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Nach Aus bei Lidl: Zwei große Nestlé-Marken fliegen deutschlandweit aus den Regalen

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Von: Franziska Vystrcil

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Flaschen der Mineralwassermarke Vittel
Das Mineralwasser „Vittel“ von Nestlé wird ab dem Sommer nicht mehr in Deutschland verkauft. © Manfred Segerer/imago images

Seit November 2021 verkauft der Discounter Lidl das Mineralwasser Vittel nicht mehr. Nun verschwindet die Marke gänzlich aus Supermärkten in ganz Deutschland.

Neckarsulm - Das Sortiment des Discounters Lidl ist vielseitig. Neben zahlreichen Eigenmarken sind auch bekannte Hersteller in den Regalen von Lidl zu finden. Eine Marke sorgte in der Vergangenheit jedoch für Diskussionen: Das Mineralwasser Vittel, das der Nahrungsmittelriese Nestlé herstellt. Seit November 2021 verkauft Lidl das Wasser nicht mehr. Der Vertrag mit Nestlé war ausgelaufen, an einer Verlängerung zeigte das Unternehmen der Schwarz-Gruppe kein Interesse.

Wohl auch, da Nestlé sich immer wieder heftiger Kritik stellen muss. Seit Anfang der 1990er-Jahre entnimmt Nestlé für sein Vittel-Mineralwasser Wasser aus verschiedenen Brunnen im gleichnamigen Ort Vittel. Die Folgen sind verheerend: Jedes Jahr sinkt der Grundwasserspiegel dort um etwa 30 Zentimeter - die Ortschaft trocknet nach und nach aus.

Nach dem Aus bei Lidl hat Nestlé nun selbst die Reißleine gezogen: Der Hersteller gibt seine Marke Vittel in Deutschland komplett auf. Das Wasser soll bereits ab Sommer 2022 aus den Regalen verschwunden sein.

Mineralwasser Vittel verschwindet aus den Regalen - Nestlé will Premiumbereich ausbauen

Den Namen Vittel wird man somit künftig nicht mehr in deutschen Discountern und Supermärkten wie Kaufland finden. Auch Österreich sei von der Umstellung betroffen, berichtet die Lebensmittelzeitung. Noch vor dem Sommer sollen die letzten Vittel-Flaschen aus den Regalen verschwunden sein, konkretisierte ein Sprecher gegenüber der Zeitung das Vorhaben.

Der Grund für das Aus von Vittel ist allerdings ein anderer, als viele vielleicht vermutet haben. Es verschwindet nicht aufgrund der Kritik an der Wassergewinnung, sondern weil Nestlé seine Wassersparte weiter im Premiumbereich ausbauen möchte.

Im Zuge dessen wird künftig auch die Marke Contrex nicht mehr in Deutschland und Österreich verkauft. Nestlé will sich in Deutschland vorrangig auf Geschäfte mit den Marken San Pellegrino und Acqua Panna konzentrieren. Zudem will der Hersteller in Premium-Limonaden unter dem Namen San Pellegrino investieren.

Lidl verbannte „Vittel“ als erstes - doch Nachfolger Volvic erntet ebenfalls Kritik

Trotz harter Kritik ist das Unternehmen zuversichtlich, was seine Zukunft auf dem deutschen Markt angeht. Lidl tappte nach dem Vittel-Aus in ein Fettnäpfchen. Lidl stellte sein Sortiment um und erntete heftige Kritik. Denn als Nachfolger von Nestlé schloss der Discounter einen Vertrag mit dem Großkonzern Danone ab. Seither ersetzt Volvic das Vittel-Wasser.

Dieser Deal zog das Interesse der Deutschen Umwelthilfe auf sich. Denn das Wasser von Danone muss einen viel weiteren Transportweg als das von Vittel auf sich nehmen. Das bedeutet im Umkehrschluss auch einen höheren CO2-Ausstoß und damit eine Belastung für das Klima.

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