zeit einräume. *merkur.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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